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Wildbiologie und Wildökologie Sommersemester 2010 PowerPoint PPT Presentation


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Wildbiologie und Wildökologie Sommersemester 2010. Lehre von den Lebensvorgängen der Wildtiere . Wildbiologie. Wildökologie. Lehre von den Beziehungen der Wildtiere untereinander und zu ihrer (belebten und unbelebten) Umwelt. Lehre vom jagenden Menschen. Jagdkunde. Jagdwirtschaft.

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Wildbiologie und Wildökologie Sommersemester 2010

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Presentation Transcript


Wildbiologie und wild kologie sommersemester 2010 l.jpg

Wildbiologie und WildökologieSommersemester 2010


Wildbiologie l.jpg

Lehre von den Lebensvorgängen der Wildtiere

Wildbiologie

Wildökologie

Lehre von den Beziehungen der Wildtiere

untereinander und zu ihrer (belebten und unbelebten)

Umwelt


Jagdkunde l.jpg

Lehre vom jagenden Menschen

Jagdkunde

Jagdwirtschaft

(Lehre von der) wirtschaftlichen Nutzung

des Wildes


Wild kologie hat einen l.jpg

ökologischen

ökonomischen

soziologischen

Wildökologie hat einen

Bezug


Ordnung artiodactyla paarhufer l.jpg

Unterordnung: Nonruminantia (Nichtwiederkäuer)

Familie Suidae (Schweine)

Familie Hippopotamidae (Flußpferde)

Unterordnung: Ruminantia (Wiederkäuer)

Familie Cervidae (Hirsche)

Unterfamilie Plesiometacarpalia (Altwelthirsche)

Unterfamilie Telemetacarpalia (Neuwelthirsche)

Familie Bovidae (Rinder)

Unterfamilie Bovinae (Echte Rinder)

Unterfamilie Caprinae (Ziegen)

Unterfamilie Ovibovinae (Schafochsen)

Unterfamilie Saiginae (Saigaantilopen)

Familie Antilocapridae (Gabelböcke)

Familie Giraffidae (Giraffen)

Unterordnung: Tylopoda (Schwielensohler)

Familie Camelidae (Kamele)

Ordnung: Artiodactyla (Paarhufer)


Unterordnung nonruminantia nichtwiederk uer l.jpg

Charakteristische Merkmale:

einfacher Magen

Eckzähne (Canini) deutlich ausgebildet und wurzellos

Gallenblase

Unterordnung: Nonruminantia (Nichtwiederkäuer)


Schwarzwild sus scrofa l.jpg

Schwarzwild (Sus scrofa)

  • einziger Europäischer Vertreter der Suidae

  • nahezu in ganz Europa verbreitet mit Ausnahme der Britischen Inseln, Irland, weiter Teile Skandinaviens sowie Sibiriens


Schwarzwild sus scrofa gebiss l.jpg

Gebiss mit 44 Zähnen

Es besteht hinsichtlich des Gebisses (Gebrech) ein Geschlechterdimorphismus:

die Canini sind wurzellos und zeigen permanentes Wachstum. Beim Keiler sind obere (Haderer) und untere Eckzähne (Gewehre, Gewaff) im Querschnitt dreieckig und nach oben gebogen. Bis zu zwei drittel ihrer Länge ist im Unterkiefer verborgen. Ihre Schleiffläche in cm entspricht etwa dem Lebensalter in Jahren. Bei der Bache heißen die Eckzähne Haken, sind schwächer ausgebildet, die oberen Eckzähne sind im Querschnitt mehr rund und wachsen nach unten. Die Eckzähne zeigen stetiges Wachstum und werden durch normale Beanspruchung abgeschliffen.

Schwarzwild (Sus scrofa)Gebiss


Schwarzwild sus scrofa kologie l.jpg

in Europa ist bzw. war ein natürlicher Prädator der Wolf, in Asien sind es z.B. Tiger und Leopard

die Regulation der Bestände erfolgt im Wesentlichen durch Nahrungsangebot und Krankheiten

Verbreitung, Standorttreue, Körpergröße, Paarungszeit, Anzahl und Umfang der Würfe und Eintritt der Geschlechtsreife hängen wesentlich vom Nahrungsangebot ab

daneben sind Deckung und Klima wichtige Faktoren für das Vorkommen des Schwarzwildes. Limitierender Faktor ist häufig hohe Schneelage (relativ kurze Läufe) oder Dauer des Bodenfrostes (keine Untermast erreichbar)

Schwarzwild (Sus scrofa)Ökologie


Schwarzwild sus scrofa verhalten l.jpg

Schwarzwild ist von Natur aus eher tagaktiv, in der Zivilisationslandschaft jedoch zum Nachttier geworden

es lebt sozial in Rotten, innerhalb der Rotte sind olfaktorische, akustische und taktile Signale wichtig. Die Führung einer Rotte obliegt meist einer älteren Sau. Alte Keiler sind häufig Einzelgänger und nur in der Paarungszeit (Rauschzeit) bei den Rotten.

Schwarzwild (Sus scrofa)Verhalten


Schwarzwild sus scrofa fortpflanzung i l.jpg

die Rauschzeit wird im Wesentlichen durch Witterungsfaktoren und Sozialstruktur der Rotten bestimmt und liegt zwischen Oktober und April

Tragzeit 16-17 Wochen

vor der Geburt baut die Bache ein Nest (Wurfkessel)

typischerweise zwischen März und Mai (aber auch zu anderen Jahreszeiten) werden zwischen 3 und 8 (bis zu 12) Junge (Frischlinge) geboren (gefrischt). Junge Bachen werfen weniger, ältere mehr Frischlinge.

Gelegentlich kommen zwei Würfe pro Jahr vor.

Schwarzwild (Sus scrofa) Fortpflanzung I


Schwarzwild sus scrofa fortpflanzung ii l.jpg

Frischlinge kommen sehend und behaart zur Welt.

Morphologisch handelt es sich um Nestflüchter, ethologisch um Nesthocker, die etwa eine Woche im Wurfkessel bleiben.

Aufzuchtdauer etwa 4 Monate

Geschlechtsreife mit 10 bis 19 Monaten

Zuwachs bei gutem Nahrungsangebot und unter günstigen Witterungsbedingungen bis zu 400% des (weiblichen) Frühjahrsbestandes

Schwarzwild (Sus scrofa)Fortpflanzung II


Unterordnung ruminantia wiederk uer l.jpg

Charakteristische Merkmale:

Wiederkäuermagen

Eckzähne (Canini) im Unterkiefer morphologisch den Schneidezähnen (Incisivi) entsprechend (incisivoide Eckzähne), im Oberkiefer häufig fehlend

typische Paarhufer mit gut entwickelter 3. und 4. Zehe und nur rudimentärer 2. und 5. Zehe

Mittelhandknochen und Mittelfußknochen vereinigt

reine Phytophagen

Unterordnung: Ruminantia (Wiederkäuer)


Vorkommen l.jpg

Rothirsch (Cervus elaphus)

Vorkommen

  • Circumpolare Verbreitung über die Nordhalbkugel in mehreren Unterarten: Europäischer Rothirsch, Wapiti, Maral, Atlashirsch, (eventuell Sikahirsch)

  • in Neuseeland und Lateinamerika (Argentinien) anthropogen angesiedelt

  • ursprünglich flächendeckende Verbreitung in Mitteleuropa

  • heute vor allem anthropogen auf bestimmte Regionen, insbesondere grössere Waldgebiete der Mittelgebirge beschränkt


Lebensweise l.jpg

Soziale Lebensweise in Gruppen (Rudeln)

Grundsozialform ist das Gynopädium (Alttier, Kalb, Schmaltier)

davon ausgehend bilden sich sog. Kahlwildrudel

ältere Hirsche stehen außerhalb der Fortpflanzungszeit (Brunft) in separaten Rudeln, sehr alte Hirsche leben gelegentlich solitär oder mit jüngerem Hirsch (sog. Beihirsch) vergesellschaftet

ursprünglich circadiane Aktivität, aufgrund umfangreicher Beunruhigung durch den Menschen heute überwiegend nachtaktiv

ausgedehnte Wanderungen im Jahresverlauf

Rothirsch (Cervus elaphus)

Lebensweise


Brunft i l.jpg

Fortpflanzungszeit (Brunft) September/Oktober

ältere Hirsche treten früher, jüngere später in die Brunft ein

die in der Feistzeit zusammenstehenden Hirsche trennen sich und suchen Kahlwildrudel auf

einzelne ältere Hirsche bilden mit Kahlwildrudeln sog. Brunftrudel (patriarchal organisiert), welche sie gegen Rivalen verteidigen

Rothirsch (Cervus elaphus)

Brunft I


Brunft ii l.jpg

jüngere Hirsche werden in der Nähe geduldet (Beihirsche)

sog. Brunftplätze befinden sich auf Freiflächen in der Nähe der Einstände (Brunftplätze sind keine Territorien i.s.s.)

Brunftkämpfe sind primär keine Beschädigungskämpfe sondern mehr ritualisiertes Kräftemessen, das Geweih dient nur selten als Waffe

das Geweih dient mehr der Bestimmung der sozialen Stellung im Rudel sowie dem Anlocken der Weibchen und Abschrecken der Rivalen

Rothirsch (Cervus elaphus)

Brunft II


Gravidit t und laktation l.jpg

Gravidität (sog. Tragzeit) dauert etwa 34 bis 35 Wochen

Kalb (seltener Zwillinge) wird im Mai/Juni gesetzt

tragendes Alttier sondert sich sechs bis acht Wochen vorher vom Rudel zunehmend ab und verläßt dieses schließlich ganz

etwa drei bis vier Wochen nach dem Setzen kehren Mutter und Kalb zum Rudel zurück

Kalb wird zweimal täglich für 10 bis 15 Minuten gesäugt

lange Laktationsphase bis zum 2. Lebensjahr des Kalbes

Rothirsch (Cervus elaphus)

Gravidität und Laktation


Jugendentwicklung l.jpg

Kalb zeigt ausgeprägte Spielphasen (Zeichen für hochentwickeltes Sozialverhalten)

Kälber werden Ende des 2.Lebensjahres geschlechtsreif; weibliche Tiere nehmen etwa ab dem vierten Lebensjahr aktiv an der Brunft teil, Hirsche erst deutlich später (viertes bis achtes Lebensjahr)

Rothirsch (Cervus elaphus)

Jugendentwicklung


Lebensraum l.jpg

Rothirsch (Cervus elaphus)

Lebensraum

  • euryöke Tierart

  • ursprünglich Steppentier (Geweih!)

  • später Sommereinstände im Mittelgebirge, Wintereinstände in den Flussauen

  • heute häufig auf suboptimale Lebensräume im Mittelgebirge zurückgedrängt


Geweihentwicklung i l.jpg

hormonale Ursache (Jahresrhythmik)

Geweih des Hirsches wird im Februar/März abgeworfen

ältere Hirsche werfen zuerst ab

danach beginnt sofort der Neuaufbau

ab April bezeichnet man die Hirsche als Kolbenhirsche

das Fegen der Geweihe erfolgt im Juli/August

ältere Hirsche fegen zuerst

Geweihentwicklung I

Rothirsch (Cervus elaphus)


Geweihentwicklung ii l.jpg

gegen Ende des ersten Lebensjahres oder in der 1.Hälfte des 2. Lebensjahres entwickelt sich das erste spiessförmige Geweih (Rotspiesser, sog. Hirsch vom 1.Kopf). Dieses wird erst im September/Oktober gefegt und im Mai abgeworfen

anschließend wird sofort ein neues Geweih geschoben, welches sog. Rosen besitzt und häufig gabelförmig ist (sog. Gabler), aber prinzipiell alle anderen Formen aufweisen kann

von nun an erfolgt das Fegen des Geweihs immer im Juli/August, ältere Hirsche fegen früher als jüngere

mit zunehmendem Lebensalter nimmt die Geweihgröße (Stangenlänge, Masse, Endenzahl) bis etwa zum Alter von 15 Jahren zu, um anschließend wieder “zurückzusetzen”

ein Hirsch vom x-ten Kopf befindet sich im (x+1)-ten Lebensjahr

der typische Geweihaufbau besteht aus Augsprosse, Eissprosse, Mittelsprosse und Krone (gelegentlich unterhalb der Krone sog. Wolfssprosse

Rothirsch (Cervus elaphus)

Geweihentwicklung II


Alterssch tzung l.jpg

Verhalten

Habitus

Zeitpunkt des Fegens und Verfärbens

Zahnwechsel

Zahnabschliff

Ersatzdentinmethode

Rothirsch (Cervus elaphus)

Altersschätzung


Sungsanspr che l.jpg

Gräser und Kräuter

Blätter

Triebe und Rindenbestandteile holziger Pflanzen

insgesamt eher faserreiche Äsung

Rothirsch (Cervus elaphus)

Äsungsansprüche


Genetische strukturen am idh genort in mecklenburg vorpommern und brandenburg l.jpg

Genetische Strukturen am IDH Genortin Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg


Allelische strukturen am idh genort in sachsen l.jpg

Allelische Strukturen am IDH Genortin Sachsen


Rotwildbejagung in abh ngigkeit von der tageszeit l.jpg

Rotwildbejagung in Abhängigkeit von der Tageszeit

(Beispiel Verwaltungsjagd Sachsen)


Verbreitung l.jpg

ursprüngliche Verbreitung Ost- und Südostasien

seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa zunächst als Gehegewild eingeführt (Britische Inseln, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Schweiz, Österreich, Tschechien), später lokal auch in freier Wildbahn vorkommend

Hybridisierung zwischen Rotwild und Sikawild ist möglich

Hybridpopulation in Irland hat Rotwild in großen Teilen der Insel verdrängt

in den deutschen Sikawildvorkommen (z.B. Möhnesee) wurde eine Hybridisierung noch nicht nachgewiesen

Sikahirsch (Cervus nippon)

Verbreitung


Lebensraumanspr che l.jpg

euryök

an sehr unterschiedliche Lebensräume angepasst

je nach Ökotyp auch unempfindlich gegen kalte Witterung

Sikahirsch (Cervus nippon)

Lebensraumansprüche


Fortpflanzung l.jpg

Brunft Oktober/November

pfeifender Brunftruf

Setzen der Kälber im Mai/Juni

Hybridisierung mit Rotwild (ökologisch und biologisch eher problemlos, da ein und dieselbe biologische Art und durch die Hybriden grundsätzlich keine negativen Einflüsse auf das Ökosystem bekannt sind)

Hybridbildung wird vermutlich durch das sympatrische Vorkommen von Rotwild und Sikawild nicht in sehr unausgewogenen Populationsdichten gefördert

Sikahirsch (Cervus nippon)

Fortpflanzung


Slide32 l.jpg

C. elaphus

C. nippon

Sikawild

2n = 64

Rotwild

2n = 68

1

+

2

1

3

3

+

4

2

4

2

4

C. nippon

C. elaphus

1

+

2

1

1

3

3

1

+

2

3

+

4

3

+

4

2

2

4

4

3

2

4

3

Hybridisierung in der Gattung Cervus

Robertsonsche Translokation

F1-Hybriden 2n = 64, 65, 66, 67, 68

nach HERZOG, 1988


Genotypische profile am sod links und 6 pgd rechts genort l.jpg

Genotypische Profile am SOD-(links) und 6-PGD- (rechts) Genort


Upgma dendrograms for different populations and different sets of marker gene loci l.jpg

UPGMA dendrograms* for different populations and different sets of marker gene loci

*Sokal and Roh1f 1985


Verbreitung35 l.jpg

Damwild (Cervus dama)

Verbreitung

  • vor der letzten Eiszeit vermutlich in weiten Teilen Europas heimisch

  • Nacheiszeitlich im Wesentlichen circummediterran verbreitet, insbesondere im östlichen Mittelmeerraum (nördliches Griechenland)

  • vermutlich durch die Römer nach Mittel- und Nordeuropa eingeführt

  • hier während der vergangenen Jahrhunderte häufig in Gehegen gehalten und aus diesen in die freie Wildbahn entkommen


Biotopanspr che l.jpg

optimal sind offene Parklandschaften, wie sie in den vergangenen Jahrhunderten häufig anthropogen geschaffen wurden

bevorzugt werden wärmere Gegenden mit hohem Laubwaldanteil

Damwild (Cervus dama)

Biotopansprüche


Sungsanspr che37 l.jpg

ähnlich dem Rotwild, aber Faseranteil geringer

Damwild (Cervus dama)

Äsungsansprüche


Sozialstruktur und verhalten l.jpg

Sozialstruktur im Wesentlichen derjenigen des Rothirsches ähnlich

Rudel aus Familengruppen zusammengesetzt (Gynopädien)

Hirschrudel sind diesen Kahlwildrudeln außerhalb der Brunft nur lose assoziiert oder völlig von diesen getrennt

mehr tagaktiv als Rotwild

Damwild (Cervus dama)

Sozialstruktur und Verhalten


Fortpflanzung39 l.jpg

Brunft Oktober/November

im Frühherbst lösen sich Hirschrudel auf und Rangkämpfe beginnen

die Rangkämpfe sind noch weiter ritualisiert als beim Rotwild

Brunft auch tagsüber

Brunftlaut des Hirsches höher und monotoner als beim Rothirsch

Hirsch schlägt sogenannte Brunftkuhlen, in denen er sich regelmässig niedertut; dort findet sich auch das Kahlwild ein

Damwild (Cervus dama)

Fortpflanzung


Fortpflanzung40 l.jpg

Damwild (Cervus dama)

Fortpflanzung

  • Gravidität (Tragzeit) etwa 33 Wochen

  • setzen eines, gelegentlich auch zweier Kälber im Mai/Juni

  • Betreuuung der Kälber durch die Mutter ähnlich wie beim Rothirsch

  • die ersten Tage post partum wird das Kalb in Deckung abgelegt, wenngleich es der Mutter bereits folgen könnte


Geweihbildung l.jpg

Hirschkalb bildet in dem auf die Geburt folgendem Jahr Spiesse ohne Rosen (Damspiesser)

die folgende Geweihstufe (Knieper) zeigt Rosen sowie Augspross, Mittelspross, und meist eine Gabel am Stangenende

dem folgt eine zunehmede Verbeiterung des distalen Teils zu den sogenannten "Schaufeln"

Man unterscheidet Löffler, Halbschaufler (etwa 4.-5. Kopf) und Voll- oder Hauptschaufler (etwa 8. bis 12. Kopf)

die Schaufel ist auf der Rückseite gezackt; die proximale Zacke heißt Sporn, Schaufelhaken oder Dorn, die distale Zacke nennt man (sofern nach innen gebogen) Winkelspross

die Geweihbildung kulminiert im Alter von 9 bis 12 Jahren

Fegen des Geweihes im August/September

junge Hirsche fegen früher (!)

Abwerfen des Geweihes im April/Mai

Damwild (Cervus dama)

Geweihbildung


Jagdliches l.jpg

Bestand derzeit schätzungsweise 80000 Stück in Deutschland

Bestand in den vergangenen 50 Jahren ca. verzehnfacht

Ansitz und Pirsch (vor allem zur Brunftzeit)

Drückjagd

Bejagung ist trotz Tagaktivität oft schwieriger als beim Rotwild, da Damwild häufig aufmerksamer und empfindlicher gegen Störungen ist

Damwild (Cervus dama)

Jagdliches


Damviehhaltung l.jpg

in den vergangenen Jahren zunehmend

oftmals auf stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen und Grenzertragsböden

in Deutschland vor allem zur Wildpretgewinnung

relativ einfache Gehegehaltung dieser Wildart

es gibt Hinweise, dass sich das Damwild in einem frühen Stadium der Domestikation befindet

Damwild (Cervus dama)

Damviehhaltung


Verbreitung44 l.jpg

Wildart der "Alten Welt" (gehört jedoch zu den sog. Telemetacarpalia, also Neuwelt- oder Trughirschen)

kommt in drei Subspecies von Europa bis Ostasien vor: Europäisches Reh, Sibirisches Reh, Chinesisches Reh; manchmal wird auch das Spanische oder Garganta-Reh als eigene Unterart ausgewiesen

früher eher seltene Wildart, heute jedoch häufig und weitverbreitet

Hinweise auf evolutive Entstehung der Art in subtropischen Regionen (verlängerte Tragzeit mit Keimruhe, Geweihentwicklung im Winter)

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Verbreitung


Biotopanspr che45 l.jpg

strauchreicher Mischwald, möglichst mit reichlich Wald-Feld-Grenzen (Randlinienwirkung oder "edge effects")

hat von der Einführung des schlagweisen Hochwaldes sowie vom Rückgang des Waldes profitiert

Feldrehe sind erstaunlich gut an die offene Agrarlandschaft angepasst

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Biotopansprüche


Morphologie l.jpg

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Morphologie

  • sog. Duckertyp (auch "Schlüpfertyp" genannt)

  • Kräftige Hinterläufe, geschwungene Rückenlinie

  • springende, wellenartige Fortbewegung auf der Flucht

  • gut an Buschlandschaft angepasst


Verhalten i l.jpg

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Verhalten I

  • lebt im Sommer weitgehend solitär (erwachsene Böcke territorial, Ricken zusammen mit ihren Kitzen)

  • im Winter häufig größere Gruppen, sogenannte Sprünge

  • Feldrehe leben häufig das ganze Jahr über in größeren Sprüngen, gelegentlich mit Großtrappen (wo diese noch vorkommen) interspezifisch vergesellschaftet)


Verhalten ii l.jpg

Fluchtverhalten anders als beim Rotwild: Rehwild drückt sich zunächst und flüchtet oft sehr spät

Feldrehe drücken sich gelegentlich wie Hasen in Ackerfurchen

Flucht häufig nur über kurze Distanz (relativ schwache Belastbarkeit des Kreislaufs) und typischerweise ins Dunkle

primär polyphasische Aktivität, d.h. tag- und nachtaktiv und durchläuft in 24 Stunden mehrere Aktivitätsphasen

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Verhalten II


Sinnesleistungen l.jpg

Geruchssinn wie auch beim Rotwild sehr gut ausgeprägt (Macrosmat)

Gesichtssinn wohl relativ gut, aber nicht so gut wie beim Rotwild ausgeprägt

Rehwild besitzt auf der Retina mehr Stäbchen (polyphasische Aktivität !)

kontrastreiche Färbung des Gesichts und des "Spiegels" deutet recht hohes Mass an optischer Orientierung hin, andererseits ist die Deutlichkeit dieser optischen Signale nicht unbedingt ein Hinweis auf besonders ausgeprägten Gesichtssinn

als solitärer Bewohner des Dickichts ausgeprägte akustische Dominanz, d.h. zahlreiche kurzwellige, fein abgestimmte Laute

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Sinnesleistungen


Slide50 l.jpg

Konzentratselektierer , d.h. proteinreiche Äsung (Klee, Knospen, Wildkräuter) unbedingt erforderlich

Anlegen von Energiereserven bereits im Herbst (sog. Herbstmast)

Äsungsknappheit in dieser Zeit ist problematischer als im Spätwinter

relativ kleiner Pansen als Korrelat für polyphasische Aktivität

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Äsung


Fortpflanzung51 l.jpg

Brunft (Blattzeit) im Juli/August

verlängerte Tragzeit mit Keimruhe

bei hypothetischer Entstehung der Art in (sub)tropischen Regionen ist offenbar die Umstellung der Embryonalentwicklung evolutiv einfacher als die Umstellung des Paarungsverhaltens

im Mai/Juni werden 1 bis 3 (meist 2) Kitze gesetzt

Kitze haben wenig Eigengeruch und werden meist versteckt abgelegt, nach etwa ein bis zwei Wochen folgen sie der Mutter

Rehkitz ist also im Gegensatz zum Rotwildkalb ein "Liegetyp"

individuelle Mutter-Kind-Bindung auch erst nach etwa 10 Tagen

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Fortpflanzung


Geweihentwicklung l.jpg

bereits im August des 1. Lebensjahres entstehen beim Bockkitz Rosenstöcke, auf denen sich als erstes Geweih sog, "Knöpfe" oder kleine Spiesse bilden

diese werden im Winter gefegt und kurz darauf im Januar/Februar abgeworfen

im Frühjahr des 2. Lebensjahres schiebt der Jährling sein 2. Geweih (meist Spiesse, aber auch Gabeln oder Sechserstangen möglich)

Fegen März/April bis Juni (ältere Böcke zuerst)

Abwerfen im November/Dezember

Kulmination der Geweihentwicklung im 4. bis 6. Lebensjahr, typischerweise dann Sechser

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Geweihentwicklung


Alterssch tzung53 l.jpg

Zeitpunkt des Fegens (Jährling im Mai/Juni, ältere Böcke im März/April; ältere Böcke fegen früher als jüngere)

Zeitpunkt des Haarwechsels (des sog. "Verfärbens")

Färbung des Hauptes im Sommer

Körperform

Verhalten

Zahnwechsel

Abnutzung der Backenzähne (Prämolaren und Molaren) im Unterkiefer

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Altersschätzung


Bejagung l.jpg

Ansitz

Pirsch

zur Blattzeit auch in Form der Lockjagd

Drückjagd ist beim Rehwild problematisch (Tierschutz, Lebensmittelhygiene, Sozialstruktur)

Rehwild

(Capreolus capreolus)

Bejagung


Verbreitung55 l.jpg

Elch (Alces alces)

Verbreitung

  • circumpolares Verbreitungsgebiet

  • etwa sieben Subspecies mit fließenden Übergängen

  • in extremen Klimata größte Subspezies (Alaska)

  • Kaukasischer Elch ist ausgestorben

  • ostpreussischer Küstenelch wandert gelegentlich in Deutschland zu (typisches Merkmal: Stangengeweih, keine Schaufeln)


Verbreitung ii l.jpg

Elche führen regelmäßig größere Wanderungen durch

in Deutschland derzeit kein regelmäßiges Vorkommen, aber Zuwanderungen kommen vor

ursprüngliches Verbreitungsgebiet nicht genau bekannt, nach Westen vermutlich zumindest bis ins östliche Niedersachsen, auch nach Süden weiter als heute

Zurückweichen nach Norden aus unbekannten Gründen (vermutlich nicht anthropogen)

derzeit wieder deutliche Dispersionstendenz

Elch (Alces alces)

Verbreitung II


Populationsdynamik l.jpg

seit einigen Jahrzehnten Zunahme der Bestände (verschiedene Gründe werden diskutiert), nachdem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutliche Bestandesrückgänge zu beobachten waren

Ausdehnung des Verbreitungsgebietes nach Westen und Südwesten

Teile Polens sind bereits wieder besiedelt

in Schweden lokal deutliche Überpopulation und Besiedlung von Regionen, wo der Elch noch vor 30 Jahren völlig fehlte

Elch (Alces alces)

Populationsdynamik


Biotopanspr che58 l.jpg

Elch (Alces alces)

Biotopansprüche

  • besiedelt typischerweise moorige, naturnahe Wälder mit hohem Laubbaumanteil

  • Waldtundra und Sumpfgebiete bzw. Auwaldregionen entlang großer Flüsse

  • Meeresküsten und -buchten

  • Inseln großer Seen (Wolf besiedelt diese Lebensräume normalerweise nicht )


Morphologische besonderheiten l.jpg

größte rezente Hirschart

lediglich Elchbullen tragen ein Geweih

Schalen (3. und 4. Zehe) und Geäfter (2. und 5. Zehe) kräftig entwickelt und abspreizbar

querstehende Oberlippe (gut beweglich, Greiforgan)

Fell ("Decke") dicht behaart als Anpassung an kalte Regionen

Morphologische Besonderheiten

Elch (Alces alces)


Sungsanspr che60 l.jpg

Laub und Knospen sind wesentlicher Bestandteil der Äsung, im Sommer mehr Laub und junge Triebe, im Winter mehr Knospen

Wasserpflanzen sind wichtige Ergänzung: Elche waten in flache Gewässer und äsen dort Wasserpest, Laichkräuter und andere Wasserpflanzen

Sumpfpflanzen

Elche sind aufgrund des relativ kurzen Halses (bzw. der relativ langen Vorderläufe) eher schlecht an die Äsungsaufnahme vom Boden angepasst (typischer Bewohner von Buschland)

ausgeprägtes Schälverhalten

Äsungsansprüche

Elch (Alces alces)


Verhalten l.jpg

solitäre Lebensweise sowohl der Elchbullen als auch der Elchkühe

keine festen Territorien, sondern regelmäßiges Herumstreifen und Einnahme vorübergehender Einstände

keine klare Tag-Nacht-Rhythmik

Verhalten

Elch (Alces alces)


Fortpflanzung62 l.jpg

Brunftzeit im Herbst, aber kein klar begrenzter Zeitraum, da Weibchen zu unterschiedlichen Zeitpunkten paarungsbereit sind

Elchbulle gesellt sich zu einzelnen Elchkühen bis zur Paarung und sucht dann weitere Weibchen

Tragzeit 9 Monate (ohne Keimruhe)

Ein bis drei (typischerweise zwei) Kälber werden im Frühjahr gesetzt

Kälber folgen der Mutter sofort (Laufjunge) und bleiben bei ihr, bis sie das nächste Kalb setzt

Laktationsperiode drei bis vier Monate

Geschlechtsreife mit zwei bis drei Jahren, Bullen später als Kühe

Fortpflanzung

Elch (Alces alces)


Bejagung63 l.jpg

in Deutschland keine Bejagung

ansonsten dominieren Pirsch und Drückjagd, z.T. mit Hunden

Bejagung

Elch (Alces alces)


Landwirtschaftliche nutzung l.jpg

Elch (Alces alces)

Landwirtschaftliche Nutzung

  • in Russland zur Fleisch- und Milchgewinnung, gelegentlich auch als Zugtiere vor dem Schlitten

  • keine Domestikation, da kein Eingriff ins Fortpflanzungsgeschehen


Urspr ngliches verbreitungsgebiet l.jpg

Wisent (Bison bonasus)

Ursprüngliches Verbreitungsgebiet

  • ehemals weitverbreitet in Europa und Asien

  • zwei Subspecies: Bergwisent (Kaukasus, Anfang des 20. Jahrhunderts ausgestorben) und Flachlandwisent (in freier Wildbahn bereits um 1775 ausgestorben, aber Restbestände in Gehegen)

  • naher Verwandter des amerikanischen Bison


Biotopanspr che66 l.jpg

Wisent (Bison bonasus)

Biotopansprüche

  • ausgedehnte Laubmischwälder (Europa)

  • Laubwald-Waldsteppenzone (Asien)

  • sumpfige Waldgebiete und Auwälder

  • mäßig steile Berghänge mit Grasflächen


Slide67 l.jpg

Gräser und Kräuter

im Winter auch Laubstreu und Knospen

Äsung

Wisent (Bison bonasus)


Sozialstruktur und fortpflanzung l.jpg

lebt in Familienverbänden, welche von alter, erfahrener Leitkuh geführt werden

diese können zeitweise zu größeren Herden anwachsen

Brunftzeit im August/September

Herden teilen sich zu Beginn der Brunft in kleinere Gruppen auf, von denen einzelne Stiere Besitz ergreifen und sie gegen Rivalen verteidigen

Gravidität (Tragzeit) 9 Monate

meist ein Kalb

Kalb wird etwa 6 Monate gesäugt

erste Aufnahme pflanzlicher Äsung mit etwa drei Wochen

Wisent (Bison bonasus)

Sozialstruktur und Fortpflanzung


Managementmassnahmen l.jpg

in den 1920er Jahren existierten nur noch wenige Exemplare in menschlicher Obhut (u.a. Saupark Springe)

Vermehrung dieser Tiere und Aussetzen im Nationalpark Bialowieza (1956)

heutiger Bestand etwa 1000 Tiere weltweit (einschließlich Gatter und Tiergärten)

mögliches Problem: Verlust genetischer Variation

sog. "Verdrängungszucht" nach HECK: Kreuzung zwischen Wisent und Bison (Bison bison), um die Population zu sichern. Anschließend Auslese auf phänotypisch dem Wisent ähnliche Tiere. Vorteil: Verlust genetischer Variation wird vermindert, Nachteil: es können allenfalls phänotypisch "wisentähnliche" Tiere auf diese Weise erhalten werden, keinesfalls jedoch kann der ursprüngliche Genotyp rekonstruiert werden

Wisent (Bison bonasus)

Managementmassnahmen


Slide70 l.jpg

Bison (Bison bonasus)

  • im 19. Jahrhundert nahezu ausgerottet

  • Anfang des 20. Jahrhunderts intensive Schutzmassnahmen

  • heute in den USA/Canada wieder stabile Bestände


Urspr ngliche verbreitung l.jpg

stammt ursprünglich aus den Waldgebieten des indischen Subkontinents

später über ganz Vorderasien, Europa und Nordafrika verbreitet

größte Ausdehnung des Verbreitungsgebietes Ende der letzten Eiszeit von Westeuropa bis Ostasien

Stammform des Hausrindes, Beginn der Zähmung etwa vor 8000 Jahren, vermutlich an verschiedenen Orten etwa zur selben Zeit

von Wildbeständen in historischer Zeit wird aus Germanien berichtet

letzte Restbestände in freier Wildbahn im Mittelalter, vermutlich im Jahre 1627 wurde das letzte Exemplar in freier Wildbahn in Polen erlegt, einige Jahrzehnte lang lebten wohl noch einige Tiere in Gehegen

Ur (Bos primigenius)

Ursprüngliche Verbreitung


Lebensraum sung und sozialverhalten l.jpg

Biotop: lichte Wälder mit Grasflächen und Buschwerk

Äsung: Gräser, Kräuter, im Winter Eicheln, Knospen, Triebe, Laubstreu

gesellige Lebensweise in Familienverbänden unter Führung einer erfahrenen Kuh

Ur (Bos primigenius)

Lebensraum, Äsung und Sozialverhalten


Management l.jpg

als Art ausgestorben

durch HECK wurde die sog. "Rückzüchtung" versucht, d.h. Hausrinder ähnlichen Phänotyps wurden gekreuzt, um phänotypisch dem Ur entsprechende Tiere zu erhalten

alle heute als Ur bzw. Auerochse bezeichneten Individuen entstammen solchen Kreuzungen

eine Rekonstruktion der ursprünglichen Spezies gelingt auf diese Weise nicht, da über den Genotyp keinerlei Informationen vorliegen

Ur (Bos primigenius)

Management


Verbreitung74 l.jpg

Steinwild (Capra ibex)

Verbreitung

  • Europa, Asien, nördliches Afrika

  • etwa 18 Subspezies, darunter Alpensteinwild (Capra ibex ibex), Pyrenäensteinwild (Capra ibex pyrenaeica) und Bezoarziege (Kretische Wildziege, Capra ibex aegagrus) und weitere Subspezies im Kaukasus und in den Hochgebirgen Asiens sowie in Äthiopien (Abessinisches Steinwild)


Biotopanspr che75 l.jpg

Felslandschaft der Hochgebirge

in den Alpen oberhalb der Zone der Gemsen

hält sich typischerweise an Südhängen auf, Nordhänge nur in heißen Sommern

Steinwild (Capra ibex)

Biotopansprüche


Verhaltensweisen l.jpg

Geschlechter leben die überwiegende Zeit des Jahres (11 Monate) getrennt

es kommen intersexuelle Kämpfe (ältere Geissen gegen jüngere Böcke, ohne Beschädigungskampfcharakter) vor, wobei die Weibchen meist dominieren

geringe Fluchtdistanz im hochalpinen Lebensraum

Steinwild (Capra ibex)

Verhaltensweisen


Fortpflanzung77 l.jpg

Brunft im Dezember bis Januar

beide Geschlechter stehen in dieser Zeit zusammen

typischer Brunftgeruch durch Subkaudalorgan

heftige Rivalenkämpfe unter den Böcken

nach etwa 21 Wochen Tragzeit setzen von einem, selten zwei Kitzen

Nestflüchter, folgen sofort der Mutter

werden bis zum Herbst gesäugt, bleiben aber lange darüber hinaus bei der Mutter

Geschlechtsreife im 4. Lebensjahr

Steinwild (Capra ibex)

Fortpflanzung


Verbreitung78 l.jpg

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Verbreitung

  • Alpen

  • Schwarzwald

  • Vogesen (anthropogen angesiedelt)

  • Apennin

  • Pyrenäen

  • Gebirge Südosteuropas

  • Neuseeland (anthropogen angesiedelt)


Biotopanspr che79 l.jpg

Bewohner des Hochgebirges

lebt in der obersten Waldregion und darüber

im Winter sucht das Gamswild tieferliegende Einstände teilweise weit unterhalb der Waldgrenze auf

einzelne Böcke (sog. Laubböcke) leben gelegentlich auch während des Sommers im Bergwald

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Biotopansprüche


Verhaltensweisen80 l.jpg

soziale Lebensweise: Scharwild (Geißen und Jungwild) lebt in Rudeln zusammen, Böcke in locker assoziierten Trupps, ältere Böcke auch einzeln

tagaktiv

Lautäußerungen: Meckern in unterschiedlichen Tonhöhen als Kontaktlaut, Pfeifen als Warnlaut

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Verhaltensweisen


Sungsanspr che81 l.jpg

Kräuter, Gräser, Zwergsträucher

im Winter auch Flechten, Moose, Knospen und Nadeln

in der Waldregion auch Verbiss an Knospen ähnlich wie vom Rehwild

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Äsungsansprüche


Fortpflanzung82 l.jpg

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Fortpflanzung

  • Brunft November/Dezember

  • Geschlechtsreife meist mit dem 3. Lebensjahr

  • Böcke laufen suchend umher (Lautäußerung sog. “Blädern”)

  • gelegentlich Rivalenkämpfe

  • hohe Verluste unter den mittelalten und alten Böcken während bzw. nach der Brunft

  • meist im Mai setzen von einem, selten zwei Kitzen

  • Kitze zeigen ausgeprägtes Spielverhalten


Entwicklung der krucken l.jpg

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Entwicklung der Krucken

  • beide Geschlechter tragen Hörner, die Krucken

  • beim Bock stärker gehakelt und im Querschnitt eher rund

  • bei der Geiß weniger gehakelt und im Querschnitt eher oval

  • das eingeschränkte Wachstum während der Wintermonate führt zur Bildung sog. Jahrringe

  • größtes Wachstum bis zum vierten Lebensjahr


Bejagung84 l.jpg

Pirsch und Ansitz

sog. Riegeljagd (Problem: Beunruhigung)

Gamswild (Rupicapra rupicapra)

Bejagung


Verbreitung85 l.jpg

Mufflon (Ovis ammon)

Verbreitung

  • ursprünglich im mediterranen Raum heimisch

  • kleinste Form der circumpolar verbreiteten Wildschafe der nördlichen Hemisphäre (Argali in Asien, Bighorn Sheep in Nordamerika)

  • in Nordeuropa seit Anfang des 18. Jahrhunderts angesiedeltes Muffelwild stammt aus Korsika und Sardinien


Biotopanspr che86 l.jpg

felsige Karstlandschaften des Mittelmeerraumes

steinige Böden zur regelrechten Abnutzung der Schalen erforderlich

Biotope des Flachlandes mit weichen Böden sind daher für Muffelwild ungeeignet

Mufflon (Ovis ammon)

Biotopansprüche


Verhaltensweisen87 l.jpg

gesellige Lebensweise, zum Teil in größeren Rudeln

ältere Widder stehen auch in Trupps zusammen oder leben solitär

im Wald tagaktiv, in den Morgen- und Abendstunden tritt es auch auf Wiesen zum Äsen aus

Meckern als sozialer Kontaktlaut, Pfiff als Warnlaut

Mufflon (Ovis ammon)

Verhaltensweisen


Sungsanspr che88 l.jpg

Gräser, Kräuter, Brennesseln, Ginster

Waldfrüchte

Laub- und Nadelholztriebe

mitunter Schälen von Bäumen

Mufflon (Ovis ammon)

Äsungsansprüche


Fortpflanzung89 l.jpg

Brunft November/Dezember

starke Widder dulden nur geringe Widder beim Rudel

häufig Brunftkämpfe zwischen älteren Widdern

ein, selten zwei Lämmer werden im April/Mai gesetzt

Nestflüchter, Lamm folgt sogleich der Mutter

bei frühzeitigem Verlust des Lammes Nachbrunft im Frühsommer und erneutes Setzen im Herbst

selten sind Lämmer bereits im Winter des ersten Lebensjahres fortpflanzungsfähig, normalerweise sind weibliche Tiere als Schmalschafe (zweites Lebensjahr) erstmals an der Brunft beteiligt

Mufflon (Ovis ammon)

Fortpflanzung


Entwicklung der schnecken l.jpg

Widder tragen Hörner (sog. Schnecken), Schafe nur selten (sog. Stümpfe, bis etwa 10 cm lang)

Widderlamm beginnt im Alter von 3 bis 4 Monaten mit dem Schieben der Schnecken

Querschnitt zunächst zweischneidig, später dreieckig

kreisförmig gewundenes Wachstum

Längenentwicklung läßt ab dem Alter von sechs bis acht Jahren deutlich nach (geringer Zuwachs wird durch Abnutzung an den Spitzen ausgeglichen)

Jahrringe durch jahreszeitlich unterschiedliches Wachstum, daneben ab dem zweiten Lebensjahr sog. Schmuckwülste

Mufflon (Ovis ammon)

Entwicklung der Schnecken


Bejagung91 l.jpg

typischerweise Pirsch

Ansitz aufgrund unsteter Lebensweise unergiebig

Mufflon (Ovis ammon)

Bejagung


Verbreitung92 l.jpg

Feldhase (Lepus europaeus)

Verbreitung

  • in ganz Europa und Teilen Asiens verbreitet

  • Ausnahme: Gebirge ab etwa 1600 m über N.N.


Biotopanspr che93 l.jpg

ursprünglich Steppentier

waldarme, landwirtschaftlich genutzte Ebenen mit Hecken und Feldgehölzen

größere Waldgebiete werden nur spärlich besiedelt

Feldhase (Lepus europaeus)

Biotopansprüche


Verhaltensweisen94 l.jpg

vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv, doch gelegentlich auch tagaktiv

weitgehend solitäre Lebensweise

Ruhezeiten verbringt der Feldhase in der Sasse (gescharrte Mulde) oder im Lager an Hecken oder Bodenwellen

sehr standorttreu

Feldhase (Lepus europaeus)

Verhaltensweisen


Sinnesleistungen95 l.jpg

hervorragendes Gehör

sehr guter Geruchssinn

seitlich am Kopf stehende Seher ermöglichen großes Gesichtsfeld, nimmt vor allem Bewegungen wahr

Feldhase (Lepus europaeus)

Sinnesleistungen


Fortpflanzung96 l.jpg

Rammelzeit beginnt in Abhängigkeit von der Witterung ab Dezember und wiederholt sich periodisch bis zum Oktober

im Frühjahr gebildete Paare bleiben häufig das Jahr über zusammen

Tragzeit etwa 42 bis 44 Tage

Superfekundation ist möglich

Häsin setzt drei, seltener viermal im Jahr zwei bis vier Junge

Junghasen sind ab Geburt behaart, Seher offen

Säugen bis etwa zur 5. Lebenswoche

Grünäsung ab der zweiten Lebenswoche

Junghasen setzen nicht im ersten Lebensjahr

Feldhase (Lepus europaeus)

Fortpflanzung


Alterssch tzung97 l.jpg

Junghasen heißen im Alter von etwa einem Monat Quarthasen,

im Alter von etwa 2 Monaten Halbhasen,

mit drei bis vier Monaten Dreiläufer,

mit 9 Monaten sind sie erwachsen.

Junghasen unterscheiden sich durch Größe und Gewicht sowie leicht einreißbare Löffel von älteren Hasen

bis zum Alter von etwa max. 9 (meist 6-8) Monaten findet sich an der Außenseite des Vorderlaufes, etwa 1 cm proximal des Fusswurzelgelenkes eine knotenartige Verdickung des Knochens (sog. Strohsches Zeichen)

Gewicht der Augenlinse

Feldhase (Lepus europaeus)

Altersschätzung


Gebiss l.jpg

Schneidezähne zu kräftigen Nagezähnen entwickelt, deren Zahl vermindert ist

pro Kieferhälfte findet sich im Unterkiefer nur noch ein Schneidezahn, im Oberkiefer dahinter ein weiterer, rückgebildeter sog. Stiftzahn

Schneidezähne zeigen offenes Wachstum

Eckzähne fehlen

Backenzähne (Prämolaren und Molaren) sind mit quergestellten Schmelzfalten zum Zerreiben der Nahrung gut geeignet

im Unterkiefer ist die Zahl der Backenzähne auf fünf pro Kieferhälfte reduziert

Feldhase (Lepus europaeus)

Gebiss


Bejagung99 l.jpg

Einzeljagd (besonders bei geringem Besatz oder im Wald): Suche, Stöbern, Brackieren, Ansitz)

Gesellschaftsjagd: Standtreiben, gelegentlich Kesseltreiben im Feld, sog. Böhmische Streife

aufgrund der Abnahme des Besatzes in vielen Regionen häufig freiwillig keine Bejagung

normalerweise sind zu Beginn der Jagdzeit etwa 70% der Hasen weniger als ein Jahr alt

Bejagung in der zweiten Dezemberhälfte bzw. im Januar ungünstig

Feldhase (Lepus europaeus)

Bejagung


Verbreitung100 l.jpg

Alpen

Nordeuropa (Nordischer Schneehase)

Schneehase (Lepus timidus)

Verbreitung


Biotopanspr che101 l.jpg

Besiedelt in den Alpen diejenigen Biotope, in denen der Feldhase fehlt oder konkurrenzschwächer ist (oberhalb 1200 m über N.N.)

wird dort vom Feldhasen verdrängt, wo dieser ihm zusagende Biotope vorfindet

Schneehase (Lepus timidus)

Biotopansprüche


Verbreitungsgeschichte l.jpg

vor der letzten Eiszeit in ganz Europa verbreitet

Verdrängung durch klimatische Veränderungen während der letzten Eiszeit in Refugien südlich der Pyrenäen

danach (vermutlich anthropogen zumindest unterstützte) Wiederbesiedlung Europas

heute in ganz West- und Mitteleuropa einschließlich der britischen Inseln und Irlands

östliche Verbreitungsgrenze etwa an der Oder

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Verbreitungsgeschichte


Biotopanspr che103 l.jpg

Biotopansprüche denjenigen des Hasen sehr ähnlich

mehr an Buschlandschaft gebunden, selten in der offenen Landschaft

lockere (bes. sandige) Böden bevorzugt

Kulturfolger bis in die Großstädte

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Biotopansprüche


Sungsanspr che104 l.jpg

deutlich anpassungsfähiger und weniger wählerisch als der Feldhase

Gräser einschließlich Getreide, Blumen, Gemüse, Wurzeln, Rinde junger Bäume im Winter

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Äsungsansprüche


Sozialverhalten l.jpg

territoriale Lebensweise in Kolonien

Markierung der Territoriumsgrenzen durch Kotanhäufungen und Drüsensekrete

innerhalb einer Kolonie gibt es dominierende Tiere beiderlei Geschlechts

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Sozialverhalten


Fortpflanzung i l.jpg

ranghöchste Männchen (Rammler) können sich mit jedem Weibchen in der Kolonie paaren

zum Teil heftige Positionskämpfe der Männchen

teilweise auch bis zum Beschädigungskampf, wenn die Populationsdichte in der Kolonie hoch ist und wenig Ausweichmöglichkeiten bestehen

Paarungsverhalten der Weibchen eher passiv

Kopulation relativ kurz, Kopulationsstarre beim Männchen

Eisprung kann durch Kopulationsvorgang ausgelöst werden

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Fortpflanzung I


Fortpflanzung ii l.jpg

Tragzeit von etwa 28 bis 31 Tagen

meist vier bis acht, gelegentlich bis zu 13 Junge pro Wurf

pro Jahr etwa fünf bis sieben Würfe zwischen März und November

Junge sind nackt und blind

Öffnen der Augen nach etwa 10 Tagen

wenn das Weibchen die Setzröhre verläßt, wird der Eingang zugescharrt und das Material festgeklopft

das Säugen erfolgt zweimal täglich für zwei bis drei Minuten über etwa drei Wochen (Milch weist hohen Fettgehalt von etwa 24% auf)

Geschlechtsreife mit etwa sechs bis zehn Monaten

hohe Jugendmortalität, nutzbarer Zuwachs etwa drei bis vier Tiere pro Tier im Frühjahrsbestand

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Fortpflanzung II


Bejagung108 l.jpg

Jagdlich nutzbarer Zuwachs von etwa drei bis vier Tieren pro Tier im Frühjahrsbestand

Jagdarten: Ansitz am Bau, Stöbern, Treibjagd, Baujagd mit Hund oder Frettchen

Wildkaninchen

(Oryctolagus cuniculus)

Bejagung


Verbreitung109 l.jpg

Alpen, insbesondere Hochalpen

lokal in den Pyrenäen und Karpaten

Alpenmurmeltier

(Marmota marmota)

Verbreitung


Biotopanspr che110 l.jpg

Gebirgsmatten oberhalb der Baumgrenze bis in Höhen von etwa 2700 m über N.N.

Alpenmurmeltier

(Marmota marmota)

Biotopansprüche

Äsungsansprüche

  • Gräser, Kräuter und Wurzeln


Sozialverhalten111 l.jpg

Soziale Lebensweise in Kolonien von bis zu 50 Tieren

territoriales Verhalten gegenüber koloniefremden Tieren, diese werden angegriffen und vertrieben

ein Tier fungiert meist als Wachposten, die anderen äsen

regelmäßige Stimmfühlungslaute, welche die Abwesenheit von Gefahr signalisieren und beruhigend wirken

Warnpfiff bei Gefahr

Kolonie markiert ihr Wohngebiet geruchlich durch das Sekret ihrer Wangendrüsen

Alpenmurmeltier

(Marmota marmota)

Sozialverhalten


Anpassungen an den lebensraum l.jpg

Vorratsbildung: ab August werden Gräser abgebissen und zum Trockenen liegengelassen. Dieses Heu wird als Polstermaterial in den Bau getragen, es dient jedoch nicht als Nahrung während des Winters

Fettreserven: Fettschicht wird während des Sommers gebildet

Winterschlaf: echter, fünf bis sechs Monate dauernder Winterschlaf mit Drosselung aller Körperfunktionen (die Herzfrequenz sinkt auf 3 bis 5 Schläge pro Minute, die Atemfrequenz auf zwei bis drei Atemexkursionen pro Minute, die Körpertemperatur auf 4,6 bis 7,6 Grad C)

die Murmeltierfamilie zieht sich zum Winterschlaf in den Kessel des Baues zurück und verstopft die Eingänge des Baues

alle 2 bis 3 Wochen wird der Bau verlassen, um Kot und Urin abzusetzen

bei frühem Schneefall suchen die Tiere weiter nach Futter, Kopf dient als "Schneepflug"

Alpenmurmeltier

(Marmota marmota)

Anpassungen an den Lebensraum


Fortpflanzung113 l.jpg

Paarungszeit April/Mai (noch im Winterbau)

Tragzeit etwa 5 Wochen

Weibchen ("Katze") wirft zwei bis vier (gelegentlich bis zu acht) Junge ("Affen"); diese wiegen etwa 30 g und sind nackt und blind

nach etwa 21 bis 25 Tagen öffnen sie die Augen, nach etwa 40 Tagen verlassen sie den Bau, mit etwa acht Wochen sind sie selbständig

Geschlechtsreife im Alter von etwa zwei Jahren

Alpenmurmeltier

(Marmota marmota)

Fortpflanzung


Bejagung114 l.jpg

in Deutschland dem Jagdrecht unterliegend, aber keine Jagdzeit

in einigen Nachbarländern wird das "Mankei" noch bejagt

früher war Murmelfett ("Mankeischmalz") begehrtes Heilmittel gegen rheumatische Beschwerden

darüberhinaus war die Wildart bei Bergbauern wegen der Nahrungskonkurrenz zum Vieh und der Gefahr für das Vieh durch die Bauten sowie aufgrund der Förderung der Erosion bei gleichzeitiger Beweidung der Bergwiesen unbeliebt

die Durchlüftung und Umschichtung des Erdreiches durch die Baue bringt jedoch auch Vorteile für die Landwirtschaft

Alpenmurmeltier

(Marmota marmota)

Bejagung


Verbreitung115 l.jpg

Südosteuropa und südöstliches Mitteleuropa

westliche Verbreitungsgrenze: Tschechische Republik und Ostösterreich

nördliche Verbreitungsgrenze: Ostsachsen und Oberschlesien

Ziesel (Citellus citellus)

Verbreitung


Management116 l.jpg

kein aktives Management

geschützte Art nach Naturschutzrecht

derzeit offenbar Ausbreitungstendenz Richtung Westen

Ziesel (Citellus citellus)

Management


Verbreitung117 l.jpg

ursprünglich über alle größeren Flusssysteme Europas sowie Nord- und Zentralasiens verbreitet

in Nordamerika stellt der Kanadabiber eine eigene Spezies dar

in Europa derzeit nur noch größere Restvorkommen in Polen, Ostpreußen und Norwegen sowie kleinere Restbestände im Rhonedelta und an der Oberelbe

Wiederansiedlungen am Unterlauf des Inn, in der Eifel, in der Schweiz sowie in Polen

Biber (Castor fiber)

Verbreitung


Biotopanspr che118 l.jpg

ungestörte Gewässer mit lichten Auwaldbeständen

wenn der Wasserstand zu niedrig ist, werden zum Bau von Dämmen Bäume von etwa 8 bis 20 cm Durchmesser in der Nähe benötigt

Fehlen von Gewässerverschmutzungen durch Abwässer scheint wichtig zu sein

Biber (Castor fiber)

Biotopansprüche


Sungsanspr che119 l.jpg

Äsungsansprüche wechseln in Abhängigkeit von der Jahreszeit

Wasser- und Uferpflanzen, Seerosenwurzeln, Eicheln, Kastanien, Feldfrüchte im Frühjahr und Sommer

Rinde und junge Triebe, etwa der Weide, im Herbst und Winter

durch Auflockerung der Bestände schaffen Biber ihre eigene Äsungsgrundlage in Form von Stockausschlägen der gefällten Weichholzarten

Biber (Castor fiber)

Äsungsansprüche


Sozialverhalten120 l.jpg

gesellige Lebensweise in Familienverbänden, bei größerer Bestandesdichte in Kolonien

Kolonie beansprucht ein Territorium von etwa 500 bis 2500 m Uferlänge

Territorialität ist eher schwach ausgeprägt

Biber (Castor fiber)

Sozialverhalten


Anpassungen an den lebensraum i l.jpg

langgestreckter Körper mit kurzem Hals und verdicktem Rumpf

Schwimmhäute zwischen den Zehen der Hinterläufe

Vorderläufe als Greifwerkzeuge ausgebildet

ausgeprägte Nagezähne, Kaukraft der Kiefer etwa 80 kp

zur Regulation des Wasserstandes werden Dämme aus Baumstämmen gebaut

Fällen der Bäume durch Abnagen von Spänen, dickere Bäume werden oft mehrere Nächte lang bearbeitet, um sie zu fällen

gefällter Baum wird in Teilstücke zernagt und diese im aufrechten Gang davongetragen

fällt der Baum mit der Krone ins Wasser, werden die feinen Äste dort verspeist, an Land jedoch meist liegengelassen

Biber (Castor fiber)

Anpassungen an den Lebensraum I


Anpassungen an den lebensraum ii l.jpg

Biber benutzen auf ihrem Weg zu den Nahrungsquellen immer die gleichen Pfade, dadurch entstehen im sumpfigen Gelände mit derzeit Schwimmstrassen

der waagerecht abgeplattete Schwanz ("Kelle") hat verschiedene Funktionen: Transport der Jungtiere, Fettdepot, Thermoregulation, Warnsignalgeber

Biber (Castor fiber)

Anpassungen an den Lebensraum II


Fortpflanzung123 l.jpg

Paarungszeit Februar/März

Dauerehe

Kopulation erfolgt im Wasser

Tragzeit von etwa 105 bis 107 Tagen

zwei bis fünf Junge

behaart und sehend (für Nagetiere außergewöhnlich!)

Jungtiere werden etwa 56 Tage gesäugt und sind danach selbständig

von der Geburt der Jungen bis zum Ende der ersten Aufzuchtphase verlassen die Männchen und die Jungen des letzten Jahres die Kolonie vorübergehend

mit drei bis vier Jahren Geschlechtsreife verlassen die Jungtiere dann den Bau endgültig (etwa zur Zeit der Geburt der neuen Generation) und suchen eigene Reviere

Biber (Castor fiber)

Fortpflanzung


Nat rliche regulatoren l.jpg

Hochwasser

Krankheiten

Prädatoren wie Wolf, Bär oder Adler scheinen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen

Biber (Castor fiber)

Natürliche Regulatoren


Management125 l.jpg

Rückgang der Bestände vor allem anthropogen durch Vernichtung des Lebensraumes und Nachstellungen

begehrte Produkte waren der Pelz und das "Bibergeil" aus den sog. Geildrüsen (bis zu hühnereigroße Drüsen bds. der Geschlechtsöffnung)

Fastenspeise im Mittelalter

auch der nordamerikanische Biber war um die Jahrhundertwende der Ausrottung nahe, unter Totalschutz haben sich die Bestände wieder gut erholt, seit Anfang der 1960ger Jahre wieder Bejagung

Wiederansiedlungen mit Tieren (Wildfängen) aus verschiedenen Teilen des europäischen Verbreitungsgebietes mit teilweise gutem Erfolg, sofern die Lebensraumsituation adäquat ist

Ansiedlung amerikanischer Biber obsolet

Biber (Castor fiber)

Management


Verbreitung126 l.jpg

Nutria (Myocastor coypus)

Verbreitung

  • ursprünglich in Lateinamerika beheimatet

  • 1926 als Pelztier nach Deutschland eingeführt

  • mittlerweile in weiten Teilen Mitteleuropas Vorkommen in freier Wildbahn


Morphologie127 l.jpg

Körperform ähnlich einem Biber („Sumpfbiber“), jedoch ist der Schwanz rund und unbehaart

Körperlänge bis 65 cm, Schwanzlänge bis 45 cm, Gewicht bis zu 8 kg (in Farmen bis zu 12 kg)

orangefarbene Nagezähne

lange, dicke Vibrissen

kleine Ohren

Schwimmhäute zwischen den Zehen I bis IV der Hinterpfoten

Nutria (Myocastor coypus)

Morphologie


Biotopanspr che128 l.jpg

großflächige Sumpf- und Marschgebiete mit Schilf- und Binsengürteln sowie Unterwasserflora

klare Gewässer

Teiche und kleine Bäche bei sonst gutem Nahrungsangebot, zum Beispiel landwirtschaftlich genutzte Flächen in der Nähe

Nutria (Myocastor coypus)

Biotopansprüche


Sungsanspr che129 l.jpg

Pflanzenfresser

Äsungssuche an Land (bis etwa 100 m vom Ufer) und im Wasser

Wasser- und Uferpflanzen, Süßgräser, Kräuter

Feldfrüchte im Frühjahr und Sommer

im Winter auch Wurzeln und Rinde

Nahrung wird häufig abgebissen und zu besonderen Frassplätzen transportiert

gelegentlich werden auch Süßwassermuscheln, Amphibien oder kleine Fische aufgenommen

keine Vorratshaltung, daher Nahrungsengpass bei anhaltender Kälte und gefrorenem Boden bzw. Gewässern

Nutria (Myocastor coypus)

Äsungsansprüche


Sinnesleistungen130 l.jpg

Gesichtssinn mäßig

Gehör und Geruchssinn sehr gut

Nutria (Myocastor coypus)

Sinnesleistungen


Verhalten131 l.jpg

dämmerungs- oder nachtaktiv

tagsüber an Ruheplätzen, in Schilfnestern oder Bauen

Baue bestehen typischerweise aus einer Röhre, etwa 1-3 m ins Ufer gegraben mit Eingang meist dicht über dem Wasserspiegel

gelegentlich werden größere Bausysteme angelegt oder Baue der Bisamratte genutzt

als Lager auch kreisrunde Schilfnester (bis zu 80 m vom Ufer entfernt)

bei Störungen Flucht ins Wasser oder in den Bau

schwimmt und taucht gut

klettert gut

Nutria (Myocastor coypus)

Verhalten


Fortpflanzung132 l.jpg

Paarungszeit ganzjährig

Tragzeit von etwa 128 bis 132 Tagen

durchschnittlich fünf Junge pro Wurf

Junge behaart und sehend (für Nagetiere außergewöhnlich!) und können schwimmen

feste Nahrungsbestandteile bereits nach wenigen Tagen

Jungtiere werden etwa 60 Tage gesäugt und sind danach selbständig

Gesäuge an beiden Seiten des Körpers der Mutter, so dass Säugen im Wasser möglich ist

Nutria (Myocastor coypus)

Fortpflanzung


Nat rliche regulatoren133 l.jpg

Nahrungsengpässe in kalten Wintern

möglicherweise Krankheiten

Nutria (Myocastor coypus)

Natürliche Regulatoren


Management134 l.jpg

nach Bundesjagdgesetz nicht dem Jagdrecht unterliegend, wohl aber in Sachsen (ohne gesetzliche Schonzeit)

intensive Bejagung wird aus verschiedenen Gründen gefordert: Schäden in der Landwirtschaft, Destabilisierung von Ufern und Deichen, mögliche ökologische Probleme mit Neozooen

hochwertiger nutzbarer Balg

Ansitz oder Pirsch

Stöberjagd (cave: Gefährdung des Hundes)

Fangjagd

Problem: ganzjährige Fortpflanzungszeit bedeutet Verzicht auf Bejagung während großer Teile des Jahres

Nutria (Myocastor coypus)

Management


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