Verbetrieblichung der Tarifpolitik
This presentation is the property of its rightful owner.
Sponsored Links
1 / 20

These 1: PowerPoint PPT Presentation


  • 79 Views
  • Uploaded on
  • Presentation posted in: General

Verbetrieblichung der Tarifpolitik Erosion des Flächentarifs oder Gestaltungschance? Dr. Reinhard Bispinck WSI in der Hans-Böckler-Stiftung. These 1:

Download Presentation

These 1:

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Presentation Transcript


These 1

Verbetrieblichung der TarifpolitikErosion des Flächentarifs oder Gestaltungschance?Dr. Reinhard BispinckWSI in der Hans-Böckler-Stiftung


These 1

These 1:

Die aktuelle Diskussion um die Verbetrieblichung der Tarifpolitik hat neben sachlich-inhaltlichen Aspekten vor allem eine machtpolitische Dimension.


These 1

MichaelRogowski

„Man müsste Lagerfeuer machen und erst mal die ganzen Flächentarifverträge verbrennen.“

Guido Westerwelle

„Im Bereich der Lohnfindung muss der flächendeckende Tarifvertrag verschwinden. Wir brauchen eine neue ‚Autonomie‘ der Betriebe.“

Friedrich Merz

„Es muss ein gesetzlicher Weg gefunden werden, wie die Betriebe von Kernbestandteilen der Tarifverträge ohne Intervention der Tarifvertragsparteien abweichen können.“


These 1

These 2:

Im Bereich der Wirtschafts- und Arbeit-geberverbände gibt es unterschiedliche Auffassungen zur Bedeutung des Flächentarifvertrags. Aber auch seine Befürworter streben einen nachhaltigen Funktionswandel an.


These 1

Aus Arbeitnehmersicht

Schutzfunktion

Verteilungsfunktion

Partizipationsfunktion

Solidaritätsfunktion

Aus Arbeitgebersicht

Ordnungs- und Befriedungsfunktion

Kartellfunktion

Produktivitätsfunktion

Funktionen der Festsetzung von Mindest-standards durch Flächentarifverträge


These 1

Flächentarifvertrag als Rahmenempfehlung

Betriebliche Vereinbarung über Abweichungen ohne Einschaltung und Gestaltungsmöglichkeiten der Gewerkschaften

Prinzip „Richtgeschwindigkeit“


These 1

These 3:

Die Diskussion um die Flexibilisierung der Tarifstandards ist eine kaum verhüllte Verteilungs- und Kosten-diskussion.

Flexibilisierung stellt nicht per se eine win-win-Strategie dar.


These 1

Martin Kannegießer

„Wir müssen die betrieblichen Gestaltungs-spielräume in den Tarifverträgen erweitern. Es geht darum, dass Betriebe im Bedarfsfall ihre Produktionskosten senken können.“


These 1

These 4:

Seit 20 Jahren gibt es einen schleichen-den Umbau des Flächentarifvertrags.

Zum Teil wird die Regulierungskraft der Tarifverträge bereits spürbar beeinträchtigt.


These 1

Der Weg zu flexiblen Flächentarifverträgen:

  • Seit 1984: Flexibilisierung der Arbeitszeit

  • Seit 1993: Härtefall- und Öffnungsklauseln

  • Seit 2002: Ertragsabhängige Entgeltge- staltung

    Heute: In80 Tarifbereichen mit15 Mio.ANmehrere hundertÖffnungsklauseln.


These 1

Tarifliche Öffnungs- und Härtefallklauseln

Allgemeine Härtefallklauseln

Arbeitszeit-Verlängerung, Korridor, Verkürzung (ohne Lohnausgleich)

Lohn, Gehalt

- Tariferhöhung (Aussetzung, Verschiebung)

- Tarifabsenkung (Einkommenskorridor)

- neue (niedrigere) Lohngruppen

- Einstiegstarife

Weitere Vergütungsbestandteile

- Sonderzahlung

- Urlaubsgeld

- Zulagen/Zuschläge


Beispiele f r ffnungsklauseln

Bankgewerbe

Absenkung Wochenarbeitszeit, ertragsabhängige Sonderzahlung

Bauhauptgewerbe

Absenkung der Tarifvergütung um 10 % (Ost), Kürzung Weihnachtsgeld (West)

Chemische Industrie West

Einstellungstarife für Langzeitarbeitlose; Arbeitszeitkorridor; Absenkung von Entgelt, Sonderzahlung, Urlaubsgeld; erfolgsabhängige Jahresleistung.

Druckindustrie

Betriebe mit bis zu 35 AN, Kürzung der Sonderzahlung von 95 auf 60 %

Metallindustrie West

befristete Sonderregelung zum

Tarifabschluss 2002; Härtefallklausel; Arbeitszeitabsenkung.

ÖD/Nahverkehr

Spartentarifvertrag zur Kostensenkung, Anwendungsvereinbarung mit Auflagen

Reisebürogewerbe

Abweichungen von Entgelt, Sonderzahlung und UrlaubTextil- und Bekleidungsindustrie

Arbeitszeitkorridor; Aussetzen der Tariferhöhung; Abweichung bei Jahressonderzahlung.

Einzelhandel Ost

Unternehmen mit bis zu 25/15/5 AN Entgelte um 4/6/8 % niedriger

Beispiele für Öffnungsklauseln


These 1

These 5:

Die Flexi-Möglichkeiten werden in der Praxis breit genutzt. Der Schwerpunkt liegt auf den Arbeitszeitregelungen – mit deutlichem Abstand folgen die Entgeltregelungen.


Nutzung tariflicher ffnungsklauseln

Nutzung tariflicher Öffnungsklauseln

35% der Betriebsräte

22% der Personalräte


Anwendungsbereiche von ffnungsklauseln

Anwendungsbereiche von Öffnungsklauseln


These 1

These 6:

Die Betriebs- und Personalräte stehen einer (weiteren) Verbetrieblichung der Tarifpolitik mit großer Mehrheit skeptisch bis ablehnend gegenüber.


These 1

Verbetrieblichung der

Tarifpolitik

Angaben der Betriebräte in %

14

6

zu begrüßen

zwiespältig

42

generell

38

problematisch

k.A.

Quelle: WSI Betriebs- und Personalrätebefragung 2002 (3. Befragung)


Verbetrieblichung aus sicht der br pr

Verbetrieblichung aus Sicht der BR/PR


These 1

Statt eines Fazits – Fragen zur Diskussion:

  • Welche Wirkung hat die „kontrollierte Dezentralisierung“ der Tarifverträge?

  • Gibt es Spielraum für eine konsensuelle Regelung von Flexi-Interessen?

  • Welche inhaltlichen und instrumentellen Perspektiven gibt es für eine Stabilisierung des Flächentarifvertrags?


These 1

www.tarifvertrag.de


  • Login