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r. IS 0. MP. P 0. + –. Z. r 0. P x. P m. r ' . Y. Y. Prof. Dr. Johann Graf Lambsdorff Universität Passau SS 2011. 2. Währungsreserven und Währungs-politik bei konstanter Inflation. Literatur.

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Presentation Transcript


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r

IS0

MP

P0

+

Z

r0

Px

Pm

r'

Y

Y

Prof. Dr. Johann Graf Lambsdorff

Universitt Passau

SS 2011

2. Whrungsreserven und Whrungs-politik bei konstanter Inflation


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Literatur

Lambsdorff, J. Graf und C. Engelen (2007), Das Keynesianische Konsensmodell, WiST, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, August, S. 387-394.

http://www.wiwi.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/lehrstuehle/lambsdorff/downloads_ss_07/Das_Keynesianische_Konsensmodell.pdf

Lambsdorff, J. Graf und C. Engelen (2008), Das Keynesianische Konsensmodell einer offenen Volkswirtschaft, WiST, Wirtschaftswissenschaftliches Studium, S. 540-548.

http://www.wiwi.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/lehrstuehle/lambsdorff/downloads/DKK_S._540-547.pdf

Ausfhrlichere Version erschienen als Passauer Diskussionsbeitrge V-49-07.http://www.wiwi.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/lehrstuehle/lambsdorff/downloads/Offenes_Konsensmodell.pdf

Arnold, L. (2006), Makrokonomik, 2. Aufl., S. 195-213.


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  • Im Folgenden werden die zentralen Elemente der Zahlungsbilanz (Auenbeitrag, Kapitalbilanz, Whrungsreserven), miteinander modelltheoretisch verknpft.

  • Hiermit wird dargestellt, inwiefern das Halten von Whrungsreserven mit den verfolgten wirtschaftspolitischen Zielen eines Landes im Einklang steht und auf den Wechselkurs einwirkt.

  • Wir unterstellen hierfr zunchst eine konstante Inflationsrate. Diese Annahme werden wir spter aufheben.

  • Das Modell besteht aus einer Gleichung fr den Gtermarkt, einer geldpolitischen Reaktionsfunktion und einer Gleichung fr den Devisenmarkt.


R 0

  • Die Nachfrage auf dem Gtermarkt ist negativ vom realen Zinsniveau, r, abhngig. Ein niedriger Realzins induziert zustzliche Investitionen und lsst Vermgenspreise ansteigen und damit den privaten Konsum.

  • Ein Anstieg des realen Wechselkurses, wr=paw/p, verteuert US-Produkte, reduziert damit die mengenmigen Importe. Zudem werden Exporte begnstigt, so dass sich ein Anstieg des Auenbeitrags und damit der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage ergibt.

  • Fr die IS-Kurve gilt damit:


R 0

  • b0 bezeichnet hierbei exogene Einflsse, z.B. durch gestiegene Staatsausgaben, sinkende Steuern, ein verringertes privates Sparverhalten, optimistischere Aussichten fr Investitionen oder exogen steigende Exporte aufgrund einer anziehenden Auslandskonjunktur.

  • Es wird dabei unterstellt, dass sich eine Normalreaktion auf nderungen des realen Wechselkurses erst nach einer Periode einstellt. Im Zeitpunkt der Strung selbst reagieren Mengen nur geringfgig, so dass sich insgesamt keine Auswirkung auf den Auenbeitrag einstellt.

  • Demgegenber wirken Zinsnderungen sofort auf die Gternachfrage. Dies ist insbesondere beim Vermgenskanal plausibel: Sofern Zinssenkungen zu steigenden Aktien- und Immobilienpreisen fhren, sind private Haushalte bereit, ihren Konsum zu erhhen.


R 0

  • Wie im Modell einer geschlossenen Volkswirtschaft wird eine Taylor-Regel zur Bestimmung des von der Zentralbank gesteuerten Realzinsniveaus verwendet.

  • Diese Gleichung bestimmt die monetre Politik, und damit die MP-Kurve.

  • Der Parameter r' bezeichnet den von der Zentralbank bei Nullinflation und einer Normalauslastung der Wirtschaft gewnschten Realzins. Er ist ein Ma fr die Straffheit ihrer geldpolitischen Ausrichtung.

  • In manchen Lehrbchern findet sich noch die sogenannte LM-Kurve (Mundell-Fleming Modell), eine Kurve, bei der eine Konstanz der Geldmenge unterstellt wird. Diese weist hnlichkeiten zu der hier verwendeten MP-Kurve auf, ist aber unrealistischer und weniger praktikabel fr die Modellbildung.


R 0

  • Es wird eine Kurve fr das Devisenmarktgleichgewicht eingefhrt (Z-Kurve) :

  • Ist der inlndische Realzins hher als der auslndische, so resultieren Kapitalimporte und damit eine berschussnach-frage nach Euro bzw. ein berschussangebot an Dollar.

  • Zustzlich knnte noch der Einfluss des Auenbeitrags auf die Devisenbilanz bercksichtigt werden. Dieser ist abhngig vom realen Wechselkurs sowie in- und auslndischer Produktion:

  • Da dies letztlich fr die Modellauswertung unerheblich ist, wird hier darauf verzichtet. Damit verluft die Z-Kurve in einem r/Y-Diagramm horizontal.


R 0

  • Entgegen einer auch teilweise zu findenden Darstellung ist nicht der Nominalzins, sondern der Realzins entscheidend fr Kapitalbewegungen.

  • Dies resultiert, wenn Anleger mit einem langfristigen konstanten realen Wechselkurs rechnen.

  • Am Ende einer Anlageperiode wechseln sie das im Ausland angelegte und mit Zinsen vermehrte Kapital wieder in Inlandswhrung. Dafr gilt dann der in Zukunft sich einstellende nominale Wechselkurs.

  • Bei langfristig als konstant erwartetem, realem Wechselkurs rechnen Anleger damit, dass die Whrung von Lndern mit einer hohen Inflationsrate nominal abwertet.


R 0

  • Ist die Inflationsrate hingegen niedrig (geringer als diejenige des Auslands), so rechnen sie mit einer relativen Aufwertung der Whrung.

  • Dies lsst sich formal aus der UIP fr eine Einjahresanlage mit festem Nominalzins herleiten (die Herleitung fr Mehrjahresanlagen ist analog).

  • Die Anleger erwarten eine Konstanz des realen Wechselkurses: wr=pa,0w0/p0 =pa,1w1/p1 .

  • Aus l + i=(l + ia).w1/w0 folgt dann l+i=(l+ia).p1pa,0/pa,1p0.

  • Logarithmierung und Verwendung der Nherung fr Zins und Inflationsraten nahe Null, ln(l+i)~i und p ~ln(1+p)= ln(p1/p0), erbringt: i=ia+p-pa


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  • Anleger vergleichen daher nicht die nominalen Zinsstze zweier Whrungsrume (i und ia), sondern subtrahieren jeweils die zu erwartenden Inflationsraten (i-p=r und ia-pa=ra), da diese die zuknftige Abwertung der Whrung angeben.

  • Liegt die Inflationsrate des Auslands ber derjenigen des Inlands und wird eine entsprechende Differenz von internationalen Anlegern erwartet, so muss auch der Nominalzins des Auslands hher sein, um die erwartete Abwertung des Dollar gerade zu kompensieren.

  • Fr die Modellierung hier gehen wir davon aus, dass Wechselkursnderungserwartungen sich nur in Hhe der Inflationsunterschiede einstellen.


R 0

  • Im Gleichgewicht des Modells ist der reale Wechselkurs konstant, im Einklang mit dieser Annahme.

  • Im Falle einer Strung knnen allerdings nderungen des realen Wechselkurses auftreten. Wir unterstellen hier, dass diese nderungen von internationalen Finanzinvestoren nicht antizipiert werden. Sie knnen das Auftreten der Strungen nicht antizipieren und auch nicht die aus den Strungen resultierende kurzfristige Dynamik der Entwicklung des realen Wechselkurses.

  • Diese Annahme, also die fehlende Antizipation von kurzfristigen Wechselkursnderungen, werden wir in einer spteren Ergnzung des Modells aufheben.


R 0

  • Punkte unterhalb der Z-Kurve indizieren ein Devisenbilanzdefizit (mit - markiert). In diesem Fall wird die heimische Whrung zu wenig nachgefragt. Es existiert eine berschussnachfrage nach der auslndischen Whrung.

  • Punkte oberhalb der Z-Kurve indizieren einen Devisenbilanzberschuss (mit + markiert) mit einer berschussnachfrage nach der heimischen Whrung.

  • Ein Devisenbilanzdefizit, Z<0, hat zwei alternative Folgen.

  • Entweder gleicht die Zentralbank dieses Defizit aus. Dann sinken in gleichem Ausma ihre Whrungsreserven, R, gegenber dem Bestand der Vorperiode, R-1.


R 0

  • Alternativ steigt der Wechselkurs. Bei dem gestiegenen Wechselkurs ist der Dollar teurer geworden.

  • Fr Direktinvestitionen ist der Euro-Raum nun gnstiger, da dort mit hheren Gewinnen gerechnet wird. Dem gegenber hat der Dollar-Raum an Attraktivitt verloren, da dort die lokalen Produktionsfaktoren vergleichsweise teuer sind.

  • Internationale Anleger werden daher einmalig in den gnstigeren Euro umschichten und damit das Devisenbilanzdefizit ausgleichen.

  • Insgesamt folgt damit:


R 0

  • Je strker internationale Direktinvestitionen auf Wechselkursnderungen mit einer Anpassung ihres Portfolios reagieren, d.h. je grer j, desto geringer fllt die Reaktion des Wechselkurses aus, die ntig ist, um ein Devisenbilanzdefizit auszugleichen.

  • Ein berschuss in der Devisenbilanz kennzeichnet ein berschussangebot an Dollar, Z>0.

  • Dies kann durch steigende Devisenreserven der Zentralbank absorbiert werden, R steigt.

  • Falls dies unterbleibt, sinkt der Wechselkurs, d.h. der Dollar wertet ab.

  • In diesem Fall lockt der gnstigere Dollar Direktinvestitionen an, wodurch das berschussangebot an Dollar ausgeglichen wird.


R 0

  • In der Realitt werden Direktinvestitionen sehr langfristig geplant. Kurzfristige Devisenbilanzdefizite oder -berschsse lassen sich hierdurch nicht ausgleichen.

  • Allerdings werden Portfolioinvestoren die steigende Ertragsrate bestehender Anlagen in dem Whrungsraum mit gnstiger Whrung antizipieren und fr eine schnellere Anpassung der Devisenbilanz sorgen.


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Ausgangslage

r

wr

MP

IS0

P0

+

Z

r0

Y

Y


R 0

  • In der Ausgangslage entspricht die Inflationsrate derjenigen des Auslands. Der nominale und reale Wechselkurs sind ebenfalls konstant, unabhngig davon, ob der Wechselkurs von der Zentralbank fixiert oder den Marktkrften berlassen wird.

  • Sofern nmlich der nominale Wechselkurs aufgrund einer stochastischen Strung sein gleichgewichtiges Niveau bersteigt, so wrde auch der reale Wechselkurs steigen und es ergbe sich eine Rechtsverschiebung der IS-Kurve.

  • Diese induziert einen Anstieg des inlndischen Realzinses und damit Kapitalimporte, welche den nominalen und realen Wechselkurs wieder sinken lassen.


R 0

Expansivere geldpolitische Regel

r

MP

IS0

MP1

P0

=Po

+

Z

r0

Px

Pm

r'

Y

Y


R 0

  • Schwenkt die Zentralbank auf eine expansivere geldpolitische Regel ein, so verschiebt sich die MP-Kurve nach unten. Es resultiert kurzfristig im Punkt Pm ein geringerer Realzinssatz und ein erhhtes Inlandsprodukt.

  • Die Geldnachfrage wird einmalig ansteigen, da die Zentralbank den Realzins r gesenkt hat und gleichzeitig Y steigt. Dies ist allerdings nicht zentral fr die Modellbetrachtungen.

  • Es ergibt sich nun ein Devisenbilanzdefizit, da aufgrund der niedrigen heimischen Zinsen Kapital in den ertragreicheren Dollarraum abfliet.


R 0

  • Im Falle fester Wechselkurse msste die Zentralbank nun Dollar verkaufen und Euro ankaufen.

  • Hiermit entzieht sie den Geschftsbanken Liquiditt.

  • Die Banken bentigen aber diese Liquiditt, da sie von der Zentralbank Banknoten nachfragen und gleichzeitig dort Mindestreserve halten mssen. Dies wird deutlich aus der Zentralbankbilanz. Die Summe dieser beiden Positionen wird auch als monetre Basis (B) bezeichnet.

  • Daher werden die Banken die Nachfrage nach Zentralbankkrediten steigern. Dies droht, die Zinsen fr solche Kredite in die Hhe zu treiben.

  • Die Zentralbank wird mit einer erhhten Zuteilung solcher Kredite reagieren, da sie das Zinsniveau gem der Taylor-Regel fixiert.


R 0

B (ohne Mnzumlauf)

  • Die abnehmenden Whrungsreserven werden also durch zustzliche Kredite an die Geschftsbanken neutralisiert.

  • Wir sprechen daher im Punkt Pm von einer Zentralbankpolitik mit Neutralisierung.

  • Aber der Punkt Pm kann nicht dauerhaft durchgehalten werden.


R 0

  • Die Devisenreserven der Zentralbank, R, sind nach einer Weile aufgebraucht. Devisenverkufe knnen von der Zentralbank dann nicht mehr gettigt werden.

  • Zwar knnte die Zentralbank sich international verschulden und hierdurch weitere Whrungsreserven erhalten. Allerdings muss sie hierfr den Zinssatz r0 bezahlen und erhlt fr die vergebenen, heimischen Kredite lediglich den niedrigeren Zinssatz des Punktes Pm. Die auftretenden Verluste begrenzen damit die Fhigkeit der internationalen Kreditaufnahme.


R 0

  • Nun steht die Verfolgung der monetren Regel im Konflikt mit einer Fixierung des Wechselkurses. Die Zentralbank knnte von der Regel abweichen, also ihre Politik nicht mehr nach der MP-Kurve ausrichten.

  • Sie verzichtet dann auf eine erhhte Kreditvergabe an die Banken.

  • Die Banken bieten dann fr die knappen Zentralbankkredite einen erhhten Zinssatz.

  • Der Realzins wird so lange steigen bis der Punkt Po erreicht ist. Die Zentralbank hat sich hierbei fr eine Politik ohne Neutralisierung der sinkenden Liquidittsversorgung entschieden.


R 0

  • Die Zentralbank wre hierbei weiterhin bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren und Devisen zu verkaufen.

  • Ein weiteres Absinken der Whrungsreserven wrde sich aber nicht mehr einstellen, da nun der Zinssatz gestiegen ist und damit die berschussnachfrage nach Dollar beseitigt ist.

  • Im Punkt Po ist die Devisenbilanz wieder ausgeglichen und der Anpassungsprozess abgeschlossen. Devisenmarktinterventionen finden nicht mehr statt.


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  • Eine laxere geldpolitische Regel mit niedrigen Realzinsen ist bei konstanten nominalen Wechselkursen somit nur kurzfristig durchzuhalten.

  • Das langfristige Scheitern einer solchen Politik kann vorteilhaft fr den privaten Sektor sein. Die Verfolgung eines nominalen Wechselkursziels bietet den Marktteilnehmern nmlich eine Garantie, dass die Zentralbank nicht zu einer laxeren geldpolitischen Regel bergehen wird.

  • Aus diesem Grund werden feste Wechselkurse oftmals eingefhrt, um den Marktteilnehmern glaubhaft die Durchfhrung einer preisniveaustabilen Geldpolitik zu signalisieren.


R 0

  • Statt einer Verteidigung des nominalen Wechselkurses knnte die Zentralbank zu flexiblen Wechselkursen bergehen.

  • Das bei einer expansiveren geldpolitischen Regel erzielte Devisenbilanzdefizit bewirkt nun eine (nominale und reale) Aufwertung des Dollar (w ). Dies verschiebt die IS-Kurve (in der Folgeperiode) nach rechts.

  • Ein Gleichgewicht (bei hier konstanter Inflation) ergibt sich im Punkt Px. Das Inlandsprodukt ist nun weiter angestiegen und der Realzins wieder auf seinem Ausgangsniveau.

  • Wir sehen, dass bei einem flexiblen Wechselkurs die Zentralbank autonom ber ihre geldpolitische Regel entscheiden kann.


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  • Hierbei tritt ein zustzlicher Transmissionsmechanismus der Zentralbankpolitik auf: Der Wechselkurskanal.

  • Die Zentralbank beeinflusst die Gternachfrage nicht nur ber die Hhe der Investitionen (Zinskanal) und den Konsum (Vermgenskanal), sondern auch wie beschrieben ber den Auenbeitrag.

  • Die Existenz dieses Transmissionsmechanismus verstrkt die Zuversicht, dass Zentralbanken die Gternachfrage so steuern knnen, dass eine angemessene Auslastung der Wirtschaft gewhrleistet wird.


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  • Unsere Ergebnisse lassen sich auch bezglich des magischen Dreiecks der offenen Volkswirtschaft auslegen (unholy trinity auch genannt the impossible or inconsistent trinity).

  • Dieses umfasst drei Ziele:

    • Autonomie der Geldpolitik und Kontrolle des kurzfristigen nominalen Zinsniveaus

    • Kontrolle des Wechselkurses

    • Freier Kapitalverkehr

  • Der Modellierung war zu entnehmen, dass sich diese drei Ziele nicht simultan erreichen lassen.


R 0

  • So muss bei freiem Kapitalverkehr entweder auf eine Stabilisierung des Wechselkurses oder auf eine autonome Geldpolitik gem Taylor-Regel verzichtet werden.

  • Kose und Prasan (2004), http://www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2004/09/pdf/basics.pdf, verweisen darauf, dass gerade bei festen Wechselkursen eine Liberalisierung des Kapitalmarkts die Wahrscheinlichkeit einer Finanzkrise erhht.

  • Dies trgt dazu bei, dass gerade Entwicklungslnder oftmals an Kapitalverkehrs-kontrollen festhalten.


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Unholy Trinity am Beispiel einer expansiveren geldpolitischen Regel

IS

Keine Kontrolle des Wechselkurses

Keine autonome Geldpolitik

MP

Kapitalverkehrs-kontrollen

MP1


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Expansive Fiskalpolitik

r

IS1

b0

MP

IS0

wr

Pm

P0

=Px

+

Z

r0

Po

Y

Y


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  • Im Folgenden betrachten wir einen exogenen Anstieg der Gternachfrage. Hierfr knnen vielfltige Grnde existieren. Beispielhaft hierfr steht eine Erhhung der Staatsausgaben auf ein dauerhaft hheres Niveau.

  • Dies verschiebt die IS-Kurve nach rechts. Aufgrund des Anstiegs des Inlandsprodukts wird die Zentralbank gem ihrer Reaktionsfunktion den Realzins erhhen. Es ergibt sich ein Zwischenpunkt in Pm.

  • Der Punkt Pm knnte sowohl einen Anstieg (wegen der steigenden Transaktionskasse) als auch ein Absinken (wegen des hheren Realzinses) der Geldnachfrage implizieren, dies ist fr die Analyse ohne Relevanz.


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  • Der hhere Realzins bewirkt einen Devisenbilanzberschuss.

  • Sofern die Zentralbank den Wechselkurs stabilisiert, msste sie Devisen kaufen.

  • Hierdurch versorgt sie die Geschftsbanken mit zustzlicher Liquiditt. Daher werden die Banken in geringerem Ausma Zentralbankkredite nachfragen.

  • Da die Zentralbank den Zinssatz fixiert und kein nachfragebedingtes Absinken desselben hinnehmen mchte, wird sie diese Kredite in geringerem Ausma zur Verfgung stellen.


R 0

  • In der Zentralbankbilanz werden daher die Whrungsreserven zunehmen und die Kredite an die Geschftsbanken abnehmen.

  • Kurzfristig kann die Zentralbank mit diesen Manahmen den Punkt Pm realisieren.

  • Die Banken sind aber nach einer Weile aufgrund der Dollarankufe durch die Zentralbank mit hinreichend Liquiditt versorgt, so dass sie gar keine Zentralbankkredite mehr nachfragen.


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  • Die Zentralbank knnte nun die Kontrolle ber das Zinsniveau verlieren: Sobald die Whrungsreserven der monetren Basis entsprechen, vergibt die Zentralbank keine Kredite mehr an die Geschftsbanken. Sollte die Zentralbank dennoch solche Kredite anbieten, wrden die Banken diese nur zu niedrigeren Zinsen aufnehmen.

  • In diesem Falle sinkt der Realzins bis der Punkt Po erreicht ist, denn dort ist die Devisenbilanz wieder ausgeglichen.

  • Die Zentralbank verzichtet im Punkt Po auf eine Abschwchung der anziehenden Gternachfrage, wie sie der Taylor-Regel entsprechen wrde. Sie agiert nicht mehr gem MP-Kurve.

  • Entsprechend hat sich das Inlandsprodukt strker ausgeweitet.


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  • Alternativ zur Aufgabe der Neutralisierungspolitik knnte die Zentralbank sich aber auch bei den Geschftsbanken verschulden, so dass F negativ wird.

  • So emittiert z.B. die chinesische Zentralbank in hohem Ausma Wertpapiere, die von den Geschftsbanken angekauft werden, und kann hierdurch die hohe durch Whrungsreserven bereitgestellte Liquiditt wieder abschpfen.

  • Allerdings treten hierbei Verluste fr die Zentralbank auf: Whrend Whrungsreserven nur die Rendite r0 erzielen, mssen heimische Banken mit dem Realzins des Punktes Pm entlohnt werden.


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  • Um solche Verluste zu kompensieren knnte die Mindestreserveverpflichtung erhht werden, wobei auf diese Einlagen keine oder nur geringfgige Zinsen bezahlt werden.

  • In diesem Fall werden die Verluste an die Geschftsbanken weiter gereicht.

  • Dies wird allerdings zu Gewinneinbrchen im Sektor der Geschftsbanken fhren und entsprechende politische Widerstnde provozieren.

  • Dieses Argument zeigt, dass eine Neutralisierung in der Realitt evtl. nicht gelingt.


R 0

  • Sofern die Zentralbank eine Politik der Wechselkursflexibilitt verfolgt, werden keine Interventionen am Devisenmarkt durchgefhrt.

  • Der Devisenbilanzberschuss wird ein Absinken von w induzieren.

  • Hierdurch sinkt auch der reale Wechselkurs und die IS-Kurve verschiebt sich (in der Folgeperiode) nach links.

  • Dies erbringt eine Anpassung an das Gleichgewicht im Punkt Px. Dieses Gleichgewicht ist identisch zur Ausgangslage.

  • Es ergibt sich ein vollstndiges crowding-out, d.h. der Nachfrageanstieg durch die erhhten Staatsausgaben wird vollstndig durch einen wechselkursbedingten Rckgang des Auenbeitrags kompensiert.


R 0

r

MP

IS0

IS1

wr

P0

=Px

+

r0

Z

Modifizierte MP

Y

Y

Exogene Senkung des (flexiblen) Wechselkurses


R 0

  • Bei Wechselkursflexibilitt sind hufige Schwankungen des Wechselkurses zu beobachten. Fr diese sind nicht immer plausible Erklrungen mglich, sie knnten auch rein zufllig auftreten.

  • Sinkt der nominale (und reale) Wechselkurs in dieser Art, so verschiebt sich die IS-Kurve nach links.

  • Das gesunkene Inlandsprodukt veranlasst die Zentralbank zu einer Senkung der Realzinsen.

  • Hierdurch werden Kapitalexporte induziert, welche den (nominalen und realen) Wechselkurs wieder steigen lassen.

  • Das Anfangsgleichgewicht wird so wieder hergestellt.


R 0

  • Im Zuge des Anpassungsprozesses ist ein Produktionseinbruch zu verzeichnen.

  • Hier stellt sich die Frage, ob dies auch zu vermeiden wre.

  • Eine sofortige Verschiebung der MP-Kurve nach unten wrde den Anpassungsprozess beschleunigen und einen Produktionseinbruch vermeiden oder zumindest abmildern.

  • Dies liee sich durch eine Integration der realen Wechselkurslcke in der Taylor-Regel bercksichtigen:

  • Hierbei wird mit wr* der reale Wechselkurs im langfristigen Gleichgewicht bezeichnet.


R 0

  • Ist aufgrund einer zuflligen Strung der reale Wechselkurs niedriger als im langfristigen Gleichgewicht, so wrde die Zentralbank einem drohenden Einbruch der Gternachfrage entgegen wirken.

  • Die Zentralbank senkt unmittelbar den Realzins, wodurch die steigenden Investitionen einen Einbruch der Gternachfrage kompensieren. Kurzfristig wrde gem der Modellformulierung die Gternachfrage sogar steigen, da sinkende Realzinsen sofort wirken, der gesunkene reale Wechselkurs aber erst mit einer Verzgerung die Gternachfrage senkt.

  • Hierbei stellen sich nun Kapitalexporte ein. Diese bewirken einen Aufwertungsdruck auf den Wechselkurs, welcher zu einer schnellen Rckbewegung zum Ausgangspunkt fhrt.


R 0

r

IS0

MP

wr

Px

+

Po

r1

Z1

P0

=Pm

+

Z

r0

Y

Y

Steigender Auslandszinssatz


R 0

  • Die Realzinsen des Auslands steigen auf ein dauerhaft hheres Niveau, z.B. auf Grund einer hohen Nachfrage nach den dortigen Gtern und einer entsprechenden Reaktion der auslndischen Zentralbank. Dies induziert Kapitalexporte.

  • In der Folge erhht sich der Wechselkurs; die IS-Kurve verschiebt sich (in der Folgeperiode) nach rechts, Punkt Px.

  • Sofern hingegen der Wechselkurs fixiert wird, muss die Zentralbank Devisen verkaufen, ihre Whrungsreserven sinken, das Gleichgewicht verharrt in P0=Pm.

  • Werden die Devisenreserven knapp, so muss sie die Neutralisierungspolitik beenden. Die Liquidittsversorgung der Banken wird knapp und der Zinssatz steigt, entgegen der Taylor-Regel. Wir landen im Punkt Po.


R 0

  • Dies war die krisenartige Situation im Europischen Whrungssystem der Jahre 1992/93.

  • Deutschland setzte die Zinsen hoch, um der hohen Gternachfrage im wiedervereinigten Deutschland entgegen zu wirken.

  • Fr Grobritannien, Italien, Frankreich und Belgien resultierte die Verschiebung der Z-Kurve nach oben.

  • Der Punkt Pm konnte aufgrund von Kapitalexporten nicht gehalten werden. Whrend Grobritannien das britische Pfund abwertete, nahmen Frankreich und Belgien die hohen Realzinsen bei fixiertem Wechselkurs hin.


R 0

  • Alternativ zu dem beobachteten Dilemma wre damals ein Mittelweg mglich gewesen.

  • So htten sich alle Lnder auf den damaligen Vorschlag der Bundesbank einlassen knnen und den Wechselkurs einmalig leicht abgewertet, die DM also aufgewertet.

  • Die IS-Kurve htte sich leicht nach rechts verschoben.

  • Sofern der Wechselkurs in der Taylor-Regel bercksichtigt wre, htten dann Schwankungen des Inlandsprodukts vermieden werden knnen.

  • Der steigende Wechselkurs htte nmlich zu einer Verschiebung der MP-Kurve nach oben gefhrt. Ein neues Gleichgewicht oberhalb des Ausgangsniveaus von Y wre mglich gewesen.


R 0

  • Eine Verschiebung der Z-Kurve nach oben erfolgt auch, falls bei konstantem Auslandszinssatz das Vertrauen der Kapitalinvestoren in eine Region schwindet (z.B. in den Schuldendienst eines hoch verschuldeten Landes) und hohe Risikozuschlge verlangt werden.

  • In diesem Fall verwenden wir fr die Z-Kurve:

  • Der reale Zinssatz, r , muss in diesem Fall fr einen Ausgleich der Devisenbilanz nicht nur dem auslndischen Niveau entsprechen, sondern zustzlich den Risikoaufschlag erwirtschaften.

  • Im Jahre 1994/95 betrug in Mexiko der spread, also der Aufschlag fr jhrlich zu zahlende Zinsen gegenber risikolosen Dollar-Anleihen, RP=1300 Basispunkte.


R 0

  • Die Whrungsreserven sanken whrend dieser Zeit massiv. Darber hinaus stellten internationale Kreditgeber (USA und IWF) weitere Whrungsreserven zur Verfgung. Dies zeigt den Willen, den Wechselkurs zumindest tendenziell zu stabilisieren, also von der MP-Kurve abzuweichen.


R 0

  • Diese Interventionen waren aber nicht ausreichend, um den Wechselkurs zu stabilisieren. Es setzte vielmehr eine massive Abwertung des Peso ein. Diese verschiebt die IS-Kurve nach rechts.


R 0

  • Als Folge der Verschiebung der IS-Kurve erhhten sich die kurzfristigen Peso-Zinsstze deutlich.


R 0

  • Aufgrund des billigen Peso verbesserte sich der Leistungsbilanzsaldo. Dies kennzeichnet den Anstieg der Gternachfrage, wie von der verschobenen IS-Kurve indiziert.


R 0

  • Als Folge der hohen Zinsen ist im Zuge des Anpassungsprozesses das Inlandsprodukt gefallen. Dies erscheint plausibel, wenn die Verschiebung der IS-Kurve als Reaktion auf die Wechselkursentwicklung etwas Zeit bentigt.


R 0

Beggar-Thy-Neighbour-Policy (Japan)

r

IS0

MP

wr

P0

+

Z1

r0

Px

w*

Pm

Y

Y


R 0

  • Die Regierung und Zentralbank eines Landes knnten sich international Wettbewerbsvorteile dadurch verschaffen, dass sie ihre eigene Whrung abwerten, also den Wert der auslndischen Whrung erhhen, wr.

  • Dies kann in der Taylor-Regel bercksichtigt werden:

  • Hierbei wird wr* nicht als langfristig gleichgewichtiges Niveau des Wechselkurses interpretiert. Vielmehr gibt der Wert das gewnschte Niveau an und damit die Richtung, in der eine Anpassung des Wechselkurses vollzogen werden soll.

  • Wird ein hherer Wechselkurs gewnscht, wr*, so verschiebt sich der MP-Kurve nach unten, analog zu einer expansiveren Zentralbankpolitik.


R 0

  • Wir waren in den bisherigen Modellen nicht darauf eingegangen, wie die Zentralbank eine expansivere Politik durchfhrt. Hierbei wurde implizit unterstellt, dass die Versorgung mit Zentralbankkrediten erhht wird, so dass die Banken fr die ppige Liquiditt nur noch geringere Zinsen zu zahlen bereit sind.

  • Alternativ hierzu kann sie den Banken die zustzliche Liquiditt auch durch Ankauf von Whrungsreserven bereitstellen.

  • In diesem Fall bewirkt die Zentralbank aus eigener Kraft eine berschussnachfrage nach Dollar, welche zu der erwnschten Anpassung des Wechselkurses fhrt gem:


R 0

  • Der steigende Wechselkurs verschiebt dann die IS-Kurve (in der Folgeperiode) nach rechts.

  • Insgesamt ist damit das Inlandsprodukt stark angestiegen.

  • Allerdings geht diese Politik auf Kosten anderer Lnder, da sich dort analog ein Einbruch der Produktion einstellen muss. Aus diesem Sachverhalt resultiert die Bezeichnung dieser Politik als beggar-thy-neighbour-policy.

  • Inwiefern diese aber langfristig durchfhrbar ist, wird im nchsten Kapitel beleuchtet.

  • In Japan stand eine solche Politik der Erhhung des Wechselkurses lange Zeit einer schwachen Gternachfrage gegenber, b0 niedrig, so dass insgesamt die Gternachfrage auf einem nachhaltigen Niveau verharrte.


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