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Parteien und Parteiensysteme Vorlesung. Gliederung:. - Basis- und Überblicksliteratur - Leitthesen - Kapitel 1: Einordnung - Kapitel 2: Parteiensysteme - Kapitel 3: Innensichten der Parteien - Kapitel 4: Parteien im politischen System

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Parteien und Parteiensysteme Vorlesung

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Parteien und ParteiensystemeVorlesung

Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

Sommersemester 04 Prof. Dr. Dr. K.-R. Korte


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Gliederung:

- Basis- und Überblicksliteratur

- Leitthesen

- Kapitel 1: Einordnung

- Kapitel 2: Parteiensysteme

- Kapitel 3: Innensichten der Parteien

- Kapitel 4: Parteien im politischen System

- Kapitel 5: Parteien auf komplexen Wählermärkten

- Kapitel 6: Reformanstrengungen der Parteien  

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Basis- und Überblicksliteratur(weitere Literaturhinweise am Ende der jeweiligen Themenblöcke der Vorlesung)

Alemann, Ulrich von: Das Parteiensystem in der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 2000.

Beyme, Klaus von: Parteien im Wandel. Von den Volksparteien zu den professionalisierten Wählerparteien, Opladen 2000.

Dittberner, Jürgen: „Sind die Parteien noch zu retten?“ Die deutschen Parteien: Entwicklungen, Defizite, Reformmodelle, Berlin 2004.

Duverger, Maurice: Die politischen Parteien, Tübingen 1959.

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Basis- und Überblicksliteratur(weitere Literaturhinweise am Ende der jeweiligen Themenblöcke der Vorlesung)

Gabriel, Oscar W. u.a. (Hrsg.): Parteiendemokratie in Deutschland, 2. Aufl. Bonn 2001

Glaab, Manuela (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie, München 2003.

Katz, Richard S./Mair, Peter (Hrsg.): Party Organizations: A Data Handbook on Party Organizations in Western Democracies, 1960-1990, London 1992.

Kießling, Andreas: Politische Kultur und Parteien im vereinten Deutschland, München 1999.

Kirchheimer, Otto: Der Wandel der westeuropäischen Parteien, in: PVS, H.6, 1965, S. 20-41.

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Basis- und Überblicksliteratur(weitere Literaturhinweise am Ende der jeweiligen Themenblöcke der Vorlesung)

Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland, 4. Aufl. Bonn 2003.

Korte, Karl-Rudolf/Fröhlich, Manuel: Politik und Regieren in Deutschland, Paderborn u.a. 2004 (UTB-Buch erscheint im Juni).

Lipset, Seymour Martin/Stein, Rokkan: Cleavage Structures, Party Systems and voter Alignments: An Introduction, in: Dies. (Hrsg.), Party Systems and Voter Alignments, New York, No.1 1967, S. 1-64.

Mair, Peter u.a.(Hrsg.): Parteien auf komplexen Wählermärkten. Reaktionsstrategien politischer Parteien in Westeuropa, Wien 1999.

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Basis- und Überblicksliteratur(weitere Literaturhinweise am Ende der jeweiligen Themenblöcke der Vorlesung)

Michels, Robert: Zur Soziologie des Parteiwesens in der Demokratie, Stuttgart 1911.

Mintzel, Alf: Die Volkspartei. Typus und Wirklichkeit, Opladen 1984.

Niclauß, Karlheinz: Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, 2. Aufl. Paderborn 2002.

Nohlen, Dieter: Wahlrecht und Parteiensystem, 3. Aufl. Opladen 2000.

Panebianco, Angelo: Political Parties. Organization and Power, Cambridge 1988.

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Basis- und Überblicksliteratur(weitere Literaturhinweise am Ende der jeweiligen Themenblöcke der Vorlesung)

Poguntke, Thomas: Parteiorganisation im Wandel. Gesellschaftliche Verankerung und organisatorische Anpassung im europäischen Vergleich, Opladen 2000.

Sartori, Giovanni: Parties and Party Systems, Cambridge 1976.

Walter, Franz/Dürr, Tobias: Die Heimatlosigkeit der Macht. Wie die Politik in Deutschland ihren Boden verlor, Berlin 1999.

Wiesendahl, Elmar: Parteien in Perspektive, Opladen 1998.

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Leitthese

Kapitel 1: Einordnung

Parteien sind professionelle Machterwerbs-organisationen und Problemlösungsagenturen. Macht- und Sachfragen sind untrennbar miteinander verflochten. Volksparteien sind die fortschrittlichste Organisationsform politischer Willensbildung in einer Demokratie.

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Leitthese

Kapitel 2: Parteisysteme

Parteisysteme spiegeln in freiheitlichen Demokratien gesellschaftliche Grundkonflikte wider. Erfolgreich ist diejenige Partei, die die Kraft besitzt, einem gesellschaftlich bedeutenden Konflikt politisch Ausdruck zu verleihen.

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Leitthese

Kapitel 3: Innenansichten der Parteien

Parteien sind lose verkoppelte Anarchien. Ein filigranes Machtmobile erfordert von den Parteifunktionären tägliche Integrations-leistung und Mehrheitsbildung.

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Leitthese

Kapitel 4: Parteien im politischen System

Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Parteiendemokratie. Für die demokratische Willensbildung sind Parteien unverzichtbar, für den Wahlakt unersetzbar, für die Regierungspraxis essentiell.

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Leitthese

Kapitel 5: Parteien auf komplexen Wählermärkten I

Parteien orientieren sich professionell am Marktgeschehen. In der Mediendemokratie haben sich ihre Strukturen präsidentialisiert. Parteien sind durch die Marktorientierung extrem gegenwartsfixiert. Ihre Zukunftsfähigkeit leidet darunter.  

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Leitthese

Kapitel 5: Parteien auf komplexen Wählermärkten II

Die Einstellung der Bevölkerung gegenüber den Parteien hat sich zeitgleich dramatisch verschlechtert. Der Repräsentationselite begegnen viele häufig mit offener Verachtung. Ein Missverhältnis zwischen allgemeinem Machtanspruch und der sozialen Basis breitet sich aus. Damit Demokratie nicht erstarrt, fordern viele das Monopol der Parteien aufzubrechen.

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Leitthese

Kapitel 6: Reformanstrengungen

Die Parteien werden basislos und pflegebedürftig. Bei anhaltendem Trend sind sie langfristig nicht mehr kampagnenfähig. Die Reformüberlegungen tendieren in drei Richtungen: plebiszitär (Alle Macht dem Volke!), basisdemokratisch (Alle Macht den Mitgliedern!), elitär (Alle Macht den Funktionären!).

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Kapitel 1 -Einordnung

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Gliederung

a) Parteienforschung

b) Definition, Begriff: Partei und Parteiensysteme

c) Klassifizierung

d) Entstehung/Genese

e) Einbindung in Verfassungs- und Rechtssystem

f) Funktionen

g) Entwicklungstypologie (Volkspartei)

h) Parteienstaat - Parteiendemokratie

  i) Spezial-Literatur Kapitel 1

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a) Parteienforschung

Zentrales Forschungsfeld der Polikwissenschaft

Empirische Parteienforschung:

- Partei als Organisation (Institutionalismus; Parteitypus; Programmatik);

- Partei in der Regierungsverantwortung (Regierungsforschung/Steuern/Führen);

- Partei im Elektorat (Wahlforschung/Beziehung zur Gesellschaft)

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b) Definition: Partei und

Parteiensysteme

Partei: Dauerhafte Vereinigung von Bürgern, die bestrebt sind, auf dem Weg über Wahlen Einfluss zu nehmen.

Hingegen: Parteien s y s t e m forschung

Richtet Aufmerksamkeit auf die Gesamtheit der Parteien in einem System (Struktur, Entwicklung,Beziehungen)

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BegriffParteisystem:Gesamtheit der in einem politischen System agierendenParteien und Struktur ihrer wechselseitigen Beziehungen

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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KlassifikationsmerkmalParteitypen

Struktur der Mitglieder und WählerInteressenpartei, Klassenpartei

Volkspartei

Soziale Herkunft der WählerArbeiterpartei, Bauernpartei

Mittelstandspartei

OrganisationsstrukturHonoratiorenpartei, Kaderpartei,

Massenpartei, Kartellpartei

Gesellschaftliche ZieleWählermaximierung., Ämtermaximierung-,

Policy orientierte Partei

Politisch-ideologischerechtsextreme, konservative,

christliche, liberale, grüne, sozialistische,

sozialdemokratische, kommunistische Parteien

EinzugsbereichVolks- und Interessenpartei

Stellung zum politischen SystemSystemkonforme (z.B. SPD, CDU) und

Systemfeindliche Parteien (z.B. NPD, KPD)

Grad der InstitutionalisierungEtablierte und nichtetablierte Parteien

HerrschaftsanspruchDemokratische, autoritäre und totalitäre

bzw. Staats- und Einheitsparteien

c) Klassifizierung Parteientypen

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d) Entstehung/Genese

Das moderne Parteiwesen hat sich parallel zur Demokratisierung und zur Parlamentarisierung (Ausbildung des Wahlrechts) entwickelt.

19. Jahrhundert: Clubs, Komitees, Faktionen, Honoratiorenparteien

Erweiterung des Wahlrechts/Partizipation: erste Massenparteien mit Unterstützung intermediärer Organisationen (z.B. SPD, Zentrum im Kaiserreich).

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Entstehung/Genese

Typus des Berufspolitikers

Modernisierungsprozesse: Pluralisierung von Lebensstilen; Säkularisierung; Dienstleistungsgesellschaften

Volkspartei

Von der Ideologie zum Markt seit den 50er Jahren: von der Weltanschauungspartei zur wählerorientierten Konkurrenzpartei.

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e) Einbindung in Verfassungs- und Rechtssystem

  • Die Parteien haben eine herausgehobene Stellung im Art. 21 GG

  • Für die demokratische Willensbildung sind die Parteien unverzichtbar, für den Wahlakt unersetzbar, für die Regierungspraxis essentiell.

  • Parteienprivileg!

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Artikel 21 [Parteien]

(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft ablegen.

(2) Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig. Über die Frage der Verfassungswidrigkeit entscheidet das Bundesverfassungsgericht.

(3) Das Nähere regeln Bundesgesetze.

Einbindung in Verfassungs- und Rechtssystem

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Einbindung in Verfassungs- und Rechtssystem

In Art. 2 Abs. 1 des Parteiengesetzes heißt es:"Parteien sind Vereinigungen von Bürgern, die dauernd oder für längere Zeit für den Bereich des Bundesoder eines Landes auf die politische Willensbildung Einfluß nehmen und an der Vertretung des Volkes im Deutschen Bundestag oder einem Landtag mitwirken wollen, wenn sie nach dem Gesamtbild der tatsächlichen Verhältnisse, insbesondere nach Umfang und Festigkeit ihrer Organisation, nach der Zahl ihrer Mitglieder und nach ihrem Hervortreten in der Öffentlichkeit, eine ausreichende Gewähr für die Ernsthaftigkeit dieser Zielsetzung bieten. Mitglieder einer Partei können nur natürliche Personen sein."

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F funktionen l.jpg

FunktionErläuterung

PersonalstrukturAuswahl der Personen zur Besetzung

politischer Ämter (Übernahme politischer

Verantwortung)

InteressenselektionAuswahl vonVermittlungsagenturenInteressen zwischen

Interessen-gesellschaftlichem und

vertretungInteressen-Zusammenfassungpolitischem System

aggregationbzw. Bündelung von

Interessen

Interessen-Äußerung von

artikulationInteressen und

Einspeisung in das

politische System

ProgrammfunktionIntegration verschiedener Interessen zu einem

Gesamtprogramm

PartizipationBereitstellung konventioneller Verbindungen

zwischen Bürgern und politischem System;

Kommunikation und Verbesserung der

Informationsflüsse zwischen Bürger und Staat

Legitimation und IntegrationVerankerung der politischen Ordnung im

Bewusstsein der Bürger und der gesellschaftlichen Kräfte

f) Funktionen

Quelle: Schreyer/Schwarzmeier: Grundkurs Politikwissenschaft, Wiesbaden 2000, S. 125.

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Funktion von Parteien im Einzelnen

Fast man die politikwissenschaftliche Literatur zum Funktionskatalog von politischen Parteien zusammen, ergeben sich folgende Aufgaben:

  • Personalrekrutierung: Parteien wählen Personen aus und präsentieren sie bei Wahlen zur Besetzung politischer Ämter.

  • Interessenartikulation: Parteien formulieren öffentliche Erwartungen und Forderungen gesellschaftlicher Gruppen und Kräfte an das politische System.

  • Programmfunktion: Parteien integrieren unterschiedliche Interessen in eine Gesamtvorstellung von Politik, in ein politisches Programm, für das sie um Zustimmung und um Mehrheit werben.

  • Partizipationsfunktion: Parteien stellen eine Verbindung her zwischen Bürgern und politischem System; sie ermöglichen politische Beteiligung von einzelnen und Gruppen mit Aussicht auf Erfolg.

  • Legitimationsfunktion: Indem Parteien die Verbindung herstellen zwischen Bürgern, gesellschaftlichen Gruppen und dem politischen System, tragen sie zur Verankerung der politischen Ordnung im Bewußtsein der Bürger und bei den gesellschaftlichen Kräften bei." (Sutor 1994, S. 146)

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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Funktionen:

Harmel/Janda 1994

-Vote-seeking: Streben nach Wählerstimmen

-Office-seeking: Streben nach politischen Ämtern

-Policy-seeking: Streben nach Umsetzung der Programmatik in Problemlösungen

-Democracy-seeking: Streben nach hoher Mitgliederbeteiligung, Optimierung der innerparteilichen Demokratie

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Funktionale

Kriterien

Volkspartei-

konzept

Strukturelle

Merkmale

„entideologiertes“

Programm

Weitere Begriffe:

Demokratische

Struktur des

Parteiensystems

• Interner Ausgleich

Verschiedener

Interessenlagen

• Soziale Heterogenität

der Wählerschaft

• Stimmungsmaximierungs-

prinzip

• „catch-all-party“

Oder

„Allerweltsparteien“

(Kirchheimer)

• „multi-policy-party“

(Downs)

• starker Parteiapparat und

starke Parteiführung

• differenzierte

Organisation

• untergeordnete

Rolle des einzelnen

Mitglieds

g) Entwicklungstypologie

Merkmale des Volksparteienkonzeptes

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h) Parteienstaat - Parteiendemokratie

Parteienstaat (Gerhard Leibholz 1967):

Eine rationalisierte Erscheinungsform der plebiszitären Demokratie im modernen Flächenstaat; Parlament mit gebundenen Parteibeauftragten!

Parteiendemokratie: Parteien spielen eine bedeutende Rolle für die pol. Willensbildung und Entscheidungsfindung (Repräsentation).

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Parteienstaat - Parteiendemokratie

Repräsentation: Das Sichtvergegenwärtigen von Nichtgegenwärtigem (Pitkin )

Gleichzeitig: ein Prinzip/Technik zur Ausübung von Macht, wobei die Ausübung der politischen Macht auf die Zustimmung der Regierten zu gründen ist.

Bedingung: Mandatsträger müssen im voraus Auftrag und Vollmacht erhalten.

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i) Spezial-Literatur zu Kapitel 1

Alle einführenden Werke!

Speziell:

Robert Harmel/Kenneth Janda: An integrated theory of party goals and party change, in: Journal of Theoretical politics 1994, No. 6,

S. 259-287.

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Kapitel 2 -Parteiensysteme

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Gliederung

a) Begriff und Typologien (institutionelle und soziokulturelle Veränderungen)

b) Wandel/Phasen des deutschen Parteiensystems

c) Spezial-Literatur zu Kapitel 2

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a) Begriff und Typologien (institutionelle und soziokulturelle Veränderungen)

Wie entstehen Parteisysteme?

Wie lassen sich Parteisysteme erklären?

- Institutionelle Erklärungsmuster (quantitativ)

- Soziokulturelle Erklärungsmuster (qualitativ/cleavage)

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ParteisystemDefinition

Gesamtheit der in einem politischen System agierendenParteien und Struktur ihrer wechselseitigen Beziehungen.

Beim institutionellen Erklärungsansatz sind untersuchbar:

a. Zahl der Parteien b.Größenverhältnisse c. ideologische Entfernungsbeziehung d. Interaktionsmuster e. Beziehung zur Gesellschaft f. Stellung zum politischen System

Wie kommt es zur Vielfalt von Parteiensystemen? Wie ist erklärbar, daß es überall sogenannte linke bzw. rechte Parteien gibt?

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Institutionelle Erklärungen

Die ältere Parteienforschung (institutionalistisch) erklärte relativ mechanisch die Formierung von Parteiensystemen mit der Wirkung von Wahlsystemen. Dies ist jedoch als monokausale Aussage äußert fragwürdig. Denn auch ein relatives Mehrheitswahlrecht verhindert beispielsweise nicht immer die Fragmentierung des Parteiensystems, wie Kanada zeigt. Ebenso können auch Verhältniswahlsysteme durchaus zu überschaubaren Parteiensystemen (2 Lager) wie in Deutschland führen.

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Typologien von Parteisystemen

Zwei Typologien sollen vorgestellt werden:

  • Giovanni Sartori: „Parties and Party Systems“, Cambridge 1976

  • Klaus von Beyme: „Parteien in westlichen Demokratien“, München 1984

    Anders als bei Duverger ("Le partis politique" Paris 1951) oder Hermens, die institutionelle, numerische Variablen in den Mittelpunkt rückten, fragte Sartori nach den Prozessen der Regierungsbildung.

    Parteisysteme formieren sich danach durch spezifische Prozesse der Regierungsbildung. In drei Richtungen wirkt sich das aus: 1. Fragmentierung Je mehr Parteien in seinem System, desto fragmentierter ist das politische System. 2. Polarisierung Wie weit unterscheiden sich die Parteien von einer gedachten Mitte? 3. Innere Dynamik Wie weit bewegen sich die Parteien auf die Mitte zu bzw. von der Mitte weg?

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/

lerneinheit1/le365st4362.htm

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Typologien von Parteisystemen

Klaus von Beyme differenziert in Anlehnung an Sartori folgendermaßen seine Parteiensystem-Typologie: 1. Zweiparteiensysteme mit alternierender Regierung (USA) 2. Gemäßigter Pluralismus - mit alternierenden Flügelparteien möglichst ohne Koalition (Großbritannien) - alternierende Flügelparteien mit dauerhaftem Koalitionspartner (Bundesrepublik Deutschland) - gemäßigter Pluralismus mit Koalitionen der Mitte oder großen Koalitionen (Österreich bis Ende 1999, Schweiz) 3. Polarisierter Pluralismus - mit Fundamentalopposition, die die Mitte zerreibt (Weimarer Republik) - Abschwächende zentrifugale Wirkungen der Fundamentalopposition (Israel, Italien) 4. System einer hegemonialen Partei im polarisierten Pluralismus (Japan)

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/

lerneinheit1/le365st4362.htm

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Parteiensystem/    Polarisierungs-  DynamikFragmentierung grad

Zweiparteiensystem     null     zentripetal

Mehrparteiensystem     gering  zentripetal

Vielparteiensystem     stark    zentrifugal

Nohlen, Dieter: Wahlrecht und Parteiensystem. 3. Aufl., 2000, S. 66

Parteiensystem/Fragmentierung

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Deutschland:

Ein gemäßigt bipolares Parteiensystem

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Parteien in den USA

Die Parteien in den USA sind in vielerlei Hinsicht absolut unterschiedlich im Vergleich zu den europäischen Parteien.

Drei Bedeutungen:

  • Wählerkoalition (party in the electorate)

  • Party in congress

  • Party as organization

    Besonderheiten:

  • Zweiparteiensystem: Republikaner - Demokraten; (Herrschaftsbestellungsfunktion und relatives Mehrheitswahlrecht);

  • Patronageparteien (von Beginn an praktisches Verhaltensmuster zur Besetzung aller Staatsämter), locker organisierte Interessenverbände, Wahlkartelle;

  • Für konfessionelle Weltanschauungsparteien nach europäischem Muster war ebensowenig wie für ideologisch-doktrinäre Gruppierungen Raum in einem Gemeinwesen, das zwischen Kirche und Staat strikt trennte und dem der politische und wirtschaftliche Liberalismus als selbstverständlich-naturgewolltes Prinzip des öffentlichen Lebens galt.

  • Ebensowenig konnten sich Klassenparteien auf Dauer in einem gesellschaftlichen Umfeld behaupten, das ständische Strukturen überwunden hatte, die Chance der Startgleichheit für jedermann postulierte und durch die offene Grenze im Westen Ausweichmöglichkeiten für den bot, der mit seinen Lebensbedingungen unzufrieden war.

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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Parteien in den USA

Besondere Funktionen:

Plattform für Wahlkämpfe

Bindeglied zwischen den Regierungsteilen (Kongreß ist nach Parteikriterien organisiert)

Stärken und Schwächen:

auf Bundesebene zersplittert; Regierungssystem ist auf Machtteilung aus; Parteien zentralisieren jedoch die Macht;

Vorwahl-System hat Handlungsspielraum extrem eingeschränkt.

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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Parteien in Großbritannien

Grundsätze der Staatsordnung

Das Westminster-Modell

Das Westminster-Modell (Beispiel für autoritatives parlamentarisches Regierungssystem)

Typus: repräsentative Demokratie

Kombination aus - parlamentarischem Regierungssystem - und relativem Mehrheitswahlsystem

Nach Lijphart lassen idealtypisch folgende Kriterien für das Westminister Modell aufstellen:

- ungeschriebene Verfassung; - Parlamentssouveränität; - Ein-Parteienregierung (im Wechsel!) auf Grundlage knapper Mehrheiten; - Zweiparteiensystem; - Machtfusion von Exekutive und Parlamentsmehrheit; - Abwählbarkeit der Regierung durch das Parlament; - asymmetrisches Zweikammer-System; - eindimensionales Parteiensystem mit dominanter Konfliktlinie; - relative Mehrheit in Einerwahlkreisen; - zentralistische Staatsorganisation; - strikt repräsentativdemokratische Verfassung

Abweichungen von diesem Modell lassen in vielfacher Hinsicht heute in Großbritannien nachweisen. Besonders durch das Devolution Projekt und den Regierungsstil von Blair ist die ursprüngliche Ausprägung des Modells relativiert worden.

Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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Soziokulturelle Erklärungsmuster

Parteien sind Ausdruck sozialstruktureller Konfliktlagen (cleavages). Aus der unterschiedlichen Mischung dieser Konfliktlagen lassen sich Parteisysteme erklären.

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Erklärungsansätze zurEntwicklung vonParteisystemen

Trotz aller wahlrechtlichen und institutionellen Unterschiede in den verschiedenen Ländern finden sich in nahezu allen Parteiensystemen christdemokratische, sozialistische oder sozialdemokratische, liberale und neuerdings auch grüne Parteien mit jeweils eigener Wählerschaft. Seymour M. Lipset und Stein Rokkan entwickelten in ihrer über ein Dutzend Länder berücksichtigenden Untersuchung in den sechziger Jahren ein zweistufiges Modell, mit dessen Hilfe sich die Ausprägungen und auch Veränderungen von Parteiensystemen in ihren Grundzügen erklären lassen.

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Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm


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Erklärungsansätze zurEntwicklung vonParteisystemen

Demnach hängt die Herausbildung der westeuropäischen Parteiensysteme eng mit dem Demokratisierungsprozeß im 19. und 20. Jahrhundert zusammen. Die verschiedenen Länder durchliefen hierbei eine vergleichbare Entwicklung. Idealtypisch betrachtet waren jeweils vier grundlegende Probleme zu bewältigen: erstens das Verhältnis von Zentrum und Peripherie im Zuge der nationalen Staatengründung sowie zweitens der Konflikt zwischen Kirche und weltlicher Macht um die politische und kulturelle Vorherrschaft im neuen Staat, drittens die im Zuge der beginnenden Industrialisierung auseinanderstrebenden Interessen von ländlich-agrarischen und städtisch-handwerklichen Gebieten sowie schließlich viertens die Auseinandersetzungen zwischen Kapital und Arbeit.

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Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm


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Cleavage

Wie und warum entstehen Parteien?

  • Lipset/Rokkan: Für die Entstehung und Veränderung der europäischen Parteiensysteme waren soziale Spannungslinien von großer Bedeutung.

  • Vier grundlegende Konfliktlinien „Cleavages“ verantwortlich:

    • Zentrum/Peripherie

    • Staat/Kirche

    • Stadt/Land

    • Kapital/Arbeit

  • „eingefrorene Konfliktlinien“ ?!

  • Immer verteilungspolitische (Arbeit) Konflikte und wertbezogene (Kultur)

  • Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Konfliktlinien

    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    Erklärungsansätze zur

    Entwicklung vonParteisystemen

    In all diesen Fällen koalierten politische Eliten mit den betroffenen und politisierten Bevölkerungsgruppen, um die entsprechenden Interessen mit Nachdruck vertreten zu können. Diese zunächst loseren Verbindungen entwickelten sich zu stabilen Parteiorganisationen und verankerten so die genannten Konfliktlinien ("cleavages") dauerhaft in den nationalen westeuropäischen Parteiensystemen. Liberale, christdemokratische und auch sozialistische Parteien gehen in ihren Wurzeln auf diese tiefgreifenden Auseinandersetzungen zurück.

    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    Erklärungsansätze zur

    Entwicklung vonParteisystemen

    Außerdem systematisierten Lipset und Rokkan die Voraussetzungen, unter denen sich neue Gruppen - wie etwa die in den achtziger Jahren aufkommenden ökologischen Parteien - in bestehenden Parteiensystem behaupten können. Ihr Erfolg ist grundsätzlich von vier Faktoren abhängig.

    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    Erklärungsansätze zurEntwicklung vonParteisystemen

    Vier Schwellen:

    • Legitimationsschwelle

    • Integrationsschwelle

    • Repräsentationsschwelle

    • Mehrheitsschwelle

      So stellt sich erstens die Frage nach der Legitimität des neuen Protestes und zweitens die nach den politischen Rechten und Möglichkeiten ihrer Träger. Beide Hürden stellen heute zumindest in den westlichen Demokratien für neue Parteien keine besonderen Hindernisse mehr dar. Drittens bleibt zu untersuchen, ob vorhandene Parteien den neuen Protest möglicherweise ihrerseits aufgreifen können und viertens gilt es, das Beharrungsvermögen der etablierten Strukturen in Rechnung zu stellen. Lipset und Rokkan haben mit diesem Ansatz ein Modell entwickelt, das dem Handeln politischer Eliten - ihren Fähigkeiten, politische Projekte zu formulieren und sich dafür dauerhafte Unterstützung von Seiten der Wählerschaft zu sichern - sowie auch der Bereitschaft der Bevölkerung zur aktiven politischen Teilnahme und Auseinandersetzung für die Ausprägung und Veränderung von Parteiensystemen einen hohen Stellenwert beimißt.

    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    Erklärungsansätze zurEntwicklung vonParteisystemen

    Dominant sind noch immer der Klassenkonflikt sowie der konfessionelle Konflikt, wie Beispiele aus den EU-Staaten deutlich zeigen. Fraglich bleibt, ob auch ein sogenanntes Postmaterialismus Cleavages seit den 80er Jahren hinzugekommen ist. Mit dem Postmaterialismus-Cleavages wird die Veränderung der Parteienlandschaft seit den 70er Jahren durch kulturelle Erklärungsmuster versucht zu interpretieren. Ronald Inglehart arbeitete die Bedeutung von kulturellen Konflikten, den Wertekonflikten, heraus. Konflikte sind demnach nicht sozialstrukturelle oder Interessenkonflikte, sondern kulturelle Konflikte zwischen Postmaterialisten (Erfüllung sozialer Bedürfnisse; Zugehörigkeit, Achtung, Selbstverwirklichung) und Materialisten (Pflicht- und Akzeptanzwerte, Sicherheitsbedürfnis).

    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    Neue Cleavages durch Wertewandel?

    Ronald Inglehart: The Silent Revolution 1977

    Neues cleavage: Postmaterialismus gegen Materialismus

    Postmaterialismus: Erfüllung sozialer, nicht materieller Bedürfnisse

    Neues Cleavage?? Eher auch ein Ergebnis von ökonomischen Verteilungskämpfen (neue Berufsgruppen, Dienstleistungsgesellschaft etc.)

    ??

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    b) Wandel/Phasen des deutschen Parteiensystems

    -Kontinuität und Neubeginn 1945-51: 12 Parteien im Bundestag!

    -Konzentration 1952-61: Aufsaugen kleinerer Parteien durch die Union, Anwachsen der SPD

    -Stabiles Zweieinhalb-Parteiensystem 1961-83: CDU/CSU, FDP, SPD; nur noch zwei Konfliktdimensionen abgebildet; Volksparteien:Mitte-Orientiertheit; Koalitionswechsel FDP

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    b) Wandel/Phasen des deutschen Parteiensystems

    Zwei-Parteigruppen-System (seit 1983) und Regionalsystem Ost (ab 1990): Einzug der Grünen; Schwächung der etablierten Volksparteien; neue Konfliktlinien?; neue Koalitionsoptionen; Transformation des Parteiensystems West auf Ost mit einer Ausnahme: PDS

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    Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems I

    • Gemäßigt bipolares Parteiensystem

    • große Pole von Volksparteien CDU/CSU und SPD : Drift zur Mitte

    • Seit 1983 Einzug der Grünen in Bundestag:

      • Zwei-Parteigruppen-System (Zwei Blöcke-System)

      • Union/FDP vs. SPD/Grüne

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    Entwicklung des bundesdeutschen Parteiensystems II

    • Seit 1990:

      • Zwei-Parteigruppen-System erhalten geblieben

      • zusätzlich: regionales Dreiparteiensystem in neuen Bundesländern (PDS)

  • aber: Parteienwettbewerb ist in neuen Bundesländern anders strukturiert (Wählerbindung, cleavages)

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    Die 50er Jahre

    Dominanz einer Partei: CDU/CSU

    Die 90er Jahre bis heute:

    Asymmetrisches (Fünf-)Parteiensystem: Keine

    Mehrheit garantiert

    Die Wahlentscheidung garantiert nicht die gewünschte

    Regierungsbildung

    Kleinere Parteien verschwinden oder fusionieren mit den Großen

    SPD

    Die SPD ist multi-koalitionsfähig

    Die SPD bleibt im 30% - Turm

    CDU/

    CSU

    CDU/

    CSU

    PDS

    SPD

    FDP und CDU/CSU haben zwei Optionen

    FDP

    B90/

    Grüne

    FDP

    Die Liberalen überleben als

    Kleiner Koalitionspartner

    PDS und Grüne haben nur eine Option

    Merkmal: „Konzeptionelle Stetigkeit & politische Stabilität“

    Die 60er/70er/80er Jahre

    Symmetrisches Drei-Parteiensystem:

    Ungefähres Gleichgewicht der großen Parteien –

    Folge: politischer „Zentrismus“

    SPD

    CDU/

    CSU

    FDP

    Die FDP ist zu beiden Seiten koalitionsfähig und

    Entscheidet über die Regierungszusammensetzung

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    Entwicklung des Bundesdeutschen

    Parteiensystems

    Konsequenzen der Asymmetrie:

    Regierungsfähige parlamentarische Mehrheiten werden schwieriger zu beschaffen sein.

    Mehrheitsbildung ist vom Wähler schlechter zu steuern. (Koalitionsaussage/Regierungswahlen?)

    Quelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/lerneinheit1/le365st4362.htm

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    c) Spezialliteratur zu Kapitel 2

    Eith, Ulrich/Gerd Mielke (Hrsg.): Gesellschaftliche Konflikte und Parteiensysteme, Wiesbaden 2001.

    Kielmansegg, Peter Graf: Mehrheiten sind nie mehr garantiert, in: FAZ v. 23.8.2002.

    Nohlen, Dieter: Wahlrecht und Parteiensystem,3. Aufl. Opladen 2000.

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    Kapitel 3 innenansichten der parteien l.jpg

    Kapitel 3 -Innenansichten der Parteien

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    Gliederung:

    • Organisation

    • Mitglieder

    • Innerparteiliche Demokratie/Partizipation

    • Machtgefüge

    • Finanzierung

    • Spezial-Literatur zu Kapitel 3

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    a. Organisation

    Parteien als Organisationen

    „Ihre innere Ordnung muss demokratischen Grundsätzen entsprechen.“ (GG Art.21)

    Parteiengesetz §§ 6 bis 16:

    Vertikaler Aufbau

    Funktionaler Aufbau

    Regionaler Aufbau

    Grundrechte der Mitglieder

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    a. Organisation

    Externe Bedingungen:

    Transparenz

    Kandidatenaufstellung

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    Vierstufiger aufbau der parteien l.jpg

    Vierstufiger Aufbau der Parteien:

    • Ortsebene

    • Kreisebene

    • Landesebene

    • Bundesebene

    Pötzsch, Horst: Die Deutsche Demokratie, Bonn 2003. S. 38

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    SPD: Organisationsstruktur

    350 Unterbezirke

    und Kreisverbände

    Unterbezirks-

    parteitag

    20 Bezirks und Landesverbände

    Bezirks-/

    Landesparteitag

    Rund 12.500

    Ortsvereine

    Mitglieder-

    versammlung

    Präsidium

    PV wählt das Präsidium aus seiner Mitte

    Kontroll-

    kommission

    Bundesschieds-

    kommission

    Parteivorstand

    Parteirat muss vor wichtigen Beschlüssen des Parteivorstandes

    gehört werden

    kontrolliert

    wählt

    wählt

    wählt

    Bundesparteitag

    Parteirat

    entsenden

    VertreterInnen

    entsenden

    480 Delegierte

    entsendet

    Delegierte

    entsendet

    Delegierte

    Rund 630.000 SPD - Mitglieder

    (Eigene Darstellung: Quelle: http://www.spd.de/servlet/PB/

    menu/1009931/index.html)

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    B ndnis 90 die gr nen parteiaufbau l.jpg

    Bündnis 90/Die Grünen: Parteiaufbau

    Bundesvor-stand

    Bundesschieds-

    gerichts

    Bundesrechnungs-prüferInnen

    Länderrat

    Entsendet

    Delegierte

    Delegierte aus den Landtagsfraktionen, Bundestagsfraktion, Europaparlament und Bundesarbeitsge-meinschaften

    berät

    wählt

    wählt

    wählt

    wählt

    Parteirat

    Bundesversammlung

    (Bundesdelegiertenkonferenz)

    Bundesfrauenrat

    Bundesfinanzrat

    Bundesarbeitsge-

    meinschaften

    Landesarbeits-

    gemeinschaften

    wählt

    Entsendet

    Delegierte

    750 Delegierte/ gewählt

    durch die Kreisverbände

    Landesverbände / Mitgliederversammlungen

    Kreis- und Ortsverbände / Mitgliederversammlung

    Mitglieder

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    Quelle:http://www.gruene-partei.de/rsvgn/rs_rubrik/0,,767,00.htm


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    CDU: Organisationsstruktur

    Bundesvorstand

    Präsidium

    Bundesgeschäftsstelle

    Parteigericht

    Bund/Land/Kreis

    Bundesausschuß

    Bundesparteitag

    Landesparteitage 17 LandesverbändeLandesvorstände

    Kreisparteitage 732 KreisverbändeKreisvorstände

    ca. 11.800 Stadt-/Gemeindeverbände, Stadtbezirks- u. Ortsverbände

    Rund 580.000 CDU Mitglieder*

    (Eigene Darstellung; *Zahl aus dem Jahr 2003/Quelle: http://www.cdu.de/)

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    Parteien als Organisationen in der Parteiensoziologie

    Festgefügte dauerhafte Organisationsform;

    Aufbau eines organisatorischen Apparates: Ziel oder Zweck?

    • Robert Michels „Soziologie des Parteiwesens“ 1911

      „ehernes Gesetz der Oligarchie“ (kleine Gruppe übt Herrschaft aus)

      Trennung von Parteiführung und Parteimitgliedern

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    Parteien als Organisationen in der Parteien-soziologie

    • Moisei Ostrogorski „Democracy and the Organiszation of Political Parties“ 1902;

      Parteiorganisationen denken nur an den eigenen Nutzen: Gemeinwohl wird zu wenig beachtet.

      Auswege: Neue soziale Bewegungen, Bürgerinitiativen, Ausserparlamentarische Opposition, plebiszitäre Ergänzungen, primaries ??

      Ergänzungen zu diesen Fragen werden beim Unterkapitel „Machtgefüge“ erneut aufgegriffen!

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    Der parteiapparat l.jpg

    Der Parteiapparat:

    Größe des Apparates besagt nichts über den machtpolitischen Einfluss!

    SPD unter Müntefering mit neuem Bundesgeschäftsführer

    Rollenverteilung: Vorsitzender, Bundesgeschäftsführer, Generalsekretär

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    Cdu partei apparat l.jpg

    CDU Parteiapparat

    Niclauß, Karlheinz: Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland.,

    2. Aufl., Paderborn u.a., S. 167.

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    SPD Parteiapparat

    Parteivorsitzende/r

    Stellv.Vorsitzende/r

    Stellv.Vorsitzende/r

    Stellv.Vorsitzende/r

    Stellv.Vorsitzende/r

    Stellv.Vorsitzende/r

    SchatzmeisterIn

    GeneralsekretärIn

    Revision I

    Revision II

    Bundesgeschäfts-

    führerIn

    Planungsstab

    Abteilung I

    Parteileben/

    Parteiorganisation

    Abteilung II

    Zielgruppen

    Abteilung III

    Internationale

    Politik

    Abteilung IV

    Kommunikation

    Abteilung V

    Presse/

    Interne Medien

    Abteilung VI

    Finanzen/

    Vermögens-

    Verwaltung

    Eigene Darstellung

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    B mitglieder l.jpg

    b. Mitglieder

    Rund 4 Prozent der Wahlberechtigten sind Mitglied in einer Partei in Deutschland.

    Nicht repräsentativ:

    Altersaufbau

    Verteilung Frauen und Männer

    Berufsgruppen

    Bildungsgrad

    “Aderlass”

    Nachwuchskrise und Überalterung

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    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Pötzsch, Horst: Die Deutsche Demokratie, Bonn 2003. S. 39

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18.

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    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18

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    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18

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    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18

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    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18

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    Niedermayer, Oskar: Parteimitgliedschaften im Jahre 2002. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl), Heft 2/2003, S. 283.

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    Niedermayer, Oskar: Parteimitgliedschaften im Jahre 2002. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl), Heft 2/2003, S. 286.

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    Niedermayer, Oskar: Parteimitgliedschaften im Jahre 2002. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl), Heft 2/2003, S. 287.

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    Niedermayer, Oskar: Parteimitgliedschaften im Jahre 2002. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl), Heft 2/2003, S. 288.

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    Niedermayer, Oskar: Parteimitgliedschaften im Jahre 2002. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen (ZParl), Heft 2/2003, S. 288.

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    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Der Teufelskreis des Parteimitgliederschwunds

    ausbleibender

    Mitglieder-

    nachwuchs

    unattraktiver

    Parteibeitritt

    schrumpfender

    Jungmitglieder-

    anteil

    überalternde

    Parteimitglied-schaft

    Wiesendahl, Elmar: Parteiendemokratie in der Krise? Das Ende der Mitgliederparteien. In: Manuela Glaab (Hrsg.): Impulse für eine neue Parteiendemokratie : Analysen zu Krise und Reform, München 2003. S. 15-18

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    Fazit: Repräsentationslücke, entkoppelte Parteiendemokratie, basislos, gegenwartsfixiert, anfällig für Populismus

    Mitgliederpyramide:

    Einfaches Mitglied

    Ehrenamtlich Aktive

    Hauptamtlich Aktive

    Mandatsträger

    Vorfeldorganisationen

    Parteistiftungen

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    C innerparteiliche demokratie partizipation l.jpg

    c. Innerparteiliche Demokratie/Partizipation

    Begriff für Strukturen und Prozesse im Innern der Parteien

    Normativ zwei Ausrichtungen:

    Ökonomische Theorie der Demokratie: Effizienz und Flexibilität der Führungspersonen sind wichtig; Großorganisationen behindern das eher; Demokratie- und Effizienznorm

    O d e r

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    Pluralistische, komplexe Demokratietheorie: repräsentative, zugangsoffene und durch Wahlen legitimierte pluralistische innerparteilicheEliteherrschaft, bei der die Mitglieder weitgehend von der Politikformulierung ausgeschlossen sind.

    O d e r

    Basisdemokratisch: strikte Beteiligung der Basis an allen innerparteilichen Willensbildungsprozessen

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    Das fiktive Modell des Aktivbürgers!

    Mitgliederprofile/Motive/Typen (Dittberner 2004, S. 98ff):

    Die Erfahrung der ersten Mitgliederversammlung (Stimmungsbericht)

    Karrieristen

    Moralisten

    Vereinsmenschen

    Ewige Basisvertreter

    Realisten

    Zahler

    Öffentliche Mitglieder

    Schattenmitglieder

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    Hauptamtlich Aktive/Funktionäre

    Basisvorstände

    Empirische Befunde zu den Bindungsmotiven von Parteimitgliedern:

    (Niedermayer in: Gabriel 2001)

    Gemeint ist die Bindung der Mitglieder nicht der Kontext des Wählens!

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Motive:

    Vielschichtig, mehrdimensional, Kombination;

    Bindungsmotive verändern sich im Verlauf der Mitgliedschaft;

    Dominanz normativer und politischer Bindungsmotive im Westen sowie einer geringeren Bedeutung affektiver Motive; materielle Motive bilden das Schlusslicht;

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    Im Osten dominieren eher weltanschaulich-ideologische Gründe (bei CDU/FDP); bei SPD und Gründen eher politisch-instrumentelle Motive;

    Langfristige Veränderungen der Motive: Verschiebung in Richtung politisch-instrumenteller Motive

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Niedermayer 2001, S. 310:

    „Die Sicht der Partei als politischer Lebensgemeinschaft, in der man sich gesinnungs- und gefühlsmäßig aufgehoben fühlt, verliert zu Gunsten einer instrumentellen Sicht der Partei als politischer Zweckorganisation an Bedeutung.“

    Das hat Auswirkungen auf Partizipation und innerparteiliche Willensbildung!

    CDU als „Familie“

    SPD als „Verein“

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    Rekrutierung von Mitgliedern (vgl. Dittberner 2004S. 119ff):

    Die „Ochsentour“

    Die Quereinsteiger:

    Fakultative Quereinsteiger

    Regionale Quereinsteiger

    Parteipolitische Quereinsteiger

    Systemische Quereinsteiger

    Professionelle Quereinsteiger

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    Parteitage als Verbindungsglied zwischen Organisation, Mitgliedschaft und innerparteilicher Demokratie:

    Stimmungsbild

    Erfolg und Misserfolg entscheiden sich vorher

    Oberstes Organ

    Professionell, harmonisch, perfekt inszeniert

    Mediendemokratie verändert die politische Kommunikationsstrukturen (früher einwöchige Parteitage! ohne Phönix)

    Tendenz zur indirekten, medienvermittelten Kommunikation

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    Das Pfadmodell innerparteilicher Partizipation

    Hallermann, Andreas: Partizipation in politischen Parteien. Vergleich von fünf Parteien in Thüringen. Jenaer Beiträge zur Politikwissenschaft, Bd. 8., Jena 2003, S.125.

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    d. Machtgefüge

    Kann man von der Organisation der Parteien und der Mitgliederstruktur auf das Machtgefüge schließen?

    Wie sieht das interne Machtgefüge der Parteien aus?

    Die traditionelle Organisationsforschung tendiert entweder dahin, die Oligarchisierungtendenzen zu betonen oder die Parteien als relativ homogene Gebilde zu charakterisieren.

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    Neuere Ansätze: formelle Hierarchie in den Parteien wird anerkannt, aber nicht gleichgesetzt mit dem Machtgefüge. Formelle Hierarchie der Parteivorsitzenden nutzt wenig angesichts informeller Netzwerke.

    Politische Rationalität:

    Kernkompetenz von Politikern: integrierend Mehrheiten zu organisieren. Politik ist Tagesintegrationswerk. Mehrheiten schmieden und Wiederwahl absichern, sind die Schlüsselvariablen für politischen Machterwerb und Machterhalt.

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    Unterschiedliche Organisationsrationalitäten kennzeichnen den politischen und den ökonomischen Bereich.

    Politische Rationalität (z.B. in Parteien) steht damit im Gegensatz zur ökonomischen Rationalität (z.B. in Unternehmen) (dazu Korte/Fröhlich 2004 Kap.4; Lösche/Walter 1992: 196):

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    • unterschiedliche Legitimationsbasis,

    • innerparteiliche Partizipation als Demokratiegebot

    • differenzierte öffentliche Exponiertheit,

    • Erwählte in der Wirtschaft

    • Gewählte in der Politik

    • Heterogene Polyarchie in der Partei

    • Hierarchische Macht- und

      Steuerungszentralisierung in Unternehmen

    • Nur geliehene Loyalitäten in der Politik

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    i.d.R. effiziente, hierarchieorientierte Entscheidungsfindung in Wirtschaft,

    hingegen in der Politik: improvisieren, taktieren, lavieren. „Kunst des Kuhhandels und Flickwerks“;

    Die Organistationsgrenzen der Parteien sind nach außen hin nicht klar definiert;

    Organisationsziel ist keineswegs eindeutig festgelegt bei Parteien.

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    • Wirtschaftlichkeit, gemessen an

      betriebswirtschaftlichen Effizienzkriterien existiert

      innerhalb der Parteien nicht.

    • Es dominieren in den Parteien informelle

      Abstimmungsprozesse.

    • Es existiert ein Wildwuchs von Gremien und

      Entscheidungsstrukturen nebeneinander (Patchwork),

      fragmentierte Binnenwelten

    • Unfertige, regelungsschwache Parteien gemessen an

      der Organisationsrationalität von Unternehmen.

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    Modelle, um das Organisations- und Machtgefüge der Parteien zu erklären:

    a) Das garbage-can-Modell (March)

    Die Organisation als “Mülleimer”, in die alle Mögliche hineingepackt und abgeworfen werden kann. Alles liegt durcheinander. Bei freiwilliger Mitgliedschaft ist das Modell durchaus vorstellbar, zumal March gegen den Idealtypus einer streng, formalen, hierarchischen Ordnung protestieren wollte.

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    b) Lose verkoppelte Anarchie-Modell

    (March/Olson/Weick/Wiesendahl)

    • Organisierte Anarchie

    • Fragmentierte, lose verkoppelte Anarchie

      Das bedeutet nicht Abkoppelung, sondern flexible Bindung in einer Organisation, in der die Verpflichtungsfähigkeit der Mitglieder durch die Führung überaus gering ist. Dahinter steht nicht das reine Chaos, sondern eher kompliziert geknüpfte Netzwerke. Es ist ein kompliziertes, professionelles Zusammenspiel zwischen wenigen, strategie-kompetenten Personen an der Spitze.

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    c) Stratarchie-Modell (Eldersveld/v. Alemann)

    Modell der gestuften und geschichteten Herrschaft von pluralen Eliten und Teilgruppen in den Parteien. Keine Gruppe hat die völlige Kontrolle, nicht die Parteiführung über die Basis und nicht umgekehrt (v. Alemann 2000: 146)

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    d) Zwischen Anarchie und Strategie (J. Schmid 2004)

    Nach außen: Repräsentation von Cleavage (Strategie) und gleichzeitig Pluralisierung/Mediatisierung (Anarchie).

    Nach innen: Zentralisierung/Parteimanagement (Strategie) und gleichzeitig Mikropolitik/

    Interessenkonflikte (Anarchie)

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    Im demokratischen Sektor sind Öffentlichkeit, Partizipation, Mehrheitsentscheid legitim und notwendig, im strategischen Bereich dominieren statt dessen Geheimhaltung, interne Beratung und Hierarchie (auch Raschke 2002: S. 223)

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    Verschiebung der Machtzentren?

    (Dieser Gedanke wird nochmals aufgegriffen im Kapitel 5)

    Tendenziell kann eine Entmachtung der mittleren Ebene der „Funktionäre“ in den Parteien analysiert werden.

    Direkte Kommunikation zwischen der Führung und den Mitgliedern über die Medien.

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    E finanzierung der parteien und des parteiensystems l.jpg

    e. Finanzierung der Parteien und des Parteiensystems

    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 123.

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    Die Finanzierung der Parteien ist von Beginn an problematisch gewesen. Sie ist abhängig vom Stellenwert den man den Parteien in der Gesellschaft und im Staat zuweist. Artikel 21 des Grundgesetzes hat den Parteien in Deutschland einen verfassungsrechtlichen Status eingeräumt - nicht zufällig unmittelbar nach dem Artikel 20, der Staatsfundamentalnorm (der Verfassung in Kurzform).

    Wenn man Parteien als gemeinwohlorientierte Problemlösungsinstanzen einordnet, sollte die Finanzierung gesichert sein. Das Grundgesetz verrät darüber nur sehr wenig. "Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft ablegen." Das hatte Konsequenzen. Denn bis heute ist es ein verfassungsrechtlich höchst umstrittenes Thema, wie die Parteienfinanzierung konkret auszusehen hat.

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    Drei Grundsätze sind dem Grundgesetz in diesem Kontext zu entnehmen:

    • Der Grundsatz der Staatsfreiheit, der es dem Staat verwehrt, durch Vergabe von finanziellen Mitteln Einfluss auf die Willensbildung in den Parteien zu nehmen;

    • Der Grundsatz der Chancengleichheit der Parteien, der dem Staat untersagt, durch Regelungen den Wettbewerb der Parteien untereinander zu steuern;

    • Der Grundsatz für die Bürger auf Teilhabe am Prozess der politischen Willensbildung, wobei der Gesetzgeber die steuerliche Begünstigung von Spenden beschränken muss.

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    Transparenz und Rechenschaft

    Das Parteiengesetz von 1994 regelt, dass der Präsident des Bundestages, die Höhe der den Parteien zustehenden Mittel jährlich zum 1. Dezember festsetzt. Dies geschieht auf der Grundlage der Rechenschaftsberichte,

    die die Parteien bis zum 30. September des dem Rechnungsjahr folgenden Jahrs beim Präsidenten des Bundestages einzureichen haben.

    Diese Rechenschaftsberichte müssen von einem Wirtschaftsprüfer geprüft werden und bestimmten Vorgaben des Parteiengesetzes entsprechen.

    Sie werden anschließend als Bundestagsdrucksache der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Bundestagspräsident hat zu prüfen, ob die Bericht den Anforderungen des Gesetzes entsprechen.

    Wenn nicht, dann müssen Zahlungen an die Parteien nicht erfolgen.

    Unklar bleibt, wenn sich die Unrichtigkeit des Rechenschaftsberichts erst später herausstellt.

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    Finanzierungsgrundlagen seit 31.01.1994

    • Einführung einer "absoluten Obergrenze" für den Gesamtumfang der direkten staatlichen Zuwendungen an die Parteien. Überschreiten die rechtlichen Ansprüche der Parteien die Obergrenze, werden sie prozentual entsprechend gekürzt. Mit dieser Kappung wird ein Auswuchern der Zuwendungen verhindert. Seit 3.12.1998 auf 133 Millionen Euro heraufgesetzter Sockelbetrag.

    • Senkung der Publizitätsgrenze für Spenden (Spenden an Partei, aber auch Direktspenden an einzelne Politiker) auf 10.000 Euro pro Jahr. Bei größeren Spenden sind die Spender namentlich in den Rechenschaftsberichten aufzuführen.

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    Senkung der steuerlichen Begünstigungsgrenze für Spenden und Mitgliedsbeiträge auf 3000 Euro je Person und Jahr. Juristische Personen, Körperschaften (Firmen) erhalten für ihre Spenden keine Steuerbegünstigung.

    Bindung der staatlichen Zuwendungen an die Wählerzahl als auch an die Spenden- sowie Beitragseinnahmen der Parteien. Eine Wahlkampfkostenerstattung gibt es seit 1994 nicht mehr.

    Parteien mit über 0,5% der gültigen Stimmen (bei Landtagswahlen 1%) erhalten für jede Listenstimme bei Bundes-, Europa- und Landtagswahlen jährlich 0,85 Euro bis zur nächstfolgenden Wahl; bei den 5 Millionen Stimmen übersteigenden Stimmen reduziert sich die Zahlung auf 0,70 Euro je Stimme. Außerdem erhält jede Partei 0,38 Euro für jeden Beitrags- oder Spendeneuro von Privatpersonen (bis zu 3.300 Euro pro Person)

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    Geldquellen der Parteien:

    Zu 90% aus Beiträgen, Spenden und öffentlichen

    Zuschüssen (Nassmacher 2001, S. 168-174)

    - plutokratische Finanzierung

    - Basisfinanzierung

    - Nutznießerfinanzierung

    - Staatliche Finanzierung

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 125.

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    Reformüberlegungen im Umfeld der SpendenregelungSpenden ist eine Möglichkeit, um an der politischen Willensbildung teilzunehmen. Die Parteien sind auf Spenden angewiesen. Großspender und Großspenden sind jedoch immer im Verdacht der Korruption.Vom Gesamtanteil der Einnahmen nehmen bei der CDU die Spenden in den neunziger Jahren ca. 18 % ein (CSU 28%, SPD 7%, FDP 25 %, Grüne 24%). Davon machte der Anteil an Großspenden (über 20.000 DM seit 1994; vorher: über 40.000 DM) nur eine kleinen Teil aus: CDU 9%, CSU 8%, SPD 4%, FDP 8%, Grüne 6%.

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 124.

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    Vorschläge:

    • Spenden juristischer Personen vollständig verbieten. Aber Unternehmer können weiter spenden, deshalb im Mittelpunkt: effektive Kontrolle und angemessene Sanktionen prüfen.

    • Höchstgrenze von Spenden festlegen.

    • Strafbarkeit aktiver oder passiver Abgeordnetenbestechung (In F, Italien und USA ist Abgeordnetenbestechung strafbar).

    • Veröffentlichungspflicht bei Direktspenden an Politiker schon ab 5000 Euro.

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    Finanzierung der Parteien in vergleichender PerspektiveGroßbritannienKein staatliches Geld für die Parteien. Der britische Staat überlässt die Parteien sich selbst. Damit wächst die Rolle der Spender. Labour bezieht reguläre Einnahmen vor allem durch Zuwendungen der Gewerkschaften.USAImmer wieder hat der Bundesgesetzgeber versucht, die Rolle des Geldes in ein Regelkorsett zu zwingen und so den Einfluß der organisierten Interessen zu bändigen. Dabei ging es um die Offenlegung von Geldquellen, um Höchstgrenzen für Wahlkampfausgaben und Spenden sowie um die öffentlichen Kostenerstattung.

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    USA

    Wollen Präsidentschaftsbewerber in den Genuß staatlicher Kostenerstattung und Finanzierung kommen, müssen sie mindestens 100.000 Dollar in 20 Bundesstaaten gesammelt haben, wobei die Einzelspende den Betrag von 250 Dollar nicht überschreiten darf. Kandidaten, die sich verpflichten, bei den Ausgaben für die Vorwahlen die gesetzliche Höchstgrenze einzuhalten, erhalten die Kosten des Hauptwahlkampfes gänzlich zurück.

    FrankreichFrankreichs Parteien ist es seit 1995 verboten, Spenden von Unternehmen entgegenzunehmen. Auch von Privatpersonen dürfen nur Spenden bis zur Höhe von rund 16.000 DM (50.000 Franc) pro Jahr entgegengenommen werden. Das neue Gesetz von 1995 hat dazu geführt, daß bei der Parteienfinanzierung der Staat an die Stelle der Unternehmen getreten ist. 1998 stammten rund 50 Prozent der Finanzmittel der französischen Parteien aus der Staatskasse.

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    f. Spezial-Literatur zu Kapitel 3

    • Alemann, Ulrich von 2000: Das Parteiensystem der

      Bundesrepublik Deutschland, Opladen, bes. 125-127

    • Dittberner, Jürgen 2004

    • Lösche, Peter/Walter, Franz 1992: Die SPD,

      Darmstadt

    • Naßmacher Karl-Heinz, in: Gabriel u.a. (Hrsg.) 2002,

      S. 159-178

      - Niedermayer in: Gabriel u.a. (Hrsg.) 2001, S. 297-312.

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    f. Spezial-Literatur zu Kapitel 3

    - Raschke, Joachim 2002: Politische Strategie, in:

    Nullmeier/Saretzki (Hg.), Jenseits des

    Regierungsalltags, Frankfurt/M. S. 207-241.

    • Schmid, Josef/Zolleis, Udo 2004: Zwischen Strategie

      und Anarchie. Der Erfolg von Parteiorganisationen (i.E.)

    • Wiesendahl, Elmar 1998: Parteien in Perspektive,

      Wiesbaden, bes. 242-249.

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    Kapitel 4 -Parteien im politischen System

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    Gliederung:

    a) Europäische Parteien/Wahlen zum Europäischen Parlament

    b) Spezial-Literatur zu Kapitel 4

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    a) Europäische Parteien/Wahlen zum Europäischen Parlament

    Regierungskonferenz (Europäischer Rat) von Nizza Dezember 2000 hat eine Neufassung des Parteienartikels Art. 191 EGV beschlossen.

    Parteienstatut:

    (Europäische Parteien sind):

    Politische Organisationen, die beim EP eine Satzung hinterlegt haben,

    die eine Fraktion im EP bilden, bilden wollen oder beabsichtigen, sich einer anzuschließen,

    die die Grundsätze der Demokratie, der Achtung der Grundrechte sowie der Rechtsstaatlichkeit einhalten.

    Parteienfinanzierung:

    Ein gewisses Maß an Repräsentativität und ein Mindestmaß an finanzieller Selbständigkeit soll gewahrt werden.

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    Definition:

    Europäische Parteien sind föderative Vereinigungen von nationalen oder regionalen Parteien aus mehreren Mitgliedstaaten der EU, die in ihren Orientierungen und Zielsetzungen übereinstimmen und die sich zu einer ständigen Zusammenarbeit auf der Grundlage einer vereinbarten Satzung und eines von den zuständigen Organen verabschiedeten Programms zur Verwirklichung einer gemeinsamen Politik verpflichten.

    Ihr Aktionsfeld ist das politische System der Union.

    Im Europäischen Parlament schließen sich ihre Abgeordneten in gemeinsamen Fraktionen zusammen.

    Transnationale Bündnisse der klassischen politischen Familien der Sozialdemokraten (SPE), der Christlichen Demokraten (EVP), der Liberaldemokraten (ELDR)

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    Das Europäische Parlament wird nach den Europawahlen 2004 aus 732 Abgeordneten bestehen.

    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Aufl. Bonn 2003, S. 70

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Aufl. Bonn 2003, S. 70

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Zustand und Entwicklung einer Europäischen Partei sind wesentlich abhängig von der Fähigkeit ihrer nationalen Mitgliedsparteien, einen gemeinsamen Willen zu artikulieren, und von ihrer Bereitschaft, gemeinsam zu handeln.

    Kommunikationsprobleme zwischen nationaler und europäischer Ebene.

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    Parteien und Fraktionen im EP:

    „Arbeitsparlament“ keine „Versammlung“ mehr!

    In der Regel zur großen Koalition gezwungen, um die Rechtsetzung im Mitentscheidungsverfahren gegen den Rat der EU zu beeinflussen.

    Problem bei der Wahrnehmung: keine Polarisierung!

    Allerdings seit 1999: EVP, Europäische Liberale, Demokraten und Reformpartei (ELDR) verfügen über ausreichende Mehrheit zur Blockierung von bereits in den Parlamentsausschüssen angenommenen Änderungsanträgen.

    Mitwirkungsrechte im Entscheidungsverfahren („Gesetzgeber“) drastisch ausgeweitet!

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    Zusammenspiel mit Kommission und vor allem Rat der EU.

    Vergleich mit nationaler Ebene: Zwei Kammern

    Auch der Deutsche Bundestag kann bei zustimmungspflichtigen Gesetzen nicht alleine entscheiden!

    Kein Recht zur förmlichen Gesetzgebung.

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    Wahlen zum EP:

    • Nebenwahl

    • Stimmungswahl

    • Protestwahl

    • Alibiwahl

    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Aufl. Bonn 2003, S. 70

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Aufl. Bonn 2003, S. 84

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    - Keine europäische Listen

    - Keine regierungsbildende Funktionen

    - Eingeschränkte Kontrollrechte

    - Keine Aufmerksamkeit

    - Fehlende europäische Öffentlichkeit

    - Geringe Wahlbeteiligung

    - Einstufung als nicht so wichtige Wahl

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland. 4. Aufl. Bonn 2003, S. 71

    Vorlesung Parteien und Parteiensysteme

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    Problematik:

    • Nationale Stimmungswahl? Wohl kaum, angesichts der geringen Wahlbeteiligung (in keiner Weise repräsentativ)

    • Schwierige Agenda Setting

    • Komplexe Mobilisierung

    • Keine Polarisierung

    • Fehlende Personalisierung

    • Einstellungen: distanzierter Pragmatismus

    • Geringe Wahlbeteiligung nutzt i.d.R. kleinen Parteien (Mobilisierung) und konservativ-bürgerlichen Parteien (Pflichtgefühl).

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    Polymorphes Wahlsystem bei den EP Wahlen:

    Nationale Regelung des Wahlrechts.

    Nur Eckwerte sind Grundlage der Verträge.

    Wahlrecht: allgemein, direkt, geheim, aber nicht gleich! „gleich“ – Mandatskontingentierung

    Verhältniswahlsystem mit sehr unterschiedlicher technischer Ausgestaltung

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    b) Spezial-Literatur zu Kapitel 4:

    Themenheft “Aus Politik und Zeitgeschichte” B 17/2004, darin aktuelle Informationen über Europäische Parteien, EP-Wahlen, Wahlsystem etc.

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    Kapitel 5 parteien auf komplexen w hlerm rkten l.jpg

    Kapitel 5 -Parteien auf komplexen Wählermärkten

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    Gliederung:

    • Parteien im Elektorat

    • Wählermarkt und zwei zentrale Erklärungsansätze des Wahlverhaltens

    • Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    • Reaktionen der Parteien auf die Veränderung des Wählermarktes

      e. Spezial-Literatur zu Kapitel 5

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    a) Parteien im Elektorat

    Der Wandel von Weltanschauungs- und Programmparteien zu wählerorientierten Konkurrenzparteien.

    Umstellung von Ideologie auf Markt.

    Verändert die Beziehungen grundsätzlich: Führung, Organisation und auch Beziehung zur Gesellschaft.

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    b) Wählermarkt und zwei zentrale Erklärungsansätze des Wahlverhaltens:

    1.Der soziologische/sozialstrukturelle Ansatz

    Wahlverhalten = Gruppenverhalten

    Familiäre, berufliche, gesellschaftliche Loyalitäten beeinflussen das individuelle Wahlverhalten

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    Wahlentscheidung

    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 92.

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    2.Der individualpsychologische/sozialpsychologische Ansatz

    Wahlverhalten = Ausdruck einer individuellen psychologischen Beziehung zu einer Partei. Der persönliche Entscheidungsprozess ist abhängig von vorhandenen längerfristigen Parteineigungen.

    Kausalitätstrichter:

    • Partei-Identifikation

    • Kandidaten

    • Issues

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 96.

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    c) Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    • Veränderte Sozialstruktur

    • Strukturelles Dealignment: soziale Gruppen verlieren ihre inneren Zusammenhalt

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    c) Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    Dealignment bezeichnet die Lockerung oder den Rückgang und die Auflösung der über Sozialstruktur, Milieus und Parteiidentifikation vermittelten Bindungen in der Wählerschaft an die Parteien.

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    c) Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    • Niedergang der Parteiidentifikation/Niedergang der Partei-Wähler-Beziehungen/Erosion der Volksparteien-Demokratie; Der politische Kompass der Wähler geht verloren; Wähler als „Schnäppchen-Jäger“; hohe Volatilität

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    C wie stellen sich die ver nderungen des w hlermarktes f r die parteien dar157 l.jpg

    c) Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    Volatilität/Volatility:

    Flüchtigkeit, Sprunghaftigkeit

    Powi: Konstanz und Wandel in den Parteipräferenzen der Wählerschaft

    Die Veränderung in der Stärkerelation wird gemessen, nicht individuelles Wechselwählerverhalten.

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    c) Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    Erosion der Volksparteiendemokratie: Wählerische Wähler;

    Immer weniger Wähler sind parteipolitisch gebunden;

    Immer mehr Wähler wechseln ihre Parteipräferenz;

    Der Wandel/Wechsel vollzieht sich in immer kürzeren Abständen.

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    90

    %

    0

    1990

    1977

    2000

    Quelle: Schmitt-Beck, Rüdiger: Kampagnenwandel und Wählerwandel. "Fenster der Gelegenheit" für einflussreichere Wahl-kämpfe, in: Ulrich Sarcinelli/Jens Tenscher (Hrsg.), Machtdarstellung und Darstellungsmacht. Beiträge zur Theorie und Praxis moderner Politikvermittlung, Baden-Baden: Nomos 2003.

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    Quelle: Schmitt-Beck, Rüdiger: Kampagnenwandel und Wählerwandel. "Fenster der Gelegenheit" für einflussreichere Wahl-kämpfe, in: Ulrich Sarcinelli/Jens Tenscher (Hrsg.), Machtdarstellung und Darstellungsmacht. Beiträge zur Theorie und Praxis moderner Politikvermittlung, Baden-Baden: Nomos 2003.

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 102.

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 101.

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    Korte, Karl-Rudolf: Wahlen. 4. Aufl., Bonn 2003, S. 117.

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    c) Wie stellen sich die Veränderungen des Wählermarktes für die Parteien dar?

    • Modifizierte Werthaltungen

    • Issue-Wettbewerb

    • Wählerfluktuation zwischen Regierungs-

      und Oppositionspartei

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    D reaktionen der parteien auf die ver nderung des w hlermarktes l.jpg

    d) Reaktionen der Parteien auf die Veränderung des Wählermarktes

    • Die Nicht-Reaktion

    • Professionalisierung im Bereich der Parteiorganisation und Pragmatismus

    • Gewichtsverschiebungen in der Parteiorganisation: Entmachtung der mittleren Ebene

    • Kandidaten - Typen- Teams

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    Strategische Antworten: neue Wählergruppen

    Strategische Antworten gegenüber anderen Parteien: Programmatischer Drang zur Mitte

    Policy-orientierte Reaktionen

    Mediatisierung: Reduzierung von Komplexität; Infotainment

    Etatisierung der Parteien

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    e) Spezialliteratur zu Kapitel 5

    Jun, Uwe: Professionalisiert, medialisiert und etatisiert. Zur Lage der deutschen Großparteien am Beginn des 21. Jahrhunderts, in: ZParl, H. 4 2002, S. 770-789.

    Korte/Fröhlich: Politik und Regieren in Deutschland, dort Kapitel 4

    Mair, Peter/Müller, Wolfgang/Plasser, Fritz (Hrsg.): Parteien auf komplexen Wählermärkten, Wiens 1999

    Schmitt-Beck, Rüdiger/Stefan Weick: Die dauerhafte Parteiidentifikation – nur noch ein Mythos?, in: Informationsdienst Soziale Indikatoren, Nr. 26, 2001, S. 1-5.

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    Kapitel 6 reformanstrengungen der parteien l.jpg

    Kapitel 6-Reformanstrengungen der Parteien

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    Gliederung169 l.jpg

    Gliederung

    Reformanstrengungen der Parteien

    a) Wozu?

    b) Quadratur des Kreises?

    c) Differenzierung von Reformansätzen

    d) Probleme der Reformfähigkeit der Parteien

    e) Spezial-Literatur zu Kapitel 6 

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    a) Wozu?

    Ausgangspunkt der Reformüberlegungen sind die in Kapitel 3-5 erarbeiteten Befunde: Wer die Not-wendigkeit der Parteien in einer Wahl-Demokratie anerkennt, sollte am Erhalt der Parteien ein Interesse haben. Je nach zugeschriebenem Funktions-schwerpunkt erfolgen andere Reformüberlegungen:

    • Bei Vote-seeking:

      Professionelle und strategische Ausrichtung am Wählermarkt

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    • Bei Office-seeking:

      Koalitionsmöglichkeiten offenhalten; Intensivierung der Fraktionsparteien

    • Bei Policy-seeking:

      Problemlösungsangebote; policy-Orientierung; Kompetenz-Zentren

    • Bei Democracy-seeking:

      Mitgliederbasis stärken; Gremien-Kultur beleben; Mitentscheidungsrechte der Mitglieder ausbauen

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    B quadratur des kreises vgl kie ling 2003 l.jpg

    b) Quadratur des Kreises? (vgl. Kießling 2003)

    Einerseits wird von den Parteien erwartet, sich wieder stärker programmatisch zu profilieren (unverwechselbares Profil, nicht Nachahmung, sondern Produkt-Innovation), andererseits reduziert die Mediendemokratie alles auf Personalisierung.

    Einerseits stellt die Geschlossenheit eine zentrale Erfolgsbedingung der Partei dar. Andererseits wird die Aufnahme heterogener Bevölkerungsschichten in den Parteien erwartet.    

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    Quadratur des Kreises?(vgl. Kießling 2003)

    Einerseits ist professionelle Medienstrategie im Wahlkampf gefordert, andererseits bleibt dabei die aktive Mitgestaltung der Partizipationsanreiz auf der Strecke. Mediatisierung-Partizipations-Dilemma.

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    C andere m glichkeit der differenzierung von reformans tzen l.jpg

    c) Andere Möglichkeit der Differenzierung von Reformansätzen:

    (Alemann/Strünck/Wehrhöfer 2003; Florack/Grunden/Korte 2004)

    Plebiszitär: Alle Macht den Wählern?

    • Vorwahlen nach dem amerikanischem Muster der primaries.

    • Kumulieren und Panaschieren.

    • Öffnung der Parteistrukturen

      Wie passt das zum Konzept der Mitgliederpartei?

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    Basisdemokratisch: Alle Macht den Mitgliedern?

    • Funktionäre werden als Delegierte entmachtet.

    • Urwahlen

    • Kreisversammlung entscheidet über Wahlkreiskandidaten.

    • Integration direkt-demokratischer Instrumente

    • Widerspricht der Idee einer repräsentativen Parteiendemokratie.

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    Quelle: Wiedendahl, Elmar: Noch Zukunft für die Mitgliederparteien?

    In: Klein, Ansger/ Schmalz-Bruns, Rainer (Hrsg.): Politische

    Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland, S. 369.

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    Quelle: Wiedendahl, Elmar: Noch Zukunft für die Mitgliederparteien?

    In: Klein, Ansger/ Schmalz-Bruns, Rainer (Hrsg.): Politische

    Beteiligung und Bürgerengagement in Deutschland, S. 369.

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    Partei

    Thema

    Partei-ebene

    Beteiligung der Mitglieder

    Jahr

    SPD

    Befragung zum Bundesvorsitz der Partei

    Bund

    56,7%

    1993

    SPD

    Befragung zum Spitzenkandidaten

    und zur zukünftigen Koalition

    Bremen

    53,95%

    1995

    FDP

    Mitgliederentscheid zum „großen Lauschangriff“

    Bund

    43,09%

    1995

    SPD

    Urwahl zum Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl

    Baden-Württem-berg

    54,77%

    2000

    B90/ Grüne

    Mitgliederentscheid zur Trennung von Amt und Mandat

    Bund

    56,64%

    2003

    Mitgliederentscheide und Beteiligung. Quelle: Auskünfte der Parteien

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    • Partizipationsanreize bieten bei Sach- und Personalentscheidungen.

    • Auch Netzwerkbildung!

      Elitär: Alle Macht den Funktionären?

    • Extreme Personalisierung in professionell geführter Kartellpartei.

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    Quelle: Politik und Kommunikation, Oktober 2003, S. 22

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    D probleme der reformf higkeit der parteien l.jpg

    d) Probleme der Reformfähigkeit der Parteien:

    Die innerparteiliche Machtstruktur

    Revitalisierung der Parteiendemokratie?

    • Neue Beteiligungswünsche integrieren.

    • Die Organisationswirklichkeit der Parteien verändern.

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    Über Funktionen eine Revitalisierung erreichen?

    (v. Alemann 2002:208ff)

    • Partizipation

    • Transmission

    • Selektion

    • Integration

    • Sozialisation

    • Selbstregulierung

    • Legitimation

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    Vorzug:

    Die Systemleistung der Parteien liegt darin, dass sie mehrheitlich akzeptable Konzepte für die Gesamtstaatsführung erarbeiten und verwirklichen wollen, die über die Vertretung spezifischer ökonomischer, sozialer, ökologischer Interessen hinausgehen.

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    e) Spezial-Literatur zu Kapitel 6

    Alemann, Ulrich von/Strünck, Christoph/Wehrhöfer, Ulrich: Neue Gesellschaft- alte Parteien?, in: M. Machnig/H.-P. Bartels (Hrsg.): Der rasende Tanker, Göttingen 2001, S. 26-34.

    Kießling, Andreas: Chancenmanagement als Reformoption, in: Glaab (Hrsg.) 2003, S. 69-94.

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