Neue therapieverfahren bei schizophrenen erkrankungen
This presentation is the property of its rightful owner.
Sponsored Links
1 / 44

Neue Therapieverfahren bei schizophrenen Erkrankungen PowerPoint PPT Presentation


  • 309 Views
  • Uploaded on
  • Presentation posted in: General

Neue Therapieverfahren bei schizophrenen Erkrankungen. Schwerpunkte. Symptomatik schizophrener Psychosen Psychopharmakologische Aspekte Multimodale Ansätze in der Therapie Angehörigenarbeit Therapie schizophrener Psychosen unter finanz- und gesundheitspolitischen Aspekten.

Download Presentation

Neue Therapieverfahren bei schizophrenen Erkrankungen

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation

Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author.While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server.


- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - E N D - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Presentation Transcript


Neue therapieverfahren bei schizophrenen erkrankungen

Neue Therapieverfahren bei schizophrenen Erkrankungen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Schwerpunkte

Schwerpunkte

  • Symptomatik schizophrener Psychosen

  • Psychopharmakologische Aspekte

  • Multimodale Ansätze in der Therapie

  • Angehörigenarbeit

  • Therapie schizophrener Psychosen unter finanz- und gesundheitspolitischen Aspekten

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Symptomatik schizophrener psychosen

Symptomatik schizophrener Psychosen

  • Komplexes Krankheitsbild mit Störungen im Denken, in Wahrnehmung und Affektivität

  • Produktive Symptome:

    Symptome, die zusätzlich zu vorhandenen psychischen Denk- und Erlebnisweisen auftreten

  • Minussymptomatik:

    Verschwinden oder Abschwächung vorhandener psychischer Fähigkeiten

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Produktive symptome

Produktive Symptome

  • Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, -entzug

  • Kontroll- oder Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten

  • Kommentierende oder dialogische Stimmen – Trugwahrnehmungen (Halluzinationen)

  • Wahn

  • Wortneuschöpfungen, Gedankenabreißen, Zerfahrenheit im Denken

  • Störungen der Psychomotorik – Katatone Symptome (Erregung, Stupor, Haltungsstereotypien)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Negativsymptome

Negativsymptome

Verschwinden oder Abschwächung vorhandener psychischer Fähigkeiten

  • Antriebsmangel, Apathie

  • Sprachverarmung

  • Verminderte oder inadäquate Affekte (Gefühle)

  • Verminderte soziale Leistungsfähigkeit

  • Psychomotorische Verlangsamung

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Ursachen

Ursachen

  • Schizophrene Psychosen sind seit Jahrhunderten bekannt

  • Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es keine wissenschaftlich fundierten Erkenntnisse zur Entstehung schizophrener Psychosen

  • Erklärungsmodelle aus unterschiedlichen Wissensgebieten entstanden

    • Religiös-mystische („Teufelsbesessenheit“)

    • Psychologische („schizophrenogene Mutter“)

    • Rein biologisch-genetische Erklärungsmodelle

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Ursachen ii

Ursachen II

  • Diese einseitigen Theorien sind überholt

  • Fehleinschätzungen halten sich, nicht zuletzt aufgrund der Haltung der Medien

  • Gegenwärtig ist keine endgültige Aussage über die Entstehungsbedingungen schizophrener Psychosen möglich

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Ursachen iii

Ursachen III

  • Aktuelle Forschungen gehen von einem multifaktoriellen Ursachengefüge aus:

    • Genetische Faktoren (erblich bedingt)

    • Somatische Faktoren (körperlich bedingte Veränderungen der Hirnfunktionen)

    • Psychosoziale Faktoren (die Familie und das gesellschaftliche Umfeld betreffend)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Verlauf

Verlauf

  • Die Vulnerabilität, die „Verletzbarkeit“ für eine psychotische Erkrankung, besteht lebenslang.

  • Im Verlauf wechseln

    • Akute Krankheitsphasen

    • symptomfreie Intervalle

    • Phasen mit dauerhafter Restsymptomatik (Residuum)

  • „Drittel“-Regel:

    • 1/3 hat eine psychotische Episode

    • 1/3 durchlebt mehrere Episoden mit gesunden Intervallen und sozialer/beruflicher Integration

    • 1/3 zeigt einen chronischen Verlauf

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Verlauf ii

Verlauf II

  • Schizophrene Psychosen sind chronische Erkrankungen.

  • Der individuelle Verlauf ist verschieden, dementsprechend sind große Unterschiede in der Lebensqualität zu finden.

  • Dieser Verlauf lässt sich durch therapeutische Interventionen beeinflussen.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Der gegenw rtige stand

Der gegenwärtige Stand

  • Deutliche Verbesserungen der therapeutischen Möglichkeiten seit der Einführung der Neuroleptika

    • Vor der Neuroleptika-Ära (vor 1950) waren ¾ der Patienten in stationärer Behandlung, durchschnittlich für drei Jahre

    • Seit Einführung der Neuroleptika sind ¼ der Patienten in stationärer Behandlung, durchschnittlich für drei Monate

    • Seit ca. 10 Jahren sind atypische Neuroleptika mit einem differenzierteren Nebenwirkungsprofil verfügbar.

  • Andererseits hohe Abbruchraten der medikamentösen Rezidivprophylaxe: ca. 50% - 80% im ersten Jahr.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Problemstellungen

Problemstellungen

  • Es bestehen Diskrepanzen in der Beurteilung des Therapieerfolgs durch Betroffene bzw. Psychiater

  • Professionell in der Psychiatrie Tätige definieren Behandlungserfolg in erster Linie über das Abklingen der Produktivsymptomatik (wie Wahn, Halluzinationen).

  • Betroffene orientieren sich an ihrer individuellen Lebensqualität; dabei sind produktive Symptome zweitrangig.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Neue konzepte

Neue Konzepte

  • Umorientierung vom autoritären Vorgehen zu einem partnerschaftlich orientierten Therapie-bündnis ohne Banalisierung der komplexen psychiatrischen Behandlungsstrategien

    • Einbeziehung der Betroffenen in die Therapieplanung

    • Berücksichtigung des subjektiven Erlebens der Erkrankung

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Neue konzepte1

Neue Konzepte

  • Umsetzung eines multifaktoriellen Konzepts:

    Keine einzelne (biologische oder psychosoziale) Ursache der Schizophrenie ist ausschlaggebend, vielmehr ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren, wodurch eine integrative Therapieplanung notwendig wird.

  • „Behandlungsziel ist der von Krankheitssymptomen weitgehend freie, zu selbstständiger Lebensführung fähige, therapeutische Massnahmen in Kenntnis von Nutzen und Risiken abwägende Patient.“ (DGPPN, 1998)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Therapie in abh ngigkeit zur behandlungsphase

Therapie in Abhängigkeit zur Behandlungsphase

Psychotherapie/Soziothe-rapie/Angehörigenarbeit

Pharmakotherapie

Langzeitbehandlung

Akutphase

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Psychopharmakologische aspekte

Psychopharmakologische Aspekte

  • Neuroleptika

    • direkte Beeinflussung psychotischer Symptome

    • In der akuten Phase als Kern der Therapie

    • In der Rezidivprophylaxe

    • Zur Behandlung von chronischen Krankheitssymptomen

  • Weitere Medikamente zur begleitenden Therapie

    • Tranquilizer

    • Antidepressiva

    • Phasenprophylaxe/Stimmungsstabilisatoren

    • Schlafmittel

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Wirkmechanismus der neuroleptika

Wirkmechanismus der Neuroleptika

  • Dopamin – ein

    Botenstoff im Gehirn

    (Neurotransmitter)

  • Dopaminüberschuss

    führt zu psychotischen

    Symptomen

  • Neuroleptika blockieren

    die Wirkstellen

    des Dopamins

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Neuroleptika nl

Neuroleptika (NL)

  • Klassische Neuroleptika

    • Hohe Wirksamkeit bei produktiver Symptomatik

    • Geringere Wirkung bei Negativsymptomatik

    • Depotmedikation möglich

    • Nebenwirkungen:

      • Motorisch (EPS): Zittern, Steifigkeit, Sitzunruhe

      • Vegetativ (anticholinerg): Kreislaufstörungen, Müdigkeit, Mundtrockenheit u. a.)

      • Sexuelle Funktionsstörungen

      • Spätfolgen: Spätdyskinesien – unwillkürliche stereotype Muskelbewegungen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Klassische nl

Klassische NL

  • (Haloperidol (Haldol®),

  • Fluphenazin (Lyogen®),

  • Flupentixol (Fluanxol®),

  • Cyclopentixol (Ciatyl®),

  • Benperidol (Glianimon®),

    u. a.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Atypische neuroleptika

Atypische Neuroleptika

  • Wirksamkeit bei Plus- und Minussymptomatik

  • Geringere Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen (d. h. der Denkfunktionen zu handlungspraktischen Fähigkeiten)

  • differenzierte Nebenwirkungsprofile der einzelnen Substanzen

  • Weniger motorische Störungen

  • z. T. deutliche Gewichtszunahme, Störungen im Zuckerstoffwechsel

  • Vegetative Störungen, z. B. Blutdruckabfall, Sedierung,

  • sexuelle Funktionsstörungen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Atypische neuroleptika1

Atypische Neuroleptika

  • seit 1967 Clozapin (Leponex®),

  • seit den 90er Jahren: Amisulprid (Solian®),

    Olanzapin (Zyprexa®), Quetiapin (Seroquel®),

    Risperidon (Risperdal®), Ziprasidon (Zeldox®),

    in Planung: Aripiprazol (Abilify®)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Neuroleptika

Klassische NL

Sehr gute Wirksamkeit bei Plussymptomatik

Depot-Gabe möglich

Beeinträchtigung kognitiver Funktionen

Motorische Störungen (EPS, Spätdyskinesien)

wenig Beeinflussung von Negativsymptomen

Atypische NL

Gut wirksam bei Plus- und Minussymptomatik

wenig(er) EPS

günstige Beeinflussung der Kognition

Wirkung bei Therapie-resistenz (Clozapin)

Gewichtszunahme

meist keine Depot-Gabe möglich

Neuroleptika

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Anwendung der neuroleptika

Anwendung der Neuroleptika

  • Es existieren gegenwärtig viele sehr wirksame Substanzen zur Therapie psychotischer Symptome, insbesondere der produktiven Symptome wie Wahn, Halluzinationen, Erregung, Angst.

  • Die Minussymptomatik ist bislang unzureichend zu behandeln, atypische NL sind eher geeignet als klassische NL

  • Die Anwendbarkeit der NL in der Langzeitbehandlung ist durch die Nebenwirkungen bestimmt, die entscheidend die Compliance, die Kooperation des Betroffenen bestimmen.

  • Eine individuelle Medikation in Zusammenarbeit mit dem Patienten ist notwendig, dabei haben atypische, aber auch klassische NL ihren Stellenwert.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Multimodale konzepte

Multimodale Konzepte

  • Die medikamentöse Behandlung ist entscheidend in der Akutbehandlung.

  • Nach Abklingen der Produktivsymptome, nach Wiedererlangung des Realitätsbezugs ist eine multimodale Therapiekonzeption sinnvoll und notwendig.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Krankheits und gesundheitsmodell

Krankheits- und Gesundheitsmodell

Diskrete zerebrale Schädigungen

Erbliche Faktoren

Psychosoziale Faktoren

Vulnerabilität

Stressoren,

Life events,

Drogen

Stressreaktion

Warnsignalen

Psychose

Versagen der Stressverarbeitung, der Fähigkeiten zur Alltags-, Krisen-, Lebensbewältigung

Information Wissen Training

Ansatzpunkt der psychotherapeutischen Verfahren:

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Multimodale konzepte1

Multimodale Konzepte

  • Psychoedukation

    • engl. education = Bildung, Wissensvermittlung

    • Dem rekonvaleszenten psychisch Kranken solle „…durch verständigen Zuspruch … eine klare Erkenntnis seiner Krankheit verschafft, durch Üben seiner Kräfte, durch das Beispiel anderer, … Mut und Selbstvertrauen in ihm gehoben werden. Ratschläge für die Zukunft zu … allem, was ihn vor Rückfällen bewahren kann, sind hier am Platze.“ (Griesinger, 1845)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Psychoedukation

Psychoedukation

  • Förderung des informierten selbstverantwort-lichen Umgangs mit der Erkrankung, mit dem Ziel der Verbesserung des Krankheitsverlaufs

    • Verbesserung des Informationsstands

    • Aufbau eines funktionalen Krankheitskonzeptes

    • Emotionale Entlastung

    • Förderung langfristiger Behandlungsbereitschaft

    • Ausbau von Krisenbewältigungsstrategien

    • Erhöhung der Selbstwirksamkeit

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Psychoedukation ii

Psychoedukation II

  • Inhalte

    • Symptomatik und Krankheitsbegriff

    • Ursachen und Krankheitskonzept

    • Epidemiologie und Verlauf

    • Therapie: Akut- und Langzeitbehandlung

    • Praktisches Handlungswissen (Auslösefaktoren, Frühwarnzeichen, eigene realistische Therapieziele, Notfallpläne usw.)

    • Zentrale emotionale Themen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Psychoedukation iii

Psychoedukation III

  • Emotionale Themen:

    • Scham

    • Angst vor Stigmatisierung

    • Schuldgefühle

    • Enttäuschung

    • Resignation, Hoffnungslosigkeit

    • Hader mit dem Schicksal

    • Neid

    • Verleugnung

    • Relativierung der vermeintlichen Einmaligkeit des persönlichen Schicksals

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Psychoedukation iv

Psychoedukation IV

  • Gruppenleiter

    • Qualifizierte psychiatrisch Tätige, wie Ärzte, Psychologen, mit Sozialarbeitern, Pflegepersonal

    • Betroffene Erkrankte bzw. Angehörige – peer-to-peer-groups, family-to-family-groups

  • Ablauf

    • Stationär

    • Teilstationär

    • Ambulant

  • Doppeldiagnosegruppen (Sucht und Psychose)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Vulnerabilit ts stress modell schiffsmodell nach j b uml

Vulnerabilitäts-Stress-Modell Schiffsmodell (nach J. Bäuml)

Persönlichkeit (genetische und körperliche Faktoren)

Vulnerabilität (Verletzlichkeit)

Beschaffenheit des Bootes (Konstruktion, Stabilität, Material …)

Äußere Umstände (familiäre und gesellschaftliche Lebensumstände)

Akuter Stress (Schicksalsschläge, politische Ereignisse u. a.)

Wetter (z. B. Sturm)

Wasser, Grund (z. B. Untiefen)

Chronischer Stress (berufliche und/oder familiäre Belastung

Fracht („Last“)

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Fr hwarnzeichen

Frühwarnzeichen

Realitätsverlust

Symptome

Warnsignale

Akute Krankheitssymptome

Zeit

  • Frühwarnzeichen sind unspezifische Symptome,

    die den Beginn einer psychotischen Episode anzeigen können:

    • Schlafstörungen

    • Reizbarkeit

    • Vernachlässigung der Körperhygiene

    • Vermehrtes Rauchen

    • Verminderte Belastbarkeit u. a.

  • Bei rechtzeitigem Erkennen und Reagieren ist die akute Krankheitsphase

    vermeidbar.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Integriertes psychologisches therapieprogramm ipt

Integriertes psychologisches Therapieprogramm - IPT

  • Inhalte

  • Kognitive Differenzierung

  • Soziale Wahrnehmung

  • Verbale Kommunikation

  • Soziale Fertigkeiten

  • Problemlösungsstrategien

Therapie

Kognitiver Störungen

Therapie

sozialer und Problemlösedefizite

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Neue therapieverfahren bei schizophrenen erkrankungen

IPT

  • Kognitive Differenzierung

    • Training der begrifflichen Erfassung, der Erfassung abstrakter Konzepte sowie der Unterscheidung wesentlicher und unwesentlicher Gesichtspunkte von Problemen

  • Soziale Wahrnehmung

    • Verbesserung der visuellen Wahrnehmung und Interpretation sozialer Situationen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Soziale wahrnehmung

Soziale Wahrnehmung

  • Beispiel einer Übungsaufgabe in der Gruppe:

    • Wahrnehmung

    • Interpretation

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Ipt ii

IPT II

  • Verbale Kommunikation

    • Abbau von Störungen in der sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten

  • Soziale Fertigkeiten

    • Förderung von Verhaltenskomponenten wie Körperhaltung, Blickkontakt, Mimik, Gestik, Lautstärke usw.

  • Interpersonelles Problemlösen

    • Verbesserung der Problemwahrnehmung

    • Entwicklung lösungsorientierter Haltungen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Training sozialer kompetenz

Training sozialer Kompetenz

  • Defizite in zwischenmenschlichen Kontakten in der Familie, im Beruf usw. bedingen Stress

  • Stress kann bei erhöhter Vulnerabilität Auslöser für psychotische Symptomatik sein

  • Training sozialer Fertigkeiten zur Rezidivprophylaxe im Sinne einer verbesserten Stressbewältigung im Alltag

    • Methodik: Rollenspiele, praktische Übungen zur Verbesserung der Beziehungsgestaltung

    • Detaillierte Auswertung, z. B. bzgl. Körperhaltung, Lautstärke, Blickkontakt usw.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Kognitives training

Kognitives Training

  • Durch die Psychose werden kognitive Funktionen beeinträchtigt:

    • Konzentration

    • Merkfähigkeit

    • Flexibilität der Denkprozesse, geistige Beweglichkeit

    • Fähigkeiten zur Entwicklung neuer Strategien, zur Umstellung auf neue Situationen

  • Kognitives Training beinhaltet die gezielte Förderung dieser Fähigkeiten

  • Neue Programme mit EDV-Unterstützung

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Soziotherapie

Soziotherapie

  • Behandlungsformen, die auf die sozialen Gegebenheiten Einfluss nehmen.

    • Wohnen

      • Betreutes Einzelwohnen, Therapeutische Wohngemeinschaften, Wohnheime

    • Arbeit

      • Arbeitstherapie, Umschulung, Praktika

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Soziotherapie1

Soziotherapie

  • Finanzen

    • Sozialhilfe, Wohngeld, Schuldnerberatung, SB-Ausweis

  • Spezielle Einrichtungen

    • Sozialpsychiatrischer Dienst, Tagesklinik, Rehabilitationseinrichtungen

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Angeh rigenarbeit

Angehörigenarbeit

  • Angehörige tragen ein Großteil der Pflege und der Verantwortung

  • Angehörige sind mit der Diagnosestellung oft alleingelassen mit:

    • Schuldgefühlen

    • Angst vor Stigmatisierung

    • Unsicherheiten im Umgang mit dem Erkrankten – Schwanken zwischen Überbehütung, Mitleid, Hilfe und Aggression, Wut, Unverständnis

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Angeh rigengruppen

Angehörigengruppen

  • Hilfestellung v. a. bei Ersterkrankung:

    • Diagnose, Prognose, Förderungsmöglichkeiten

    • Grenzen der familiären Betreuung bei akuter Erkrankung

  • Psychoedukation

  • „Hilfe zur Selbsthilfe“ (Angehörigenverbände)

  • Ansprechen konfliktbehafteter Umgangsformen in der Herkunftsfamilie: „High expressed emotions“,

    • sehr emotionsgeladene, mit starken ( meist negativen) Affekten besetzte Umgangsnormen erhöhen das Rückfallrisiko

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Gesundheitspolitische aspekte

Gesundheitspolitische Aspekte

  • Im deutschen Gesundheitswesen wird überproportional die Akutbehandlung gestützt.

  • Prävention und Rückfallprophylaxe werden kaum gefördert.

  • Schizophrene Psychosen als chronische Erkrankungen bedürfen einer Langzeitbehandlung. Der Rückfallvorsorge steht eine größere Bedeutung als bisher zu.

  • Bei politischen Entscheidungen (z. B. zur finanziellen Unterstützung von Projekten zur Rückfallprophylaxe) werden diese Tatsachen ungenügend umgesetzt.

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


Literatur

Literatur

  • J. Bäuml

    „Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis“

  • W. Kissling, G. Pitschel-Walz

    „mit Schizophrenie leben“

Dr. med. Ulrike Lemke, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock


  • Login