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St rung des Sozialverhaltens und Angstst rung im Kindes- und Jugendalter: tiologie, Diagnostik und Intervention Andrea


Literatur. Gasteiger-Klicpera, Julius und Klicpera (Hrsg.) (2008). Sonderpdagogik der sozialen und emotionalen Entwicklung. Band 3. Hogrefe Verlag. Julius, Schlosser und Goetze (2000). Kontrollierte Einzelfallstudien. Hogrefe Verlag.Suess und Pfeifer (1999). Frhe Hilfen. Psychosozial-Verlag.Th

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St rung des Sozialverhaltens und Angstst rung im Kindes- und Jugendalter: tiologie, Diagnostik und Intervention Andrea

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Presentation Transcript


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Störung des Sozialverhaltens und Angststörung im Kindes- und Jugendalter: Ätiologie, Diagnostik und Intervention

Andrea M. Beetz

Dipl.-Psych., Dr. phil.


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Literatur

  • Gasteiger-Klicpera, Julius und Klicpera (Hrsg.) (2008). Sonderpädagogik der sozialen und emotionalen Entwicklung. Band 3. Hogrefe Verlag.

  • Julius, Schlosser und Goetze (2000). Kontrollierte Einzelfallstudien. Hogrefe Verlag.

  • Suess und Pfeifer (1999). Frühe Hilfen. Psychosozial-Verlag.

  • Thurmair und Naggl (2007). Praxis der Frühförderung. Reinhardt Verlag.


Literatur3 l.jpg

Literatur

  • Essau, C. (2003). Angst bei Kindern und Jugendlichen. Reinhardt,UTB.

  • Hillenbrand, C. (2008). Einführung in die Pädagogik bei Verhaltensstörungen

  • Papousek, Schieche, Wurmser (2004). Regulationsstörungen der frühen Kindheit. Hans Huber Verlag.

  • Heisig, K. (2010). Das Ende der Geduld. Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter. Herder.


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Struktur

Tag 1 und Tag 2

  • Angststörungen Übersicht

  • Selektiver Mutismus (Maik Herrmann)

  • Ätiologie der Angststörung (Entwicklungspsychopathologie)

  • Bindung und Caregiving

  • Diagnostik der Angststörung

  • Prävention und Interventionsprogramme

  • Attributionstheorien


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Struktur

Tag 3

  • Verhaltensstörung Übersicht

  • Ätiologie der Verhaltensstörung

  • Diagnostik der Verhaltensstörung

  • Prävention und Interventionsprogramme

  • Jugendkriminalität


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Störungen in der Kindheit

Kissgen (2008):

  • Verhaltensauffälligkeiten und emotionale Störungen

    • sind persistent

    • ungünstige Prognose

    • hohe Kosten

  • Intervention:

    • Meist gerichtet auf Verhalten des Kindes

    • Grund: Belastung der Eltern und Erzieher/Lehrer


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Angst

Erscheinungsbild

  • Symptome s. sozial unsichere Kinder

  • Unterscheidung: habituelles Persönlichkeitsmerkmal Ängstlichkeit vs. aktueller Angstzustand (trait vs. state anxiety)

  • Angst: eher diffus, wenig spezifisch

  • Furcht: eindeutig bestimmbare Gefahr mit der Möglichkeit der Flucht/Vermeidung

  • Entwicklungstypische Ängste: Fremdeln, Trennungsangst, Dunkelangst, Moster, Gespenster,Verletzungen, Gewitter; später schulbezogene Ängste, Leistungsangst; gesundheitsbezogene Ängste

  • Meist mehrere Ängste gleichzeitig


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Angst

Unterscheidung „normale“ vs. pathologische Angst

  • Angst ohne wahrnehmbare Bedrohung

  • Der Situation, Dauer, Intensität unangepaßt

  • Kann nicht von Person unter Kontrolle gebracht werden

  • Beeinträchtig Befindlichkeit massiv

  • Nachteiliges Flucht – und Vermeidungsverhalten

  • Chronischer Verlauf

  • Behinderung bei den Entwicklungsaufgaben, Probleme in Familie, Peergroup, Schule


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Angst

ICD-10:

  • Emotionale Störung des Kindesalter (phobische Störung, soziale Ängstlichkeit)

  • Phobische Störungen

  • Sonstige Angststörungen (Panik, generalisierte Angststörung etc.)

  • Zwangsstörung (Zwangsgedanken und -handlungen)

  • Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (akute Belastungsreaktion, posttraumatische Belastungsstörung)


Angst10 l.jpg

Angst

Prävalenz

  • 10-15% (Petermann 1999)

  • Für 8-Jährige bei 9,5%; für 14-24 Jährige bei 18,6%

    Verlauf und Prognose

  • Früher Beginn (vor 13. Lebensjahr) : oft chronischer Verlauf

  • Je höher der Schweregrad, desto stabiler

    Geschlechtsspezifisch:

  • Mädchen haben 2-4mal so häufig eine Angststörung (v.a. ab 15. Lebensjahr)


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Angst - Symptome

Fight – Flight – Reaction:

  • Aktivation des sympathischen Nervensystems

  • des gesamten Stoffwechsels, Muskelanspannung,

  • Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol

  • Suche nach der Gefahrenquelle, Aufmerksamkeit, Anspannung,

  • Vermeidung (Flucht) oder Kampf (Aggression)

    • Vermeidung auch: Ablenkung, Distanzierung, Beschäftigung mit Dingen, Starren, Dissoziation; auch weinen, schreien (Essau)


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Angst - Furcht – Phobie - Panik

Angst:

  • Gefühlszustand: negative Emotion und körperliche Anspannung

  • Zukunftsorientiert: Befürchtung, etwas nicht bewältigen zu können

  • Normale Angst: natürliches Alarmzeichen, macht Körper bereit einer Bedrohung gegenüberzutreten oder zu entfliehen

  • Diffuser und weniger spezifisch als Furcht und Phobie


Angst furcht phobie panik13 l.jpg

Angst - Furcht – Phobie - Panik

Furcht

  • Unmittelbare Alarmreaktion auf gegenwärtige Gefahr

  • Gegenwartsbezogen, Fluchttendenzen, Sympathikusaktivierung

  • Kurzlebig


Angst furcht phobie panik14 l.jpg

Angst - Furcht – Phobie - Panik

Phobie

  • Intensiver Wunsch die furchtauslösende Situation zu vermeiden

  • Ist den Erfordernissen der Situation nicht angemessen (kleine Spinnen, etc.)

  • Nicht willentlich kontrollierbar

  • Fehlangepaßt


Angst furcht phobie panik15 l.jpg

Angst - Furcht - Phobie - Panik

Panik

  • plötzliche,

  • überwältigende,

  • intensive Furcht

  • mit körperlichen Symptomen


Kinder zw nge l.jpg

Kinder-Zwänge

  • Zwangsähnliches Verhalten in der Kindheit häufig

  • V.a. im Alter von 2-4

  • Teil der normalen Entwicklung

  • Dinge richtig machen

  • wiederholungsorientiertes Verhalten

  • Rituale


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Kulturelle Unterschiede

  • Internalisierende/Externalisierende Störungen kulturabhängig

  • Z. B. (Weisz et al. 1987) in Thailand mehr internalisierende Störungen, mit körperlicher Symptomatik

  • In USA mehr externalisierende Probleme

  • In Thailand mehr Wert auf Respekt und Zurückhaltung


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Anormale Angst

Angst ist anormal wenn:

  • Dauer und Intensität nicht angemessen

  • Harmlose oder nicht bedrohliche Situation

  • Chronisch

  • Keine Erklärung, Möglichkeit der Reduktion oder Bewältigung

  • Lebensqualität beeinträchtigt


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Agoraphobie

  • Deutliche und anhaltende furcht vor oder Vermeidung von mindestens 2 der folgenden Situationen:

    Menschenmengen

    Öffentliche Plätze

    Alleine Reisen

    Reisen mit weiter Entfernung von zuhause


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Agoraphobie

Wenigstens einmal müssen in der Situation zwei Angstsymptome vorhanden gewesen sein

  • Vegetative Symptome (Schweißausbruch, Tremor, Herzklopfen)

  • Thorax-Abdomen-beschwerden: Atembeschwerden, Beklemmung, Übelkeit

  • Psychische Symptome: Schwindel, Unsicherheit, Schwäche, Derealisation, Depresonalisation, Trennungsangst


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Spezifische Phobie

  • Entweder: deutliche Furcht vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation (nicht soziale oder Agoraphobie)

  • ODER deutliche Vermeidung solcher Objekte und Situationen (s.o.)

  • Häufige Objekte: Tiere, Vögel, Insekten, Höhe, Donner, Fliegen, kleine geschlossene Räume, Blut und Verletzungen, Injektionen, Arzt oder Krankenhausbesuche

  • Angstsymptome in den gefürchteten Situationen (aber darauf beschränkt)

  • Deutliche emotionale Belastung durch Symptome oder Vermeidung


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Spezifische Phobie

Typen:

  • Tiertyp (Spinnen, Hunde, etc.)

  • Naturgewalten (Sturm, Wasser)

  • Blut-Injektionen-Verletzung

  • Situativer Typ (Fahrstuhl, Tunnel, Brücken)

  • Andere Typen


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Soziale Phobie

Situationen die gefürchtet werden:

  • Prüfung in der Schule

  • Vor anderen sprechen

  • Mit anderen Menschen sprechen (Angst, nichts zu sagen zu haben, oder Unsinn zu reden)

  • In Gegenwart anderer essen oder trinken, schreiben, reden

  • An einer Party, Veranstaltung teilzunehmen


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Soziale Phobie

  • Folgende Angstsymptome treten auf

    • Erröten oder Zittern

    • Angst zu erbrechen

    • Miktions-oder Defäkationsdrang oder Angst davor


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Zwangsstörung

  • Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen

  • Zwangsgedanken (Kinderreime, Lieder, Sätze hören, sexuelle Vorstellungen

  • Zwangshandlungen (Waschen, Kontrollieren, Zählen,

  • Die Handlungen lindern zeitweise die Angst, jedoch verfestigen sie diese auch


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Generalisierte Angststörung

  • Sich ständig Sorgen machen über:

    z. B. was man anzieht, dass die Welt untergeht, Krieg, umgebracht zu werden, einen Unfall zu haben etc.

  • Unkontrollierbarkeit der Besorgnis

  • Körperliche Symptome:

    Anspannung, Kopfschmerzen, Übelkeit, Reizbarkeit, Müdigkeit, Einschlafschwierigkeiten, unruhiger Schlaf


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Posttraumatische Belastungsstörung

  • Wiederkehrende und eindringliche belastende Erinnerungen an das Ereignis in Form von Bildern, Gedanken oder Wahrnehmungen

  • Wiederkehrende belastende Träume vom Ereignis

  • Handeln oder Fühlen, als ob das Ereignis wiederkehren würde, wiedererleben, Illusionen

  • Intensive psychische Belastung

  • Körperliche Reaktionen bei Erinnerungen an das Ereignis


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Posttraumatische Belastungsstörung

Anhaltende Reizvermeidung und mind. 3 Symptome

  • Gedanken, Gefühle, Gespräche

  • Aktivitäten, Orte, Menschen

  • Unfähigkeit, sich an wichtigen Aspekt des Traumas zu erinnern

  • Vermindertes Interesse an wichtigen Aktivitäten

  • Gefühl der Losgelöstheit oder Entfremdung

  • Eingeschränkter Affekt

  • Gefühl einer eingeschränkten Zukunft

    Insgesamt seitdem erhöhtes Arousal


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Posttraumatische Belastungsstörung

Arousal:

Ein-oder Durchschlafstörung

Reizbarkeit oder Wutausbrüche

Konzentrationsschwierigkeiten

Hypervigilanz

Erhöhte Schreckhaftigkeit


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Akute Belastungsstörung

Während oder innerhalb eines Monats nach dem extrem traumatischen Stressor.

Mindestens drei der Symptome:

  • Emotionale Taubheit

  • Derealisierung

  • Verringerte Wahrnehmung der Umgebung

  • Depersonalisation

  • Dissoziative Amnesie

    Das Ereignis wird wiedererlebt, man vermeidet Reize die Erinnerungen auslösen.


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Andere Phobien und Ängste

Schulvermeidungsverhalten

  • Weigerung, den Unterricht zu besuchen, dann aber doch gehen

  • Zur Schule gehen, aber während des Unterrichts wieder heimkommen

  • Gar nicht zur Schule gehen

    Gründe:

  • Vermeidung von Reizen die negativen Affekt auslösen

  • Ausweichen unangenehmer sozialer oder Prüfungssituationen

  • Aufmerksamkeit (zuhause)

  • Positive Verstärkung (lieber mit Freunden, als in Schule)


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Andere Phobien und Ängste

Prüfungsangst

  • Intensive körperliche, kognitive und behaviorale Symptome von Angst, vor und während einer Prüfungssituation, wodurch die Leistung beeinträchtigt wird

  • Schlechtere Schulleistungen

  • Manchmal Fächerspezifisch

  • Selbstkonzept: wenig Selbstachtung, mehr Sorgen


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Andere Phobien und Ängste

Selektiver Mutismus

  • Sprechen mit Personen zuhause (oder enge Freunde) normal, aber nicht mit Personen außerhalb der Familie

  • Ängstlich

  • Sprechen nur in Umgebung in der sie sich wohlfühlen

  • Beginn oft im Alter 3-5

  • Länger als 4 Wochen (z. B. wenn in Kindergarten oder Schule)


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Andere Phobien und Ängste

Phobien kulturspezifisch:

s. S. 82/83


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Sozial unsichere Kinder

Erscheinungsbild:

  • schüchtern, gehemmt, kontaktscheu

  • fallen nicht gleich als problematisch auf

  • Vor allem im Kontext mit anderen und Anforderungen

    • Durchsetzen eigener berechtigter Ansprüche

    • Kontaktaufnahme mit Gleichaltrigen, Verabredungen

    • Äußern eigener Meinung

      Eher still, erzählen kaum etwas, sprechen leise und undeutlich, wenig Emotionsausdruck, wirken apathisch oder weinerlich, kaum Blickkontakt, zappeln, bewegen sich kaum frei im Raum


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Sozial unsichere Kinder

Häufigkeit

  • 15% irgendeine Art von Angststörung

  • 3-4% mit Funktionseinschränkung

  • 5-6% sozialer Rückzug

  • 5% körperliche Beschwerden

  • 12,5% der Jungen, 8,6% der Mädchen ängstlich/depressiv

  • Anscheinend eine Zunahme der Störung im Jugendalter

  • 50% komorbid mit depressiven Symptomen (28-75%)

  • Bereits im Vorschulalter diagnostizierbar – Stabilität (Veränderung zu anderer Angststörung möglich

  • Beeinträchtigung im Sozialkontakt; evtl. Panikstörung, Agoraphobie


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Sozial unsichere Kinder

Ursachen

Biologische Faktoren: Irritierbarkeit im Säuglingsalter (limbisch-hypothalamisches System – erniedrigte Erregungsschwelle)

Psychische Faktoren: verzerrte soziale Wahrnehmung, bedrohliche Interpretation, weniger sozial kompetent, Erwartung von Ablehnung; erhöhte Selbstaufmerksamkeit, intensive Sorgen, negative Selbstbewertung, kein Selbstvertrauen

Soziale Faktoren: Trennungs- und Verlusterfahrungen (Scheidung, Tod, Umzug), übermäßiges Verwöhnen; Angstniveau der Mutter. Vermeidungsverhalten wird verstärkt; inkonsistentes Erziehungsverhalten


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Depression

Erscheinungsbild

  • Über längeren Zeitraum depressive Symptome (mind. 2 Wochen)

  • Major Depression vs. dysthyme Störung (weniger starke Ausprägung)

  • „double depression“: dysthyme Störung plus Phasen einer Major Depression

    Symptome:

  • Depressive oder reizbare Stimmung

  • Verlust von Interesse oder Freude

  • Reduzierung der körperlichen Aktivität

  • Körperliche Symptome: Müdigkeit, mehr oder weniger Schlaf, Gewichtsveränderung

  • Verlangsamtes Denken, Gefühle der Wertlosigkeit, Konzentrationsprobleme


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Depression

Komorbidität:

  • Bei 40% auch Angststörungen

  • Bei 25% expansive Verhaltensstörungen

  • ADHS/HKS, Essstörungen


Depression40 l.jpg

Depression

Häufigkeit

- 4,4% bei Kindern im Alter von 8-18 Jahren

  • Im Kleinkind – und Vorschulalter: ca 1%

  • Lebenszeitprävalenz bei 14-18 Jährigen: 15-20%

  • Dysthyme Störung: 0-2% im Schulalter, 1-8% der Jugendlichen

    Verlauf

  • Man wächst nicht einfach heraus, chronischer Verlauf, hohe Rückfallrate, große Beeinträchtigung

  • Risiko für suizidale Handlungen


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Essstörungen

Erscheinungsbild

  • Essen und Beziehung hängen eng zusammen

  • Veränderung des modernen Familienlebens

  • Aussehen, Gewicht: Körperideal des Modells

  • Fast nur in industriellen Wohlstandsgesellschaften (Habermas 2001)

  • Suche nach Identität


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Essstörungen

Prävalenz

  • Hohe Dunkelziffer

  • Frauen: Männer 7:1 bis 10:1

  • Frauen: 1% Anorexie, 2-4% Bulimie

  • v.a. 13-25 Jahre

  • Kaum Zugehörigkeit zur unteren sozialen Schicht

  • berufliche Risikogruppen (Models)

  • Häufig eine Leistungsthematik; Selbstkontrolle als Leistung

  • Wahrnehmung des Körpers gestört

  • Oft fehlende Krankheitseinsicht


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Essstörungen

Verlauf

Anorexie:

  • 40% fast vollständige Genesung;

  • 30% partiell

  • Chronifizierung bei 15-20%

  • Exitus: 10-15%

    Bulimie:

  • 40-50% vollständige Genesung

  • 20-30% partiell

  • 20% Chronifizierung

  • 0,5% Exitus

    Overeating, binge eating, Adipositas


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Modelle der Angststörung

Klassische Konditionierung

Bsp. Kleiner Albert

  • Generalisierung und Diskriminierung

    Kritik:

  • Betroffene berichten oft kein traumatisches Ereignis am Beginn der Phobie

  • Oft durch Beobachtungslernen


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Modelle der Angststörung

Zwei-Faktoren-Theorie der Vermeidung

(Mowrer 1969)

  • Klassische Konditionierung

  • Vermeidung verstärkt (negativer Verstärker)

    Kritik (Solomon et al 1953):

  • Geht auch ohne Furcht, nur reines Vermeidungsverhalten

  • Kein gutes Modell


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Modelle der Angststörung

Lernen durch Beobachtung

Stellvertretende Erfahrungen,

Selbstwirksamkeitserwartung niedrig

Kinder teilen häufig die Ängste ihrer Eltern


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Modelle der Angststörung

Rachmans Modell (1977)

3 verschiedene Wege wie Phobien erworben werden

  • Direkte klassische Konditionierung

  • Modell- Lernen

  • Informationsvermittlung/Wissensvermittlung


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Modelle der Angststörung

Krankheits-Vermeidungs-Modell (Matchett/Davey 1991)

Ekelreaktion, Ekel-Sensitivität

adaptiver Nutzen ist die Prävention von Krankheitsübertragungen

Tiere (Ratten, Schnecken, Spinnen), Schmutz (Krankheitserreger)


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Modelle der Angststörung

Kognitive Modelle

Beck and Emery (1985)

Gefahren werden überbewertet

Panikattacken (Clark 1988)

Fehlinterpretation von Körperwahrnehmungen bei normaler Angstreaktion

- Periode erhöhter Angst (durch Streit etc.) bei Beginn

- Die Angst vor Attacken führt zur Hypervigilanz und Prüfung des Körpers auf Symptome


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Modelle der Angststörung

Kognitive Modelle:

S. 172-174


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Modelle der Angststörung

Psychoanalytische Theorie

Innerpsychische Konflikte führen zur Angst

Abwehrmechanismen –

Verschiebung oder andere Abwehrmechanismen funktionieren nicht – dann Angst

Konflikte z. B. Junge begehrt seine Mutter, Angst vor Vater – Verschiebung der Angst auf Pferd – Pferdephobie


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Modelle der Angststörung

Bindungsmodell: s.u.

Temperamentsmodell:

Physiologische Prädisposition

Verhaltenshemmung (ererbt)

Hohe Erregung (Sympathikus), extreme Reaktionen auf Stress

Persönlichkeitsmerkmal


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Entwicklungspsychopathologie

  • Erklärungsmodelle für Entwicklungsprobleme bzw. Einflußfaktoren der Entwicklung

  • Protektive Faktoren und Risikofaktoren – identifiziert in Einzelfallstudien und quantitativen Studien

  • Wirkung der Faktoren in verschiedenen Lebensphasen bedeutsam (z. B. Empathieentwicklung im Vorschulalter)

  • Faktoren aus den Bereichen:

    • intraindividuelle, familiär, soziales Umfeld


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Entwicklungspsychopathologie

Ziel: Phänomene der Kontinuität und des Wandels von Störungen im Lebenslauf erklären

  • Hohe Kontinuität z. B. tiefgreifende Entwicklungsstörung

    Autismus, externalisierende Verhaltensstörung, aggressives Verhalten bei Jungen

  • Diskontinuität weniger gut untersucht; z. B.

    • Kindliche Depression und Störung des Sozialverhaltens, die sich nicht mehr im Erwachsenenalter finden

    • Frage nach protektiven Faktoren (Lehrerbeziehung, Partnerschaft; Fürsorge für ein Geschwisterchen)


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Entwicklungspsychopathologie

Prognose:

  • Frühe Störung sagt mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit spätere Störungen voraus

  • z. B. Versagen bei alterstypischen Anpassungsleistungen – höchste Vorhersagekraft (Leistungsfähigkeit – Leistungsfähigkeit)


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Entwicklungspsychopathologie

Probabilistische Betrachtungsweise:

  • Entstehung und Entwicklung (Ätiologie) psychosozialer Probleme durch Zusammenspiel verschiedener personaler und sozialer Faktoren

  • Störung ist nicht unausweichliches Ergebnis;

  • die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung einer Störung ist durch genetische, neurobiologische, psychologische und soziale Faktoren bedingt


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Entwicklungspsychopathologie

Risikofaktor:

Eine Variable, die, die statistische Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Störung erhöht

  • z. B. Lebensereignis, Persönlichkeitsmerkmal, Verhaltensstil, soziale Umwelt

    kumulative Effekte : erst die Häufung von Risiken erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Störung

    Identische Risikofaktoren können zu unterschiedlichen Störungen führen (Multifinalität)

    Verschiedenen Risikofaktoren können zur gleichen Störung führen (Äquifinalität)


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Entwicklungspsychopathologie

Protektiver Faktor/Schutzfaktor:

Eine Variable, die die statistische Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Störung senkt bzw. die Effekte von Risikofaktoren kompensiert


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Entwicklungspsychopathologie

Identifikation von protektiven Faktoren über eine Studie auf der Insel Kauai (Werner &Smith 1989, 1992, 2001).

  • Längsschnittstudie über mehrere Jahrzehnte

  • 30% der Kinder gehörten einer Hochrisikogruppe an

  • 30% von diesen zeigten jedoch keine Auffälligkeit

  • Psychische Resilienz (Widerstandsfähigkeit) durch personale/soziale Schutzfaktoren


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Entwicklungspsychopathologie

Studie Kauai: Schutzfaktoren:

  • Problemlöse- und Kommunikationsfähigkeit

  • Selbstwirksamkeitserwartungen

  • Planungskompetenzen

  • Das Vorhandensein stabiler Bindungspersonen!

    Diskusssion: Ambiguität von Schutzfaktoren – daher Forschung zu kontext- und konstellationsspezifischen Bewältigungsprozessen


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Entwicklungspsychopathologie

Passung, Goodness-of-Fit

Passung zwischen den Anforderungen der Umwelt und Bewältigungskapazitäten einer Person

Entwicklung einer Störung: ja/nein

Bsp.: Migrantenkinder: in Ursprungsland/Familie angepaßt, im neuen Land überfordert

AUCH: man sucht sich bestimmte Umweltbedingungen oder paßt sich die Umwelt an, kontrolliert sie

Passungen werden ausgehandelt – dies kann bereits zu übermäßigem Stress führen Störung;


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Entwicklungspsychopathologie

Diathese-Stress Modell

Verletzlichkeiten/Vulnerabilitäten in der bio-psychischen Struktur einer Person (z. B. negative Sozialisationseffekte)

starke Belastungen

Zusammenbruch funktionaler Bewältigungsmöglichkeiten

Störung/dysfunktionale Bewältigung

Chronifizierung der Störung


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Entwicklungspsychopathologie

Veränderung durch Erfahrung (s. auch Epigenetik)

aber begrenzte Verhaltensflexibilität, bei Störung, daher oft Häufung einer Störung über Generationen hinweg (ähnliche Genetik und Umwelt)

Genetik Schicksal

Die Expression von Genen im Sinne von Verhalten unterliegt vielen Faktoren:

- Umwelterfahrungen (Erziehung, Ernährung etc.)


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Entwicklungspsychopathologie

Beispiel für eine Entwicklungspsychopathologische Betrachtungsweise: Störung des Sozialverhaltens (Dodge 2000)

Verschiedene Entwicklungsstufen

  • A) neuronale, endokrine, psychophysiologische Merkmale, die das Risiko erhöhen

    B) soziokultureller Kontext: Elternhaus (aggressionsbereit, niedriger sozioökonomischer Status)

    2. Durch 1 bedingte spezifische Lebenserfahrungen in den ersten Lebensjahren – weiteres Risiko durch strenge Disziplinierung, emotionale Vernachlässigung, Aggression


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Entwicklungspsychopathologie

3. Grundschulzeit: Defizite in der Selbstregulation; mehr soziale Zurückweisung, Schulleistungsprobleme

negative Entwicklungsspirale

- mehr negative Peerkontakte; mehr feindselige Attribution

- relative Verfügbarkeit aggressiver Verhaltensweisen

- laxer Erziehungsstil zuhause um Konflikte zu vermeiden

jeder Faktor erhöht das Risiko sukzessive


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Entwicklungspsychopathologie

Intraindividuelle Risikofaktoren

  • Persönlichkeitseigenschaften

  • Stile der Informationsverarbeitung

  • Emotionsregulationsfähigkeit

  • Motivation

  • Strukturelle Eigenschaften der Hirnregulation


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Entwicklungspsychopathologie

Intraindividuelle Risikofaktoren

  • Neurobiologisch, temperamentsbezogen

  • Bedeutung 3 cerebraler Subsysteme – steuern Verhaltenstendenzen, bereits in Säuglingen

    - Annäherungssystem

    - Verhaltenshemmungssystem (hoch: Angststörungen; niedrig: ADHS)

    - Kampf/Flucht (fight-flight) System

    Deren Balance/Interaktion ist beeinflußbar, z. B. durch Traumata

    Temperament (schwieriges Temperament bei Säuglingen: schlechter Schlaf-Wach-Rhythmus, , Unruhe, Gereiztheit)


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Entwicklungspsychopathologie

Intraindividuelle Risikofaktoren

2. Emotional, motivational

Qualität der Emotionsregulation

  • Einfluss durch den Tonus des Nervus Vagus (niedriger Tonus= risk)

  • Emotionalität (Grundstimmung)

  • Emotionale Reaktivität (riskfactor für externalisierende/internalisierende Vh-Störung)

    Risikofaktor: Geringe Impulskontrolle und vermeidende Emotionsregulationsstrategie

    Bindungsstile


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Entwicklungspsychopathologie

Intraindividuelle Risikofaktoren

3. Kognitive Risikofaktoren

Defizite im Problemlösen und Handlungsregulation

- Wahrnehmung/Interpretation von Situationen

- Generierung von Handlungsalternativen

- Entscheidung für eine Alternative

- Ausführung

- Bewertung der Handlung

SSV: z. B. negative Wahrnehmung, eingeschränkte Handlungsalternativen, niedrige Kontrollüberzeugung, niedriger IQ, ADHS


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Entwicklungspsychopathologie

Soziale Risikofaktoren

Familiensystem

Immer Einfluss auf das Kind – Interaktion – Rückkoppelungsschleifen (Kind beeinflusst auch das Elternverhalten

  • Risikofaktoren z. B. Verlust eines Familienmitglieds, Scheidung, behindertes Geschwisterkind, finanzielle Probleme, chronische Krankheit, psychische Störung eines Elternteils, ständiger Streit, Kriminalität, Bindungsdesorganisation, familiäre Gewalt, Missbrauch,

    Sekundäre Vulnerabilität im Diathese-Stress-Modell durch Erfahrungen

    Primäre Vulnerabilität: genetische Faktoren, Frühgeburtlichkeit, körperliche Schädigung, Geburtskomplikationen etc.


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Entwicklungspsychopathologie

Soziale Risikofaktoren

Familiensystem

Übergang zur Elternschaft bereits kritische Phase – Anpassungsleistung:

Weichenstellung für die Entwicklung der Kinder: Prävention/Intervention bereits in der Schwangerschaft/direkt nach der Geburt

Partnerbeziehung:

- Modellcharakter für den Umgang mit Konflikten/Streitkultur

- Einfluss auf Erziehungsstil (Dimensionen Emotionalität und Kontrolle; Faktor Inkonsistenz des Erziehungsverhaltens)


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Risikofaktoren der Angststörung

Familiäre Faktoren

2 Methoden der Familienforschung:

  • Familiäre Häufung

  • Was unterscheidet Familien mit einem Angstgestörten von den Familien ohne jemanden mit einer Angststörung

    Top-down-Studien: erwachsene Symptomträger ausgewählt, Forschung an deren Nachkommen

    Bottom-up-Studien: Kinder/Jugendliche mit Störung, Untersuchung deren Eltern und Verwandten


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Risikofaktoren der Angststörung

Familiäre Faktoren

Untersuchung des Erziehungsverhaltens der Eltern, weitere Faktoren über:

  • Fragebogen für Eltern

  • Fragebogen für die betroffenen Kinder

  • Direkte Beobachtung im Laborsetting


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Risikofaktoren der Angststörung

Familiäre Faktoren

  • Angststörungen treten familiär gehäuft auf

  • 34% der Kinder mit Angststörungen berichten von Angststörungen (und auch anderer Störungen, Depression, Alkohol, Drogen) der Eltern (Essau 2000)

  • Kinder von Eltern mit Angststörungen haben ein 7-fach höheres Risiko selbst eine Angststörung (v.a. Trennungsangst) zu entwickeln

  • Unklar ob genetisch oder Umwelt (!!! Immer eine Interaktion)

  • Vulnerabilität, Temperament, Erregungsniveau


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Risikofaktoren der Angststörung

Familiäre Faktoren

  • Eltern von Personen mit Angststörung sind zurückweisender und kontrollierender (Bindungsdesorganisation/Vermeidung?!)

  • Geringere Bindung an die Eltern, Entfremdung

  • Ängstlicher Elternteil

  • Inkonsistente Erziehung

  • Fördern weniger die kindliche Selbständigkeit

  • Mehr psychische Auffälligkeiten der Eltern (v.a. Vater)

  • Mütter ängstlicher Kinder schätzen deren Bewältigungsfähigkeiten geringer ein


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Risikofaktoren der Angststörung

Familiäre Faktoren

  • Mutter-Kind Interaktion: kontrollierender

  • Inkonsistentes Tadeln

  • Übermäßige Fürsorge (Festhalten) – nur bei Kindern mit gehemmtem Verhalten – Anlage-Umwelt-Interaktion

  • Mütter üben mehr aversive Kontrolle aus (Kritik, Strafe)


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Risikofaktoren der Angststörung

Temperament

  • Schwierig zu regulieren, ängstlich (Baby)

  • Reizbarkeit (Kleinkindalter)

  • Vorsichtigkeit und Introversion (Schulalter)

  • Niedrige Reizschwelle, schnelle Aktivation des Sympathikus

  • Verhaltenshemmung (Prävalenz 10-15%)


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Risikofaktoren der Angststörung

Kognitive Faktoren

  • Aufmerksamkeit selektiv auf bedrohliche Signale gerichtet

  • Mehrdeutige Situationen werden als bedrohlich eingeschätzt

  • Auffällig selbstbezogen – brauchen häufig Rückversicherung durch andere Menschen

  • Wahrscheinlichkeit des Auftretens negativer Ereignisse wird überschätzt – eigene Fähigkeiten werden unterschätzt

  • (S. Studien S. 191-193)


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Risikofaktoren der Angststörung

Lebensereignisse und Bewältigungsstrategien

  • Mehr kritische Lebensereignisse, z. B. Auseinandersetzungen mit Eltern, Geschwistern, Umgang mit Peers, schlechte Noten, Verlust einer Freundschaft, Misshandlungen, chronische Erkrankungen

  • Z. B. auch Scheidung der Eltern, Tod eines Verwandten, gingen Panikattacken bei Jugendlichen voraus (!!! Einbruch des Oxytozinsystems????) – weil damit meist die soziale Unterstützung heruntergefahren wird (weniger Zuwendung)


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Prävalenz der Angststörungen

  • Phobien am häufigsten (3-11%)

  • Zwangsstörung (0.4-2.1%)

  • Panikstörung (1%)

  • Generalisierte Angststörung (1%)

  • Trennungsangst bei Achtjährigen (2.8%)

  • Posttraumatische Belastungsstörung (1.3-6%)

  • Kinder mit traumatischen Erfahrungen (40%)


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Panikattacken

Situationen in denen Panikattacken auftreten (King et al. 1996; S. 129)


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Komorbidität

  • Am häufigsten mit Depression: die Angststörung geht meist voraus

  • Komorbiditätsraten 20-70%

  • Auch mit anderen Angststörungen

  • Und später auch mit Substanzmissbrauch


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Psychosoziale Beeinträchtigung

  • Unterschiedliche Ausprägung, im Bereich:

    • Kind

    • Familie

    • Peers

    • Schule, soziale Aktivitäten etc.

    • Wenig enge Kontakte zu Peers

    • Mehr schulische Schwierigkeiten

    • Mehr familiäre Schwierigkeiten

    • Einsam, unbeliebt und vernachlässigt von Peers

      (Bsp. Angst vor ausgestopften Tieren)


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Psychosoziale Beeinträchtigung

Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten

Keller et al (1992):

76% der Kinder werden nicht behandelt

13% Einzelberatung

5%Familienberatung

5% psychologische Testung aber keine Behandlung


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Psychosoziale Beeinträchtigung

Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten

Wittchen et al (1998): am häufigsten bei:

  • Panikstörung 81%

  • Posttraumatische Belastungsstörung 63%

  • Generalisierte Angststörung 58%

    Essau 2000: weniger als 20% der Betroffenen bekommen Hilfe

    S. 149 (Wege zur Behandlung)


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Psychosoziale Beeinträchtigung

Fehldiagnosen:

Die Kinder werden häufig fehldiagnostiziert:

  • Nur körperliche Symptome: körperliche Erkrankung, etliche Untersuchungen

    Ohne Behandlung nimmt die Störung meist einen chronischen Verlauf – sie wächst sich nicht einfach aus (bis 70%)

    43% (Leonard et al 1993) haben trotz pharmakologischer Behandlung nach 2-7 Jahren immer noch eine Zwangsstörung


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Diagnostik

Klinische Interviews

Fragen

Verhaltensbeobachtung während des Gesprächs

Unstrukturierte Interviews

Wenig reliabel


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Diagnostik

Hochstrukturierte Interviews (Forschung)

Halbstrukturierte Interviews (mit Bildern)

Quellen:

  • Kind

  • Aber unbedingt auch Eltern, evtl. Lehrer


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Diagnostik

Selbstbeurteilungsfragebögen

  • Screening

  • Z. B. Angstfragebogen für Schüler, CBCL


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CBCL

Dimensionale Diagnostik:

Child Behavior Checklist – deutsche Version (CBCL) (Achenbach)

  • meist verwendetes Instrument

  • Frage bögen (Alter 4-18 Jahre; auch englische Version für 1 ½ - 5 Jahre)

  • 1. Teil: Erfragen von Kompetenzen

  • 2. Teil: 120 Einzelsymptome (Verhalten, Emotion, körperliche Beschwerden)

  • Antwort auf einer dreistufigen Skala ( nicht zutreffend, manchmal, häufig)

  • Elternfragebogen und Lehrerfragebogen (TRF, Teacher Report Form)

  • Auch self-report ab 12 Jahre

  • 8 Problemskalen: die meisten zuordbar zu externalisierend/internalisierend


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Diagnostik

Verhaltensbeobachtung

  • In der natürlichen Umgebung (Kamera zuhause oder in der Schule)

  • Im Labor

  • BehavioralAvoidance Task

    • In vivo, schrittweises dem gefürchteten Reiz aussetzen

      Ratingskalen zur Verhaltensbeobachtung

      Preschool Observation ScaleofAnxiety (30 Verhaltensweisen)

      Rollenspieltests


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Diagnostik

Selbstbeobachtung

  • Tägliches Tagebuch

    manchmal mit strukturierten Vordrucken (wo, wann, was mußte die Person tun, wie hat sie reagiert)

    Rating von Bezugspersonen (TRF Teacher Report Form, der CBCL, auch von Eltern auszufüllen)


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Frühkindliche Regulationsstörungen

  • Bedeutung der Passung von Kind und Umwelt (Eltern):

    • Schwieriges, impulsives Kind in toleranter Familie besser als in zwanghafter Familie

  • Unstillbares Schreien oder wenig Responsivität beeinflußt sehr schnell die mütterliche Reaktionsbereitschaft

  • Folge/Ursache?: Überschätzung des Grades der Absichtlichkeit (Hinde 1979) im kindlichen Verhalten durch die Eltern (Teufelskreis, falsche Wahrnehmung, Überschätzung des Problemverhaltens

  • Hineininterpretieren von Bedeutung (mein Kind mag mich nicht): meist Projektionen eigener elterlicher Repräsentationen (S. 42 Fall)


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Frühkindliche Regulationsstörungen

3 Wege wie psychische Störungen in der Kindheit entstehen:

  • Bereits angeboren: Autismus, Störung der Kommunikation (z. B. Behinderung)

  • Seelische Verletzung: Traumatisierung: Kind wird in besonderer Weise bedroht und verunsichert, ohne dass Hilfe von Erwachsenen erfolgt

  • Störung der Eltern-Kind-Interaktion in der Feinabstimmung, durch kindliche, elterliche und situative Faktoren. Nicht extremes Trauma, sonder alltägliche Situationen zementieren diese Formen der Kommunikation


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Frühkindliche Regulationsstörungen

  • Auch genetische Vulnerabilitäten

  • Prävention: kleiner Eingriff (oft nur 4 Sitzungen, intermittierende Beratungsgespräche) mit großer Wirkung

  • Durchbrechen der eskalierenden Teufelskreise (keine Engelskreise: s. Aktivierung/Stress des Caregivings, gemeinsame Interaktion, Deaktivierung, Oxytocin, Entspannung, happiness bei Mutter und Kind ….)

  • Früherkennung und frühe Intervention


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Frühkindliche Regulationsstörungen

Arten der frühkindlichen Regulationsstörung:

  • Exzessives Schreien (29,4%)

  • Schlafstörungen (62,8%)

  • Fütterstörungen (40,4%)

  • Dysphorische Unruhe (30,1%)

  • Exzessives Klammern und Trotzen (20%)

  • 1991: Münchner Sprechstunde für Schreibabies (N>1000 Familien 1994-1997)


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Frühkindliche Regulationsstörungen

  • Kinder kamen im Alter von 0-55 Monaten

  • Tabelle S. 53 (soziodemographische Daten)

  • Zusammenhang zwischen exzessivem Schreien und späteren Verhaltensauffälligkeiten (Fütterproblemen; Shaver 1974; Schlafstörungen, erhöhte Ängstlichkeit

  • Vorgestellt mit 7 Monaten: nur 10% hatten vorher KEINE Symptome

  • Durchschnittlich verstreichen 9 Monate mit Symptom bis zum Erstkontakt zur Schreisprechstunde


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Frühkindliche Regulationsstörungen

Pränatale Risikofaktoren (S. 64/66) (69%)

  • Stress in der ersten Hälfte der SS (Cortisol dringt noch durch Placentaschranke), Angst, Depressionen (zusammen 46%)

  • Schwere Hyperemesis

  • Vorzeitige Wehen mit Tokolyse

  • Schwangerschaftsdepression

    Perinatale Risikofaktoren (38,8%)

  • Sectio

  • Mangelgeburt (Gewicht)

    Postnatal (85,4%)

  • Familiäre und kindliche Atopie (Hautprobleme)

  • Neurologische Auffälligkeiten


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Frühkindliche Regulationsstörungen

Intuitive elterliche Kompetenzen (intuitive Parenting) (Papousek)

  • Vertrauen darin wird durch schwieriges Kind durchbrochen: Teufelskreis)

  • Negatives feedback versträrkt Belastung im Übergang zur Elternschaft, Gefühl der Hilflosigkeit, Depression, geringes Selbstwertgefühl; Unfähigkeit

  • Frühe Orchestrierungsphase (S. 96)


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Prävention

  • Ziele:

  • Risiko für eine negative Entwicklung minimieren

  • Verbesserung der Erziehungskompetenz der Eltern, soziale Unterstützung der Eltern, Verbindung/Kontakt Eltern – Kindergarten – Schule

  • Verbesserung der sozialen/kognitiven Kompetenz des Kindes

  • Ausbau kind- und familienbezogener Resilienzfaktoren

  • Ausbau der Beziehung zu Gleichaltrigen


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Prävention

  • Im Vorschulalter

  • Ca 20% aller Kinder zeigen klinisch relevante Verhaltensauffälligkeiten, Aggressionen, Trotzverhalten, Ängste oder Depression

  • Diese Kinder sind stärker gefährdet, Misshandlungen durch Eltern und Geschwister und Lernschwierigkeiten zu erfahren

  • Später mehr gefährdet für ungeschützten Geschlechtsverkehr, Trunkenheit, Verkehrsunfälle, Arbeitslosigkeit, Delinquenz

  • Nur 1 aus 6 betroffene Familien nehmen Hilfe an

  • Verhaltensstörung zeigt eine hohe Stabilität


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Prävention

  • Caplan (1964)

  • Primärprävention:

  • Strategie um das Auftreten einer psychischen Störung zu reduzieren

  • Sekundärprävention:

  • Reduzierung der Dauer bestimmter Störungen

  • Tertiärprävention:

  • Strategie, um die Beeinträchtigungen durch die Störung zu minimieren


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Prävention

  • Munoz, Mrazek & Haggerty (1996)

  • Universelle präventive Intervention:

    • Gesamte Bevölkerungsgruppe (Vorsorgeuntersuchungen etc.)

  • Selektive präventive Intervention:

    • Individuen oder Gruppen die bestimmte Risikofaktoren oder bereits Symptome haben (Frühgeborene, allein Erziehende, psychisch kranke Eltern)

  • Indizierte präventive Intervention:

    • Hochrisikogruppen: Personen, die Symptome zeigen, und Risikofaktoren aufweisen, Eskalation und weitere negative Konsequenzen verhindern


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    Präventionsprogramme

    Ziele:

    Bedingt durch Ansatzpunkt:

    • Durchführungsort (gute Erreichbarkeit; home based, school based, community based)

    • Adressaten (Kind oder Eltern, oder Lehrer)

      • Je jünger das Kind, desto eher Ansatz über die Eltern

      • Je älter das Kind und je ausgeprägter die Symptome, eher kindzentriert (Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten)

      • Multi-Komponenten-Programme (Kind/Eltern)


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    Präventionsprogramme

    Ziele:

    Meta-Analysen zur Präventivintervention:

    Unterschiedliche Wirksamkeit:

    • Zeitpunkt des Effekts (wann messen) (oft erst Monate später)

    • Rekrutierung der Stichprobe (v.a. bei universeller Prävention, kontinuierliche Teilnahme, Motivationsprobleme)

    • Dropout-Problem

    • Erfolgsmaße: multidmodal (kognitiv, emotional, behavioral), daher multimethodal (Vh-beobachtung, Fragebogen, Test, Interview)


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    Präventionsprogramme

    Ziele:

    Lösel & Beelmann (2003): Meta-Analyse:

    höchste Effekte bei kognitiv-behavioral (selektiv und indiziert besser als universelle Prävention)

    Primärprävention (z. B. Kriminalität) (Tremblay and Japel 2003)

    • z.T. bereits während Schwangerschaft, z. T. im Alter von 4

    • Prävention inadäquates Elternverhalten

    • Effekte: weniger Folge-SS, bessere familiäre Kommunikation, positivere Einstellung der Eltern, weniger Haftstrafen


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    Präventionsprogramme

    Ziele:

    Kognitive Fähigkeiten

    • Sehr stabil, daher frühe Intervention; gekoppelt mit Vh-Problemen

    • Delinquenz:

    • Beginn vor 3. Geburtstag; am besten Beginn in Schwangerschaft plus day-care-Angebote

    • Bei mehrfachbelasteten Hochrisikokindern – kontinuierliche Betreuung anstatt einer Maßnahme

    • Auswirkung auf kognitive und soziale Fähigkeiten, und Erziehungskompetenz der Eltern


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    Frühförderung und Bindung

    Sarimski (2001):

    - prognostisch bedeutsamste Variable: Reponsivität der Mutter

    d.h. Initiativen des Kindes aufgreifen und unterstützen

    • z. B. bei geistig behinderten Kindern, Frühgeborenen, cerebrale Bewegungsstörung

    • Leyendecker (1997): Beziehung=Wirkung (von Eltern, aber auch Durchführende der Frühförderung)

    • Sensibilität und geeignete Theorie!!!

    • Feinfühligkeit: kindliche Signale 1) wahrnehmen 2) richtig interpretieren 3) angemessen und 4) prompt reagieren


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    Frühförderung und Bindung

    Studie von van den Boom (1994, 1997):

    • Risikostichprobe (N=100): hoch irritierbare Kinder aus sozioökonomisch schwachen Familien

    • Intervention: 3 Hausbesuche (7.-9. Lebensmonat) mit Training der Feinfühligkeit

    • Interventionsgruppe: 72% sicher gebunden

    • Kontrollgruppe: 32% sicher gebunden

    • Bindungssicherheit ist ein protektiver Faktor (Kissgen und Suess 2005)


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    Prävention im Vorschulalter

    • Ca. 20% aller Kinder haben klinisch relevante Auffälligkeiten wie Aggressionen, Trotzverhalten, Ängste, Depressionen (z. B. Ihle und Esse 2002)

    • Gefährdet:

      • Misshandlung durch Eltern zu erfahren

      • Lernschwierigkeiten

      • Ungeschützten Geschlechtsverkehr

      • Alkohol am Steuer

      • Verkehrsunfälle

      • Arbeitslosigkeit

      • Delinquenz


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    Prävention im Vorschulalter

    • Weniger als 15% der Familien, die Hilfe bräuchten, suchen Hilfen auf

    • Universelle Präventionsprogramme:

      • Kindzentriert:

        • Präventionsprogramm zur Verhütung von sexuellem Missbrauch (Eck & Lohaus 1993)

        • Interpersonal Cognitive Problem-Solving (Shure & Spivack 1982)

        • Goodbehavior Game (Kellam et al 1998)

        • Second Step (Faustlos) (Grossmann et al 1997)


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    Prävention im Vorschulalter

    • Universelle Präventionsprogramme:

      • Elternzentriert:

        • Triple P (Gruppentraining, Sander 1999)

        • Multikomponenten-Programm:

          • Seattle Social Development Project (Hawkins et al. 1992)

          • Lehrerzentriert:

            • Promoting Alternative ThinkingStrategies (PATH, Greenberg &Kusche 1998)

            • IncredibleYears Series (IYS) (Webster-Stratton et al. 2001)


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    Fragebogen zum Kind


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    Bindung und Caregiving

    Beschrieben in der Bindungstheorie von J. Bowlby (und M. Ainsworth)

    • Bindung und Caregiving (Pflegeverhalten) sind komplementäre Verhaltenssysteme

    • Biologisch angelegt, mit Hormonen und Stressregulation eng verknüpft

    • Wichtige Funktion im gesamte Lebenslauf

    • Bindung und Caregiving auch im Erwachsenenalter


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    Bindungstheorie

    John Bowlby: Bindungstheorie (1960)

    • basierend auf Beobachtungen von Mutter-Kind Dyadenzuhause und Kindern in Heimen

    • Basierend auf Forschung von Harlow und Zimmerman (1958)

    • ursprünglich: Mutter-Kind-Bindung

    • Seit den 1990ern: Erwachsenenbindung (adult attachment), Partnerbindung

    • BindungzwischenMensch und Tier

      BindungisteinwichtigerAspekteinesgesundenemotionalen und sozialenLebens von derWiegebiszum Grab.(Bowlby 1969/1982)


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    Verhaltenssysteme

    Verhaltenssystem (George and Solomon 2000):

    “ist ein biologisches System das die Regeln und Verhaltensweisen, die mit einem bestimmten Ziel in Verbindung stehen.”

    • Bindungssystem im Kind

    • Pflegeverhaltenssystem beim Elternteil

      Bindung und Caregiving sind komplementäre Systeme

      Sie stehen in Konkurrenz zu anderen Verhaltenssystemen:

      - affiliatives System (soziale Beziehungen)

      - sexuelles System

      - Exploration

      - Angst (bei Kind und Mutter)

      - Stressregulation


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    Bindungsverhaltenssystem

    Ziel des Bindungsverhaltenssystems:

    • Schutz: durch das Herstellen oder Aufrechterhalten von Nähe zur Bindungsfigur (Elternteil, jemand der mehr Ressourcen hat)

      • (auch der Erhalt von Nahrung, Pflegeverhalten, und Trost )

    • Aktivierung des Systems wenn das Kind in Gefahr ist oder Stress erlebt

    • Ziel : Schutz des Nachwuchses (reproductive fitness)

    • Weiteres Ziel: Stressreduktion im Kind – soziale Unterstützung


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    Soziale Unterstützung

    4 Formen sozialer Unterstützung:

    • Instrumentale Unterstützung

    • Unterstützung durch Information

      Vor allem in engen und vertrauensvollen Beziehungen:

    • Emotionale Unterstützung

    • Physischer Kontakt (Ditzen et al. 2007)


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    Bindungsverhalten

    Bindungsverhaltensweisen beinhalten:

    Alle Aktionen die darauf abzielen, Nähe herzustellen und aufrecht zu erhalten

    • Augenkontakt,

    • weinen,

    • rufen,

    • Hände ausstrecken,

    • sich auf jemanden zubewegen,

    • sich am Elternteil festhalten, Widerstand gegen Trennung leisten


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    Bindungssystem - Aktivierung

    Das Bindungsverhaltenssystem wird aktiviert durch :

    Internale Reize:

    • Krankheit,

    • Müdigkeit

    • Hunger

    • Schmerz

    • Angst

    • negative Emotionen

    • Hormone (Oxytozin)

    • Externale Reize:

    • Situationen die Stress und Angst auslösen (weil potentiell gefährlich)

    • - Trennung von Pflegeperson

    • physische Gefahr

    • Anwesenheit von Fremden

    • unbekannte Umgebung

    • Sturm mit Blitz und Donner

    • Dunkelheit


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    Bindungssystem Deaktivierung

    Das Bindungsverhaltenssystem wird deaktiviert durch:

    - Nähe zur Bezugsperson (Körperkontakt)

    • Adäquates Pflegeverhalten

    • Reduktion von Stress,

    • Gefühl der Sicherheit


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    Pflegeverhalten

    Das Ziel des Pflegeverhaltenssystems ist der Schutz der Nachkommen

    Pflegeverhalten beinhaltet:

    Alle Aktionen die darauf abzielen, Nähe des Kindes herzustellen und aufrechtzuerhalten und Fürsorge zu zeigen, die Stress beim Kind reduzieren (Hunger, Schmerz etc)

    • e.g. Blickkontakt, Zurückholen, Rufen, Hochheben, hingehen, berühren,

      • Füttern, umsorgen, beruhigen


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    Pflegeverhalten - Aktivierung

    Pflegeverhalten wird aktiviert durch:

    Situationen, die Eltern als angstauslösend, gefährlich, oder stressauslösend für das Kind wahrnehmen

    Internale Reize/Auslöser:

    • Hormonspiegel(Oxytozin)

    • Kulturelle Ansichten über richtiges Pflegeverhalten (Fütterzeiten, Alleinschlafen etc)

    • Müdigkeit, Krankheit des Elternteils (sich versichern, dass das Kind nah ist, da man weniger Aufmerksamkeit aufbringen kann)


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    Pflegeverhalten - Aktivierung

    Pflegeverhalten wird aktiviert durch :

    Externale Reize/Auslöser:

    • Situationen die Stress und Angst auslösen und

      gefährlich für das Kind sind

    • S. die externalen Auslöser beim Kind (attachment)

    • Kindliche Merkmale: Kindchenschema (auch bei Tieren, see e.g. Füttern von Tieren im Zoo, oder fremde Hunde)

    • Beeinflust durch eigene Bindung der Mutter

      Aktivierung hängt von der Sensitivität (korrekte Wahrnehmung von Bindungssignalen ab (Responsivität= adäquates Pflegeverhalten)


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    Pflegeverhalten - Deaktivierung

    Das Bindungsverhaltenssystem wird deaktiviert durch:

    - Nähe des Kindes zur Bindungsperson (Körperkontakt)

    • Deaktivierung des kindlichen Bindungsverhaltens

    • Erfolgreiche Stressreduktion beim Kind


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    Bindungssystem - Emotionen

    Die erfolgreiche Deaktivierung von Bindung und Pflegeverhalten wird von starken Empfindungen von Freude und Zufriedenheit begleitet.

    Erfolgloses Bindungs- und Pflegeverhalten (Aktivierung ohne Deaktivierung) ist verbunden mit Stress, Angst, Verzweiflung und Gefühlen der Hilflosigkeit, Ärger, Depression


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    Interaktion von Verhaltenssystemen

    Bindung und Exploration:

    Die Bindungsfigur dient als:

    • Sicherer Hafen bei Stress

    • Sichere Basis für Exploration wenn das Bindungssystem deaktiviert ist und ein Gefühl der Sicherheit vorherrscht (s. playground behavior)

    • Balance zwischen den beiden Systemen bei sicheren Kindern – Fähigkeit zu lernen (intellektuell und sozial)

      - Bindung steht auch in Konkurrenz mit dem affiliativen System, nach den ersten beiden Lebensjahren


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    Interaktion von Verhaltenssystem

    Pflegeverhalten:

    Das Pflegeverhaltenssystem steht in Konkurrenz mit weiteren Verhaltenssystemen: Balance ist wichtig für gesunde Mutter-Kind Beziehung

    • Das Sexualverhaltenssystem

    • Eigenes Bindungssystem (Eltern, Partner)

    • Pflegeverhalten für ein weiteres Kind

    • Affiliatives System (Freunde)

    • Explorationssystem (Arbeit)

      - Die Wichtigkeit des Pflegesystems verschiebt sich gemäß der Entwicklung des Kindes (z. B. Trennungen über mehrere Stunden sind erträglich)


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    Internales Arbeitsmodell (IWM)

    • Internale kognitive Repräsentation

    • durch diese werden bindungsrelevante Erfahrungen evaluiert, emotional beurteilt und organisiert

    • Beinhaltet Erwartungen über sich selbst (Selbstwert, Kompetenz) und die Pflegeperson (verläßlich, vertrauenswürdig, adäquat, sensitiv)

    • Das IWM von Bindung entwickelt sich im ersten Lebensjahr durch wachsende Erfahrung mit den Bindungspersonen

    • IWM von Pflegeverhalten ist verbunden mit den eigenen Erfahrungen von erhaltener Fürsorge, eigenem Bindungssystem, und Selbstkonzept (als gute Pflegeperson)


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    Internales Arbeitsmodell (IWM)

    • Funktion des IWM (Bowlby 1980):

      ...soziales Verhalten anderer und sich selbst in echten Beziehungen zu antizipieren und zu simulieren um dem Individuum antizipatorisches Verhalten zu ermöglichen

    • Unbewußt in der Kindheit

    • Bewußtseinsfähiger im Erwachsenenalter (aber nicht ganz)

    • Beobachtbar bei Kindern (Verhalten, Strange Situation Test, Experimente zur Wiedervereinigung)

    • Nur teilweise durch projektive Tests erfaßbar (Adult Attachment Projective), Interviews,(Adult attachment interview), oder Fragebögen


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    Sichere Bindung

    Primärstrategie: zielt auf sichere Bindung ab

    Konditionale Sekundärstrategien entwickeln sich, wenn das Bindungsverhalten des Kindes nicht adäquat und konsistent beantwortet wird. Dann entwickelt sich unsichere Bindung:

    Die unsichere Bindung dient immer noch einer organisierten Strategie: Schutz und Fürsorge von einer suboptimalen Pflegeperson und Umwelt zu bekommen

    Sichere Bindung:

    Vertrauen in die Verfügbarkeit einer Bindungsfigur; wird beruhigt durch die Nähe einer Bindungsfigur, zeit Trennungsschmerz, und zeigt offen Bindungsverhalten bei Stress/Gefahr/ Trennung.

    Exploration; Offenheit für eigene Gefühle und die anderer, gute Emotionsregulation ;


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    Unsichere Bindung

    Sekundärstrategien: Unsichere Bindung

    Unsicher-vermeidend (auch „abwertend“ bei Erwachsenen)

    Zeigt bei Stress (z. B. Trennung) kein Bindungsverhalten, hat aber physiologisch hohen Stress (cortisol, Spangler and Schieche 1998)

    versucht sich selbst zu beruhigen oder abzulenken durch Exploration, Herunterregulieren von Emotionen, Abwehrstrategie= Deaktivierung, negative Emotionen werden nicht adäquat reguliert

    Anpassung an eine Pflegeperson die nicht sensitiv und repsonsiv ist wenn Bindungsverhalten gezeigt wird. Keine Offenheit für Gefühle (selbst und andere), wenig Selbstwert.


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    Unsichere Bindung

    Sekundärstrategien: Unsichere Bindung

    Unsicher-ambivalent (auch „verwickelt“ bei Erwachsenen)

    Kind ist sehr anhänglich, bleibt immer nah bei Bindungsfigur, wenig Exploration, BF ist als unzuverlässig und unvorhersehbar hinsichtlich Responsivität und Verfügbarkeit abgebildet

    Im Schulalter immer noch anhänglich/klettenhaft, wehrt sich gegen Trennung, dauernde Aktivierung des Bindungssystems

    Ärger gegenüber BF wegen wahrgenommenen Mangels an Aufmerksamkeit

    Negative Emotionen sind nicht adäquat reguliert, eher ein Mangel an Regulation


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    Bindungsdesorganisation

    Sichere, aber auch unsichere Bindung sind organisierte Strategien – die Pflegeperson gibt immerhin noch Fürsorge, die „gut genug“ ist

    Verlust der Organisation = Desorganisation (Main & Solomon, 1986)

    Zusammenbruch des Bindungsverhaltenssystems

    • Das Kind sieht sich als hilflos und verletzlich in angstauslösenden Situationen an, die Bindungsfigur gibt keine Sicherheit

    • Verletzende Erfahrungen können nicht in das IWM integriert werden, werden in einem extra, segregiertem System abgebildet (nicht bewußt zugängig)

    • Angst im Bindungskontext – emotionale Ausbrüche/Aggression/Einfrieren -kontrollierendes Verhalten gegenüber Pflegeperson


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    Bindungsdesorganisation

    Bindungsdesorganisation ist wie eine hoch-unsichere Bindung

    Ursachen

    • Vernachlässigung oder Zurückweisung durch Eltern

    • Missbrauch durch Eltern

    • Drohungen das Kind zu verlassen

    • Verlust einer Pflegeperson (ohne adäquate Fürsorge einer anderen Bindungsperson)

      Kontinuum von Bindungskategorien:

      Vermeidend ………………...Sicher ………………Ambivalent

      Zusätzlich: Bindungsdesorganisation: ja/nein (Schweregrad)


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    Bindung und psychische Gesundheit

    Eine unsichere Bindung, v.a. eine Desorganisation, ist ein Risikofaktor für die sozio-.emotionale Entwicklung

    Bindung in der Normalbevölkerung (see Hartmann 2005)

    Sicher: 60-70%

    Unsicher: 30% (mehr vermeidend als ambivalent)

    Desorganisation: 10-15%

    Wahrscheinlich mehr unsichere heute!!!

    Höhere Prävalenz unsicherer/desorganisierter Bindung in klinischen Stichproben:

    Sichere Bindung ist ein protektiver Faktor für die Entwicklung


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    Bindung und psychische Gesundheit

    Höhere Prävalenz unsicherer/desorganisierter Bindung in klinischer Population :

    – Angststörungen

    • Psychosomatische Störungen

    • Depression

      Ungefähr 90% der Kinder in Schulen für Erziehungshilfe haben eine unsichere Bindung, ungefährt 60-70% eine desorganisierte Bindung

      Eine sichere Bindung ist ein protektiver Faktor für die Entwicklung (Werner &Smith 1989, 1992, 2001)


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    Caregiving – flexible Integration

    George und Solomon 2008:

    Caregiving das mit sichere Bindung einhergeht:

    • flexibel, balanciert, integriert

    • Wissen über Selbst und das Kind,

    • Kooperation zwischen Mutter und Kind

    • commitment (Verbindlichkeit)

    • joy of parenting (Freude an der Elternschaft)


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    Caregiving – Unsichere Bindung

    George und Solomon 2008:

    Mütter unsicher gebundener Kinder geben immer noch Schutz und Fürsorge, aber brauchen Abwehrmechanismen, um zurecht zu kommen – Sekundärstrategie

    Caregiving in Verbindung mit unsicher-vermeidender Bindung:

    • Deaktivierung, um bindungsbedingten Stress aus dem Bewußtsein zu entfernen

    • Umgeht die Aktivierung des Caregiving Systems

    • Wichtigkeit von Caregiving ist erniedrigt (andere Verhaltenssystems sind vorrangiger)


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    Caregiving – unsichere Bindung

    Caregiving in Verbindung mit unsicher-vermeidender Bindung :

    • „distanced protection“ ( distanziertes Beschützen) : das Kind aus der Distanz überwachen, die Pflege anderen übertragen

    • Ablehnung der kindlichen Bindungsbedürfnisse

    • Keine Freude am Elternsein

    • Betonung der Disziplin

    • Mangel an Intimität

    • Stärkere Aktivierung von Exploration und Affiliations


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    Caregiving – unsichere Bindung

    Caregiving in Verbindung mit unsicher-ambivalenter Bindung :

    • Kognitive Abtrennung als Abwehrmechanismus (Abtrennung der Emotion und Information von der Quelle) – nur Teile, nicht das Gesamtbild werden wahrgenommen

    • Erhöhte Aktivierung des Pflegesystems

    • „close protection“ – nahes Beschützen (das Kind in der Nähe halten)

    • Positive Einstellung und Wahrnehmung von Kind und Elternsein

    • Ständige Sorge, Gefühl der Schuld über eigene Ineffektivität Gefühl der Unzulänglichkeit

    • Wenig Exploration und Affiliation


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    Caregiving – Desorganisierte Bindung

    Ein deaktiviertes/funktionsuntüchtiges Pflegeverhaltenssystem

    • Verzicht auf Pflegeverhalten(selten vollständig, s. Vernachlässigung)

    • Gefühl der Hilflosigkeit, des Misslingens von Schutz, eigene Bindungsdesorganisation

    • Verfehlt potentiell das Ziel des Pflegeverhaltenssystems

    • Pflegeperson selbst löst Angst beim Kind aus

    • Kind wird als kleiner Teufel wahrgenommen, der die Mutter zum Kontrollverlust bringt

    • Einschränkung des Pflegeverhaltens (verläßt die Wohnung)

    • Rollenumkehr, Kind als kleiner Engel


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    Ontogenese

    Das Bindungssystem existiert von Geburt an

    - Entwickelt sich inhaltlich während der ersten Lebensjahre, 1. Jahr ist am wichtigsten

    - Nach 6-8 Monaten ist eine echte Bindung aufgebaut (Bindungsperson wird bevorzugt)

    Das Pflegeverhaltenssystem ist bereits in der Kindheit vorhanden

    - Inkomplett und nicht stabil

    - Entwickelt sich in der Pubertät und vollends mit der eigenen Elternschaft


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    Transmission

    Transmission von Bindungsrepräsentationen auf andere Bindungsfiguren, aber auch alle anderen langfristigeren und engeren Interaktionspartner (Freunde, Partner)

    Unsichere/desorganisierte Bindung wird zementiert, wenn keine konstanten neuen Erfahrungen, die nicht ins vorhanden Bild assimiliert werden, vorhanden sind – erst dann wird akkommodiert; z. B. Therapie, Lehrer-Beziehung, bindungsgeleitete Intervention .

    Caregiving: keine Studien: aber es ist wahrscheinlich dass das eigene Caregiving System auf andere Personen (z. B. Partner) übertragen wird


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    Bindung, Stress und Soziale Unterstützung

    Maunder & Hunter (2001)nehmen folgende Effekte unsicherer Bindung auf Stressreaktionen an:

    • Wahrnehmung von erhöhtem Stress

    • Reduzierte Wirksamkeit von sozialer Unterstützung hinsichtlich des Abpufferns von Stress

    • Abnahme adäquater physiologischer Stressreaktionen

      Personen mit unsicherer/desorganisierter Bindung können emotionale Unterstützung und Körperkontakt einer anderen Person nicht zur Stressregulation nutzen - die andere Person kann sogar den Stress erhöhen


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    Kriterien für Bindung

    Achtung: NichtjedeBeziehungisteineBindung!!!

    Kriterien (Ainsworth (1991) :

    • BindungsfigurenmüsseneineverläßlicheQuelle von Trost und Beruhigungsein, die auch Exploration erlaubt (sichere Basis)

    • Bindungsfigurenwerdenbeiemotionalem Stress aufgesucht um Nähe und Sicherheitzuerhalten ( sichererHafen)

    • Die NähezurBindungsfiguristmitpositivenEmotionenverbunden (Aufrechterhalten von Nähe)

    • Trennungen von derBindungsfigursindmitnegativenEmotionenassoziiert (Trennungsschmerz, Vermissen, Sehnsucht)


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    VIDEO

    • Supernanny Mädchen Chantal


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    Bindungstheorie und Tiere

    BindungauchbeinichtmenschlichenTieren

    Mutter-Kind Bindung

    Paarbindung


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    Bindung in Mensch-Tier-Beziehung

    Mensch-Tier Beziehungen können die Kriterien erfüllen (e.g. Kurdek 2008)

    • Sichere Basis

    • SichererHafen

    • Aufrechterhalten von Nähe und positive Emotionen

    • Trennungsschmerz

      Aspekte von Pflegeverhaltenssystemim MTB : Rollenwechselwieauch in Partnerbindung

      - z.B. Füttern, pflegen, rufen (schonbeiKindern)


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    Bindung zu Tieren

    Bindung zu Tieren:

    • Nicht jede MTB ist eine Bindung!!!

    • Tiere können nicht aktiv Emotionen, Ärger oder Angst, beim Menschen regulieren: ABER subjektiv wird das Tier als soziale Unterstützung wahrgenommen

    • Verhalten des Tieres entspricht menschlichen Emotionen und Verhalten direkt (no double-bind)

    • Tiere geben Trost und Gefühl der Sicherheit und Liebe

      Kurdek (2008, 2009): keine Transmission unsicherer Bindung auf Tiere – daher als sozialer Unterstützer für unsicher gebundene möglich


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    Mensch Tier Bindung

    • SubjektivkönnenTiereBindungsbedürfnisse und Caregivingbedürfnissebefriedigen


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    Interventionen - Angststörung

    Interventionen bezogen auf:

    Das Kind:

    • Verringerung der Symptome (Angst und komorbide Störung)

    • Verringerung der Beeinträchtigung

    • Förderung der Kompetenzen


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    Interventionen - Angststörung

    Interventionen bezogen auf:

    Die Familie:

    • Abbau der familiären Dysfunktion

    • Verbesserung der Interaktionen

    • Stressreduktion

    • Lebensqualität

    • Familiäre Unterstützung


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    Interventionen - Angststörung

    Interventionen bezogen auf:

    Die Gesellschaft:

    • Verbesserung der Teilnahme an schulischen Aktivitäten

    • Förderung geistiger und körperlicher Gesundheit

    • Verringerung von Hospitalisierung


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    Interventionen - Angststörung

    Verhaltensbezogen:

    • Expositionsverfahren:

      dem Reiz aussetzen, auf Habituierung warten (denn starke körperliche Angstreaktionen können nicht über lange Zeit aufrecht erhalten werden) – neue Erfahrung, Angst und Vermeidung werden reduziert

    • Systematische Desensibilisierung

      am häufigsten angewandte Technik

      allmähliches der Situation aussetzen

      Überlagerung der Angst durch Entspannung/pos. Emotion

      1. Entspannungstraining, 2.Angsthierarchie, 3.Desensibilisierung


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    Interventionen - Angststörung

    Systematische Desensibilisierung

    • Entspannungstraining: meist Progressive Muskelentspannung

    • Aufstellen einer Angsthierarchie:

      Bsp: Hundephobie:

      1= Film ansehen, in dem Kinder mit Hund spielen

      4= in einen Laden von außen sehen, in dem jemand Hund an der Leine hat

      8= einen großen Hund streicheln


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    Interventionen - Angststörung

    Systematische Desensibilisierung

    3. Systematische Desensibilisierung

    • Koppelung von Entspannung mit dem Item der Angsthierarchie

    • In der Vorstellung

    • oder in echt= in vivo ( wirksamer)

    • Je älter, desto besser geht es auch in der Vorstellung

    • Selbstverstärkungssätze

    • Bsp. S. 209


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    Interventionen - Angststörung

    Kontingenzmanagement

    • Positive Verstärkung mutigen Verhaltens (Lob, Privilegien)

    • Ignorieren des ängstlichen Verhaltens des Kindes

    • Einschränken der Vermeidung gefürchteter Aktivitäten

      Lerntheoretische basiert, z. B. auch Shaping, Löschung

      Funktioniert nur bedingt


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    Interventionen - Angststörung

    Emotive Vorstellungsübung

    Lazarus & Abramovitz (1962)

    Anstatt Entspannungstraining – eine positive aufregende Geschichte mit Lieblingsheld

    Items der Angsthierarchie werden in die Geschichte eingearbeitet, Kind trifft mit Helden schrittweise auf angstauslösende Reize

    (s. auch Hypnose)

    S. 214


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    Interventionen - Angststörung

    Modell-Lernen

    • Symbolisch (z. B. Film)

    • Stellvertretend (anderer in vivo)

    • Teilnehmend ( erst Modell beobachten, dann selbst machen)

      Einsatz von Token

      Sekundäre Verstärker (Token, Geld)

      Primärer Verstärker (Süßigkeit, oder Geld?)


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    Interventionen - Angststörung

    Kognitive Techniken:

    Selbstinstruktionstraining (Meichenbaum 1975)

    • Negative Selbstgespräche durch positive ersetzen

    • Therapeut setzt sich Reiz aus und führt positives Selbstgespräch

    • Kind führt Verhalten aus und gibt sich laut Anweisung

    • Kind führt Verhalten aus und gibt sich leise Anweisung

    • Kind führt Verhalten aus und gibt sich verdeckt Anweisung


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    Interventionen - Angststörung

    Kognitive Verhaltenstherapie

    • Selbstgespräche, positive Verstärkung, Modell-Lernen von Peers, Exposition

    • Beispiele auf S. 220-221

    • FEAR-Plan

      • Fühlst Du Dich ängstlich?

      • Erwartest Du das schlimmes passiert?

      • Aktionen, die man unternehmen kann

      • Resultate und Belohnung


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    Interventionen - Angststörung

    Kognitive Verhaltenstherapie

    Barrett et al 1996:

    Intervention bei 7-14 Jährigen mit Angststörung (soziale Phobie, Überängstlichkeit)

    Ohne Elterntraining 70% nach einem Jahr ohne Diagnose

    Mit Elterntraining 96% nach einem Jahr ohne Diagnose

    Dadds et al (1997):

    Präventionsprogramm für Kinder mit Symptomen:

    Kontrollgruppe ohne Intervention: nach 6 Monaten: 58% eine Störung

    Interventionsgruppe : nach 6 Monaten: 16% eine Störung


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    Interventionen - Angststörung

    Das FREUNDE Programm: (Prävention)

    Prävention mit Elterntraining und Training für das Kind

    Die Detektiv-Technik:

    • Was ist das Problem – ERKENNEN

    • UNTERSUCHEN: Lösungsmöglichkeiten suchen

    • LÖSEN: Plan zur Ausführung der Lösung

      s. Weitere Trainings S. 250


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    Interventionen - Angststörung

    Systemische Ansätze

    • Therapeutische Richtlinien (z. B. distanzierten Elternteil mehr einbeziehen)

    • Weg des geringsten Widerstands (keine Machtkämpfe)

    • Paradoxe Interventionen (Symptomkontrolle nachweisen)

    • Restraining (was sind die negativen Folgen von Veränderung, Rückfall vorhersagen, Rückfall verschreiben)

    • Strategische Distanzierung

    • Aus dem Gleichgewicht bringen


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    Interventionen - Angststörung

    Spieltherapie


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    Interventionen - Angststörung

    Bindungsbasierte Interventionen und Prävention


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    Prävention - Bindung - STEEP

    Steps towards effective, enjoyable parenting

    Hochrisikofamilien – bindungsbasierte Intervention (Egeland und Erickson 2004)

    Ansatz beim Kind und Bezugsperson

    Minnesota Parent Child Project (MPCP; 1975):

    • aufwändige prospektive Längsschnittstudie

    • 267 Schwangere mit mehreren Risikofaktoren (kein Schulabschluss, unterhalb der Armutsgrenze, Alter 12-34; ungewollt schwanger, oft kein fester Partner; Drogenerfahrung, Gewalt, sexueller Missbrauch etc.)

    • Mehrere Untersuchungen in der Kindheit bis heute

    • 15% hatten bis zum 4. Lebensjahr eine Traumatisierung erfahren

    • 66% der misshandelten Frauen misshandelten ihre Kinder NICHT!


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    Prävention - Bindung - STEEP

    • 66% der misshandelten Frauen misshandelten ihre Kinder NICHT!

      Schutzfaktoren:

      Emotional unterstützende Personen (Eltern, Pflegeeltern)

      Stabile und intakte Partnerschaft

      Intensive, mind. 6 Monate Beratung oder Psychotherapie

      Eigene Erfahrungen der Mutter sind weniger bedeutend, als ihre Einstellung und Integration früherer Erfahrungen für die Umsorgung des eigenen Kindes

      Bindungsklassifikation des Kindes im Altern von 1 Jahr sagt Problemlöseverhalten mit 3-4 voraus

      Sicher gebundene Kinder haben besseres Selbstwertgefühlt, Selbstvertrauen, Ego-Resilienz, Impulskontrolle etc.


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    Interventionen - Bindung - STEEP

    Unsicher gebundene Kinder sind abhängiger und anlehnungsbedürftiger im Kindergarten. Oft hilflos oder indirekte Art der Kontaktaufnahme. Weniger im Spiel mit Gleichaltrigen.

    Eine sichere Bindung ist in jedem Fall die günstigste für die Entwicklung verschiedener Kompetenzen.

    Prinzipien von STEEP

    • Unterstützung von Mutter-Kind Paaren, Bindungssicherheit fördern

    • Sozial-ökologische Ausrichtung (Einbezug des sozialen Umfeldes)

    • Individualisierte Vorgehensweise, angemessene Wahrnehmung des eigenen Kindes

    • Jede Familie, jede Mutter, jedes Kind hat Stärken

    • Veränderung geschieht in bedeutsamen Beziehungen

    • 8 Ziele


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    Interventionen - Bindung - STEEP

    8 Ziele von STEEP

    • Förderung gesunder sowie realistischer Einstellung und Erwartung bezüglich Schwangerschaft, Geburt, Erziehung und Eltern-Kind-Beziehung

    • Vermittlung von Grundlagenwissen zur kindlichen Entwicklung und Förderung realistischer Erwartungen bezüglich kindlichen Verhaltens

    • Förderung feinfühliger und vorhersagbarer Reaktionen der Eltern auf die Signale des Kindes

    • Befähigung der Eltern zur Perspektivenübernahme (seeing is believing; Videoaufnahmen besprechen)


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    Interventionen - Bindung - STEEP

    8 Ziele von STEEP

    5. Bereitstellung einer Sicherheit vermittelnden und entwicklungsförderlichen häuslichen Umgebung (Spielsachen, Sicherheit)

    6. Hilfestellung für die Eltern bei der Etablierung sozialer Hilfen für sich und ihr Kind (Gruppentreffen)

    7. Hilfestellung für Eltern bei der Etablierung angemessener Handlungsstrategien im Alltag (staatliche/städtische Hilfen)

    8. Aufbau und Stärkung der Kompetenzen und des Selbstbewusstseins der Eltern


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    Interventionen - Bindung - STEEP

    Umsetzung im Alltag

    • Gut ausgebildete und feinfühlige Beraterinnen

    • Laufzeit etwas über 2 Jahre mit Beginn in Schwangerschaft

    • Hausbesuche (90 min)

    • Gruppensitzungen alle 2 Wochen

      Evaluation

      Interventionsgruppe (N=80), Kontrollgruppe (N=74)

      STEEP:

    • Besseres Verständnis für die Entwicklung des Kindes, mehr Kompetenz im Lebensalltag, weniger depressive Symptome

    • Seltener Folgeschwangerschaft innerhalb 2 Jahre

    • Höhere Feinfühligkeit


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    Interventionen - Bindung - STEEP

    Evaluation

    Interventionsgruppe (N=80), Kontrollgruppe (N=74)

    STEEP:

    • Besseres Verständnis für die Entwicklung des Kindes, mehr Kompetenz im Lebensalltag, weniger depressive Symptome

    • Seltener Folgeschwangerschaft innerhalb 2 Jahre

    • Höhere Feinfühligkeit

    • Keine Unterschiede bei Bindungsstatus

    • Weniger Desorganisation als in Kontrollgruppe


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    Interventionen - Bindung

    Bindungsgeleitete Intervention in der schulischen Erziehungshilfe

    • Hohe Prävalenz von Gewalt - , Verlust-, Vernachlässungserfahrunge bei Kindern in Settings der Erziehungshilfe im Vgl. zur Regelschule

    • Unsichere Bindungsmuster (ca 90 %; ca 60% desorganisiert)

    • Unsichere Bindung: Geringere Sozialkompetenz, mehr Symptome

    • Transformierbarkeit der Bindungsrepräsentation (von sicher zu unsicher z. B .durch Scheidung der Eltern)


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    Interventionen - Bindung

    Bindungsgeleitete Intervention in der schulischen Erziehungshilfe

    • Am ehesten korrigierende Beziehungserfahrungen im therapeutischen/pädagogischen Setting

    • Problem: Transfer der pathologischen Beziehungsstrategien auf die Lehrer-Schüler Beziehung; von beiden Parteien

    • Lehrer verbringen viel Zeit mit den Kindern

    • Vermittlung einer Diskontinuitätserfahrung


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    Interventionen - Bindung

    Pädagogische Strategien

    • Neue Bindungserlebnisse ermöglichen, damit sich das Kind von alten Bindungsmustern lösen kann – andere als responsiv und fürsorgend, sich selbst als wertvoll und liebenswert

    • Feinfühligkeit der Lehrer steigern


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    Interventionen - Bindung

    Pädagogische Strategien

    • Neue Bindungserlebnisse ermöglichen, damit sich das Kind von alten Bindungsmustern lösen kann – andere als responsiv und fürsorgend, sich selbst als wertvoll und liebenswert

    • ZIEL: Feinfühligkeit der Lehrer steigern


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    Interventionen - Bindung

    Ambivalent unsichere Kinder:

    • Bindungsfiguren sind unzuverlässig und inkonsistent im Verhalten

    • Bindungssystem ist chronisch/sehr häufig aktiviert – abhängiges Verhalten gegenüber Bezugsperson, wenig Exploration

    • Entgegenwirken: viel Regelmäßigkeit und Konsistenz in der Lehrer-Schüler Beziehung

    • Z. B. an jedem Schultag oder festen Termin Zeit für das Kind nimmt, oder feste Begrüßungsrituale

    • Terminabsagen: Wut des Kindes

    • Ferien: Übergangsobjekte (Winnicott) – Postkarte, Gegenstand


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    Interventionen - Bindung

    Ambivalent unsichere Kinder:

    Probleme im Schulsetting:

    • Beziehungsunterbrechungen (Ferien)

    • Lehrer kann die massiven Bindungsbedürfnisse so nicht befriedigen – Wut des Kindes und Provokationen

    • komplementäres Verhalten des Lehrer (Zurückweisung) (diesem ist durch Training entgegenzuwirken)

    • Verbalisieren der Emotionen durch nicht erfüllte Bindungsbedürfnisse (zeigt Feinfühligkeit)

    • Schwierig: diese Kinder warten lange Zeit nur darauf, wieder enttäuscht zu werden, zur Bestätigung ihre Beziehungsschemas

    • In Verhaltensmodifikation: keine Aufmerksamkeit auf störendes Verhalten. In Bindungsgeleiteter Intervention: Verbalisieren


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    Interventionen - Bindung

    Unsicher - vermeidende Kinder:

    • Angst vor Zurückweisung oder Misshandlung

    • Meiden Augenkontakt zu Lehrer und physischem Abstand

    • Weigerung, Beziehung einzugehen

    • Überkontrollierende und omipotent

      Strategien

    • Lehrer sollte Vermeidung akzeptieren

    • Feinfühlig auf Kontrollbedürfnisse reagieren (Freiheit über Lernmaterial )

    • Dyadische Aktionen (Spiel, v.a. von Versorgungssituationen) von Lehrer und Kind

    • Sachorientierte Beziehung


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    Interventionen - Bindung

    Probleme bei unsicher-vermeidender Bindung

    • Beziehung ist dann erst etabliert, wenn das Kind wieder beginnt alte Beziehungserfahrungen in dieser Dyade auszuagieren


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    Interventionen - Bindung

    Desorganisiert gebundene Kinder

    • Sie selbst sind vulnerabel und hilflos in angstauslösenden Situationen

    • Bindungsfigur bietet keine Sicherheit in solchen Situationen

    • Schmerzvolle _Bindungserfahrungen werden in einem abgetrennten System gespeichert

    • Unkontrollierte Durchbrüche des segregated systems

    • Zeigen kontrollierendes (strafend oder fürsorglich) Verhalten gegenüber der Bindungsfigur

    • Intervention auf Verhaltenseben und Repräsentationsebene

    • Integration von segregated systems in Psychotherapie


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    Interventionen - Bindung

    Desorganisiert gebundene Kinder

    Intervention auf Verhaltensebene:

    • Kinder dissoziieren während Unterricht, oder Durchbruch von Emotionen bei Bindungsstress (mit altem Trauma assoziiert, z. B. Trennung)

    • In sichere Situation mit Kind gehen

    • Kontrollierendes Verhalten des Kindes: wenn Bezugspersonen in Situationen von Stress selbst außer Kontrolle geraten (schlagen etc.)

    • Kind übernimmt aggressives Modell der Bindungsfigur

    • Konfrontation des Kindes mit inkompatiblen Beziehungserfahrungen (nicht strafend, wie so oft zu beobachten) – Metaphern mit Tieren


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    Interventionen - Bindung

    Desorganisiert gebundene Kinder

    Intervention auf Verhaltensebene:

    • Lehrer als sichere Basis/safe haven

    • Kindliche Bedürnisse erst einmal verbalisieren,sobald Identifikation mit Tier in Geschichte, dann feinfühlig reagieren

    • Alternative Strategien der Ärgerregulation

    • Fürsorglich-kontrollierend: Verstärkung durch Rückzug der Bindungsperson/Elternteil

    • Lehrer darf die Rolle des zu Versorgenden nicht annehmen, sondern zeigt, dass er der Verantwortliche ist

    • Metapherngeschichten;

    • Lehrer zeigt Fürsorgeverhalten


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    Interventionen - Bindung

    Verabschiedung

    • Wenn Kind an Regelschule zurückkehrt oder Ende der Schulzeit

    • Reaktivierung von Trennungstraumata

    • Erklären, wieso und warum: weil Kind so viele Fortschritte gemacht hat, nicht weil der Lehrer es nicht mehr mag

      Primat der Beziehung (Hillenbrand 1999) bei Intervention mit verhaltensgestörten Kindern

      Pilotstudie (Taumer 2004): Multiple-Baseline-Design

    • Ambivalente: mehr Exploration, weniger Abhängigkeit

    • Weniger externalisierende Symptome

      Sicher gebundenen Lehrern fallen bindungsgeleitete Interventionen/Feinfühligkeit leicht – unsichere Bindung beim Lehrer ist problematisch


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    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

    Kontakt:

    andrea.m.beetz@gmail.com

    Tel.: 09131 4000 455